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Politik

Brunei

Sultanat verteidigt in Brief an EU Todesstrafe für Homosexuelle

Das streng konservative Sultanat Brunei hat sich in einem Brief an das Europäische Parlament gewandt - und fordert darin "Respekt und Verständnis" für Strafrechtsverschärfungen, die einen internationalen Aufschrei auslösten.

AFP

Aktivisten demonstrieren gegen das Gesetz

Dienstag, 23.04.2019   00:39 Uhr

In einem Brief an das Europäische Parlament hat das Sultanat Brunei die Anfang April eingeführte Todesstrafe durch Steinigung für homosexuelle Männer verteidigt.

Wie der "Guardian" berichtet, hieß es in einem vierseitigen Schreiben an die Abgeordneten, dass Verurteilungen selten erfolgen würden, da zwei Männer von "hohem moralischen Rang und Frömmigkeit" dafür als Zeugen nötig seien. Das streng konservative Sultanat fordere demnach von der EU "Toleranz, Respekt und Verständnis" im Hinblick auf den Wunsch des Landes, seine traditionellen Werte zu wahren.

"Sehr hoher Beweisstandard"

Die neuen Gesetze traten am 3. April in Brunei in Kraft und sorgten international für Empörung - unter Menschenrechtsaktivisten, Politikern und Prominenten: Während Männern bei gleichgeschlechtlichem Sex die Todesstrafe droht, müssen Frauen dafür mit einer Höchststrafe von 40 Stockhieben oder zehn Jahren Gefängnis rechnen.

In dem Brief hieß es laut "Guardian" weiter, der Aufschrei sei auf ein Missverständnis zurückzuführen. Dass Ehebruch und Sodomie kriminalisiert würden, diene dazu, die Heiligkeit von Familie und Ehe zu schützen. Verurteilungen seien zudem verbunden "mit einem sehr hohen Beweisstandard", der "überhaupt keinen Zweifel" lasse.

Am Donnerstag hatte das Europäische Parlament Brunei aufgefordert, die eingeführte Todesstrafe unverzüglich wieder abzuschaffen. Insgesamt müsse das Strafrecht auf Grundlage der islamischen Scharia aufgehoben werden. Zugleich forderte es den diplomatischen Dienst der Europäischen Union auf, Sanktionen gegen Brunei zu prüfen.

skr/AFP

insgesamt 200 Beiträge
alaskafuchs 23.04.2019
1. Es hilft, den Koran zu lesen!
Ich habe mir aus Interesse schon 1980 die Übersetzung des Koran von Rudi Paret aus dem Jahre 1966 besorgt (Verlag Kohlhammer). Beim Lesen der präzise übersetzten Suren (mit sachlichen Erläuterungen) kommt man unweigerlich zu [...]
Ich habe mir aus Interesse schon 1980 die Übersetzung des Koran von Rudi Paret aus dem Jahre 1966 besorgt (Verlag Kohlhammer). Beim Lesen der präzise übersetzten Suren (mit sachlichen Erläuterungen) kommt man unweigerlich zu dem Ergebnis, dass es sich AUCH um Regeln des täglichen Zusammenlebens bis zum Erbrecht handelt, die weit über die religiösen Elemente hinausgehen. Diese Regeln entsprechen mittelalterlichen Vorschriften und stehen nahezu vollständig im vollen Gegensatz zu unserem Grundgesetz. Nicht jedoch zu den Gesetzen von Brunei. Die bei uns lebenden Muslime stehen also vor dem Problem der Anerkennung der Regeln des Grundgesetzes unter Verletzung der Regeln des Korans. Was kommt bei einer laschen Regierung wie der gegenwärtig unseren dabei heraus? Sie lachen sich kaputt, leben in Parallelgesellschaften, und ein Kritiker wie Hamed Abdel-Samad, Sohn eines Imam, steht unter Polizeischutz und wird kaum beachtet. Gestärkt werden sie zusätzlich noch durch die "Islamische Konvention der Menschenrechte", Kairo 1990, die also aus der Neuzeit stammt. Sie gilt ausdrücklich nur im Rahmen der Scharia und ausdrücklich nur für Rechtgläubige, also nicht für uns Kuffar. Man google auch mal den Begriff "Taqyiia".
Markstein 23.04.2019
2. Anmaßung
Das europäische Parlament maßt sich an, in Brunei mitzuregieren, das so ganz und gar nicht zur EU gehört. Mehr sehe ich nicht.
Das europäische Parlament maßt sich an, in Brunei mitzuregieren, das so ganz und gar nicht zur EU gehört. Mehr sehe ich nicht.
frenchie3 23.04.2019
3. Na, dann ist ja alles gut
Was machen so "ein paar Tote" schon wenn die Zeugen total einwandfrei sind. Lokales Brauchtum halt. Mann Leute, wenn ich das Forum lese und das Gemecker über unsere Regierungen und Gesetze höre.... Wo müssen wir in [...]
Was machen so "ein paar Tote" schon wenn die Zeugen total einwandfrei sind. Lokales Brauchtum halt. Mann Leute, wenn ich das Forum lese und das Gemecker über unsere Regierungen und Gesetze höre.... Wo müssen wir in Deutschland oder Frankreich heute fürchten daß man eben mal abgemurkst wird nur weil man nicht religionskonform liebt?
Shantam 23.04.2019
4. Toleranz und Respekt ?
Eine kleine Handvoll möchte altes bewahren und duldet kein anders denken. Kein Respekt vor anders Denkenden. Es ist zum .....
Eine kleine Handvoll möchte altes bewahren und duldet kein anders denken. Kein Respekt vor anders Denkenden. Es ist zum .....
m.klagge 23.04.2019
5. Das Sultanat ist ein islamischer Horrorknast.
Einer, wie Saudi Arabien und einer der zeigt wie auch unsere Welt bald aussehen wird, wenn wir weiter mit uns machen lassen was die politisch korrekten Namenstänzer aus falsch verstandener Toleranz seit Jahren geschehen lassen. [...]
Einer, wie Saudi Arabien und einer der zeigt wie auch unsere Welt bald aussehen wird, wenn wir weiter mit uns machen lassen was die politisch korrekten Namenstänzer aus falsch verstandener Toleranz seit Jahren geschehen lassen. Der Sultan hat trotz seiner Milliarden hier absolut nichts zu fordern und sollte inm Gegenzug zusammen mit seinen Lakaien zu unerwünschten Personen in ganz Europa erklärt werden. Sofortiger Abbruch aller Beziehungen. Aber leider wird das nicht passieren.
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