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Politik

Brexit-Referendum

Ukip-Chef Farage feiert "Unabhängigkeitstag"

Das Endergebnis stand noch nicht fest, doch die rechtspopulistische Ukip feierte am Morgen bereits den Sieg beim Brexit-Referendum. Parteichef Nigel Farage hofft nun auf ein Ende der EU.

Getty Images

Ukip-Chef Farage

Freitag, 24.06.2016   09:39 Uhr

Beim Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union lag das Brexit-Lager am frühen Morgen vorne. Die großen britischen TV-Sender BBC, ITV und Sky News prognostizierten am frühen Morgen bereits den Sieg der Brexit-Kampagne. (Lesen Sie hier die aktuellsten Entwicklungen im Newsblog).

"Ich glaube, wir haben es geschafft", sagte Ukip-Chef Nigel Farage vor jubelnden Anhängern. Der 23. Juni werde als Unabhängigkeitstag Großbritanniens in die Geschichte eingehen. Er hoffe, dass dieser Sieg das "gescheiterte Projekt" EU zum Fall bringen werde. Farage sagte auch: "Wir haben gewonnen, ohne eine einzige Kugel abgefeuert zu haben."

Der Oppositionspolitiker forderte Premierminister David Cameron zum sofortigen Rücktritt auf. Zuvor hatte sich Farage bereits auf Twitter euphorisch gegeben: "Ich wage es zu träumen, dass die Morgendämmerung auf ein unabhängiges Vereinigtes Königreich fällt."

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Während Nordirland und Schottland mit sehr großer Mehrheit für den Verbleib in der Europäischen Union stimmten, entschieden die Wähler in England und Wales sich in den meisten Regionen klar für den Brexit - eine klare Ausnahme bildete London. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,1 Prozent

Die Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten reagierten nervös auf die Ergebnisse. In den letzten Tagen war die Risikofreude der Anleger noch deutlich gestiegen, da allgemein von einem Verbleib Großbritanniens in der EU ausgegangen worden war. Der Goldpreis stieg am Morgen um fast fünf Prozent auf den höchsten Stand seit August 2014.

Die britische Währung fiel auf ein 30-Jahres-Tief: Ein Pfund kostet derzeit weniger als 1,35 US-Dollar, das ist ein Minus von rund sechs Prozent. Auch der Euro verliert deutlich an Boden. Am frühen Morgen fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,10 Dollar. In Japan notierte notierte der Nikkei-Index an der Börse in Tokio zur Handelsmitte ein Minus von etwa 3,4 Prozent, nachdem er zwischenzeitlich leicht zugelegt hatte.

Als entscheidend galt im Vorhinein unter anderem das Ergebnis in den Großstädten, die tendenziell als EU-freundlich gelten. Während die Wähler in Liverpool und Machester für einen Verbleib in der EU stimmte, gab es etwa etwa in Sheffield jedoch eine Überraschung: Die Stadt stimmte zu 51 Prozent für den Brexit. Auch Birmingham, die zweitgrößte Metropole des Landes, stimmte mit einem Vorsprung von 3000 Stimmen für ein Ende der EU-Mitgliedschaft.

mxw/dpa/Reuters

insgesamt 16 Beiträge
Europa! 24.06.2016
1. Schwarzer Donnerstag
Labour ist es offenbar nicht gelungen, die Briten davon zu überzeugen, dass die Zuwanderung eine gute Sache ist. Die SPD und die Linke werden auch sehr bald merken, dass sie die Arbeitnehmer nicht mehr vertreten. Sogar Wales hat [...]
Labour ist es offenbar nicht gelungen, die Briten davon zu überzeugen, dass die Zuwanderung eine gute Sache ist. Die SPD und die Linke werden auch sehr bald merken, dass sie die Arbeitnehmer nicht mehr vertreten. Sogar Wales hat für den Brexit gestimmt, obwohl es sehr von der EU profitiert hat.
gehirngebrauch 24.06.2016
2. es ist ja alles
schon entschieden, wir wissen es bloß noch nicht. ich habe auch schon einen schottischen whisky kaltgestellt und werde heute abend feiern wenn der brexit besiegelt ist. dann kommt endlich mal bewegung in den brüsseler sumpf.
schon entschieden, wir wissen es bloß noch nicht. ich habe auch schon einen schottischen whisky kaltgestellt und werde heute abend feiern wenn der brexit besiegelt ist. dann kommt endlich mal bewegung in den brüsseler sumpf.
ahloui 24.06.2016
3. Na bitte...
sie haben es nicht anders gewollt. Ich auch nicht
sie haben es nicht anders gewollt. Ich auch nicht
Proggy 24.06.2016
4. Das war es dann
Jetzt ändert sich die EU recht schnell und gewaltig, oder es werden andere EU-Mitglieder dem Beispiel UK folgen.
Jetzt ändert sich die EU recht schnell und gewaltig, oder es werden andere EU-Mitglieder dem Beispiel UK folgen.
barbarine 24.06.2016
5. Ok, Nigel Farage will raus aus der EU
trotzdem will ich nicht, dass das Projekt der EU an sich scheitert. Auch wenn die EU ein Bürokratiemonster ist, auch wenn sie uns Geld kostet, so hat sie uns hier in Europa doch eine Zeit des Friedens und der Freiheit verschafft, [...]
trotzdem will ich nicht, dass das Projekt der EU an sich scheitert. Auch wenn die EU ein Bürokratiemonster ist, auch wenn sie uns Geld kostet, so hat sie uns hier in Europa doch eine Zeit des Friedens und der Freiheit verschafft, die es so in der Geschichte noch nie gegeben hat. Und dafür darf es gerne eine Gurkenkrümmungsverordnung oder sonst einen Blödsinn geben - und wenn ein solcher Frieden Geld kostet, dann kostet er eben. Krieg, egal wie heiß, ist mit Sicherheit immer teurer.

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