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Politik

Messerangriff in Belgien

Bruder von Terrorverdächtigem festgenommen

Zweite Festnahme in Brüssel: Der Bruder des Mannes, der zwei Polizisten mit einem Messer angegriffen hatte, sitzt nun ebenfalls in Untersuchungshaft.

DPA

Tatort in Brüssel

Donnerstag, 06.10.2016   19:12 Uhr

Nach einem mutmaßlich terroristisch motivierten Messerangriff auf zwei Polizisten hat die belgische Polizei eine zweite Person festgenommen. Der Bruder des Tatverdächtigen sei ebenfalls in Gewahrsam genommen worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Aboubaker D. sei 1970 geboren und wie sein Bruder Hicham Belgier. Ein auf Terrorismus spezialisierter Untersuchungsrichter soll nun entscheiden, ob er in Haft bleibt.

Am Mittwochmorgen hatte ein mit einem Messer bewaffneter Mann in Brüssel zwei Polizisten attackiert. Eines der beiden Opfer wurde am Hals verletzt, das andere im Bauchbereich, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Gegen den 43-jährige Hicham D. liegt inzwischen ein Haftbefehl vor. Ihm werden Mordversuch in einem terroristischen Zusammenhang und Teilnahme an den Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

cte/dpa

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Sprachenstreit in Belgien

Flamen und Wallonen
REUTERS

Belgien ist seit 1994 ein Bundesstaat, der in die drei Regionen Flandern, Wallonie und Brüssel unterteilt wurde. Das niederländisch-sprachige Flandern ist 13.500 Quadratkilometer groß. In der knapp 16.000 Quadratkilometer großen Wallonie wird Französisch gesprochen. Die beiden Sprachgebiete überschneiden sich in der Hauptstadtregion Brüssel.

Die Flamen machen mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 10,4 Millionen aus, die Wallonen stellen knapp ein Drittel. Rund zehn Prozent gelten als zweisprachig. Dazu kommen im Osten der Wallonie etwa 74.000 Menschen, die Deutsch sprechen.

Diese unterschiedlichen Sprachgemeinschaften sorgen immer wieder für Konflikte.

Regionen
Die drei Regionen haben eigene Parlamente und Regierungen sowie eine eigene Finanz- und teilweise Steuerhoheit. Die niederländischen, französischen und deutschen Sprachgemeinschaften wiederum lenken in eigenen Institutionen die jeweilige Bildungs- und Kulturpolitik. Auch die großen belgischen Parteien treten bei nationalen Wahlen regional getrennt an und vertreten jeweils Flamen oder Wallonen. Vor allem in Brüssel überschneiden sich diese Gebiete.
Geschichte
Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts schwelt der Streit zwischen den Bevölkerungsgruppen des Königreichs. Zunächst ging es vor allem um die Gleichberechtigung zwischen der niederländischen Sprache und Kultur und dem bis nach 1945 dominierenden Französisch.

Später vertiefte die wirtschaftliche Entwicklung die Kluft. Die Wallonie war bis zur Stahlkrise und dem Niedergang der Kohleförderung in den fünfziger Jahren das wirtschaftliche und politische Zentrum. Heute steht Flandern wirtschaftlich besser da als das französischsprachige "Armenhaus" und zahlt Schätzungen zufolge jedes Jahr sieben Milliarden Euro in den ärmeren Süden.

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