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Politik

Bürgermeisterwahl

Berlusconis Rechte erobert Rom

Triumph in Rom: Die rechte Sammelbewegung des künftigen Regierungschefs Silvio Berlusconi setzt sich bei der Bürgermeisterwahl in Italiens Hauptstadt durch. Gewinner ist der Berlusconi-Verbündete Gianni Alemanno.

Montag, 28.04.2008   19:22 Uhr

Rom - Und noch ein Sieg für Silvio Berlusconi: Zwei Wochen nach der Parlamentswahl in Italien gewinnt das Mitte-Rechts-Bündnis des designierten Ministerpräsidenten auch noch die Bürgermeisterwahl in Rom.

Die Stichwahl gewann der Berlusconi-Verbündete Gianni Alemanno, 50. Die traditionell linke Hauptstadt fällt damit nach fast zwei Jahrzehnten an die Konservativen. Alemannos Herausforderer, der zweimalige Bürgermeister Francesco Rutelli, räumte seine Niederlage ein.

Nach Auszählung in 2463 von insgesamt 2600 Wahllokalen entfielen bei der Stichwahl am Sonntag und am Montag auf Alemanno 53,5 Prozent der Stimmen, auf Rutelli 46,4 Prozent. Alemanno war als Außenseiter in die Wahl gegangen, konnte dann aber von Berlusconis Sieg bei der Parlamentswahl profitieren.

Alemanno war zuvor Landwirtschaftminister. Seine politische Karriere begann er in postfaschistischen Parteien, später stieß er zu Berlusconi. Der bisherige Bürgermeister Walter Veltroni hatte sein Amt niedergelegt, um auf nationaler Ebene gegen Berlusconi anzutreten. Rutelli und nach ihm Walter Veltroni hatten die traditionell linke Hauptstadt Italiens seit 1993 regiert.

In der ersten Runde in Rom hatte Rutelli 45 Prozent der Stimmen erhalten und lag noch fünf Prozentpunkte vor dem rechtskonservativen Kontrahenten. Alemanno, der vor zwei Jahren gegen Veltroni eine vernichtende Wahlniederlage erlitten hatte, warf der Linken in seinem jüngsten Wahlkampf vor allem vor, nicht genügend gegen die Kriminalität getan zu haben. Er galt auch als Anwärter auf einen Ministerposten in der neuen Regierung von Silvio Berlusconi.

Etwa 63 Prozent der mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten gingen bei der zweitägigen Stichwahl zu den Urnen. Bei dem ersten Wahlgang waren vor zwei Wochen noch 80 Prozent abstimmen gegangen.

ssu/AP/dpa

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