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Politik

Anschlag auf Jüdisches Museum

Gericht spricht Brüssel-Attentäter schuldig

Fünf Jahre nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel sind der Hauptverdächtige und sein mutmaßlicher Helfer von einem Gericht für schuldig befunden worden. Die Angeklagten hatten die Tat bestritten.

REUTERS

Attentäter Mehdi Nemmouche während des Prozesses

Donnerstag, 07.03.2019   22:37 Uhr

Am 24. Mai 2014 wurden bei einem Attentat im Jüdischen Museum in Brüssel ein israelisches Paar, eine Französin und ein Belgier erschossen. Eine Woche nach der Tat wurde der Hauptverdächtige Mehdi Nemmouche in Südfrankreich festgenommen. Jetzt wurde er von einem Brüsseler Gericht schuldig gesprochen.

Bei Nemmouches Festnahme hatte er unter anderem eine Kalaschnikow dabei, die in die Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat" eingewickelt war. Während des Prozesses hatten Zeugen den Angeklagten als ehemaligen IS-Folterknecht in Syrien identifiziert.

Die Tat gilt als erster Anschlag auf europäischem Boden durch einen aus Syrien zurückgekehrten Dschihadisten. Die Staatsanwaltschaft hatte 23 Beweisstücke gegen den 33-Jährigen vorgelegt, darunter einer Jacke mit Schmauchspuren.

Neben Nemmouche wurde auch der Mitangeklagte Nacer Bendrer der Beihilfe schuldig gesprochen. Beide sind französische Staatsbürger, standen unmittelbar vor dem Attentat in regelmäßigem telefonischen Kontakt und hatten die Tat bestritten. Nemmouche droht eine lebenslange Haftstrafe, das Strafmaß wurde aber noch nicht verkündet.

mmm/dpa/afp

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