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Politik

Training von Streitkräften

Bundeswehr setzt Ausbildung im Irak aus

Wegen zunehmender Spannungen stoppt Deutschland vorerst die Ausbildung irakischer Streitkräfte. Es soll sich um eine Vorsichtsmaßnahme handeln. Konkrete Hinweise auf Angriffe gegen deutsche Ziele gebe es nicht.

DPA

Bundeswehrsoldaten bei einer Übung (Symbolbild)

Mittwoch, 15.05.2019   13:34 Uhr

Die Bundeswehr hat den Ausbildungsbetrieb für die Streitkräfte im Irak wegen der zunehmenden regionalen Spannungen ausgesetzt. Der Schritt sei zu Wochenbeginn zusammen mit den Partnern der Anti-IS-Koalition vollzogen worden, heißt es aus Militärkreisen. Die Aufmerksamkeit mit Blick auf eine größer werdende Bedrohung sei gestiegen. Am Mittwoch wurden auch die Verteidigungspolitiker des Bundestages informiert.

Es gebe allerdings keine konkreten Hinweise auf direkte Angriffe auf deutsche Ziele, teilte ein Sprecher der Bundesregierung mit - auch keine eigenen Hinweise auf eine höhere Gefahr. Dennoch bleiben die Soldaten den Angaben nach zunächst in den Lagern, unnötige Fahrten außerhalb würde es vorerst nicht geben. Die gesamte Aussetzung sei reine Vorsichtsmaßnahme, sagte der Sprecher weiter. Sie sei temporär, die Ausbildung könnte auch in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden.

Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak beteiligt und hat im Irak etwa 160 deutsche Soldaten stationiert. Davon sind etwa 60 Soldaten in einem Militärkomplex in Tadschi, nördlich von Bagdad, wo die Ausbildung für Kräfte der irakischen Streitkräfte läuft. Etwa hundert Soldaten sind im Kurdengebiet im Norden des Landes.

Im Iran-Konflikt hatten die US-Streitkräfte erst am Dienstag ihre Alarmstufe für die im Irak und in Syrien stationierten Truppenteile der Anti-Terror-Operation Inherent Resolve (OIR) erhöht. Mögliche Bedrohungen gegen US-Truppen im Irak würden beobachtet, hieß es.

asa/dpa

insgesamt 4 Beiträge
Farhad 15.05.2019
1. Ein Abzug wäre angesagt.
Die Tendenz zur einen Eskalation ist eindeutig. Die D Kräfte stellen zwar keine Gefahr in der Region dar und sind in keinem Konflikt beteiligt. Aber es ist durchaus vorstellbar, dass die D/EU Kräfte Ziel irgendwelcher Angriffe [...]
Die Tendenz zur einen Eskalation ist eindeutig. Die D Kräfte stellen zwar keine Gefahr in der Region dar und sind in keinem Konflikt beteiligt. Aber es ist durchaus vorstellbar, dass die D/EU Kräfte Ziel irgendwelcher Angriffe werden. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Dritter eine Attacke ausübt mit dem Ziel, Legitimation der US-Aggregation zu propagieren sowie politische Unterstützung von Europa zu gewinnen. Ein kurzfristiger Abzug ist in Erwägung zu ziehen.
madmorty 15.05.2019
2. So so....
da wird der Iran als zunehmende Bedrohung für die Sicherheit von Personal vor Ort aufgebaut um im Bedarfsfall zuschlagen zu können. Es stinkt zum Himmel. Der IS ist weg und jetzt wird der nächste Gegner aufgebaut. Wem nützt [...]
da wird der Iran als zunehmende Bedrohung für die Sicherheit von Personal vor Ort aufgebaut um im Bedarfsfall zuschlagen zu können. Es stinkt zum Himmel. Der IS ist weg und jetzt wird der nächste Gegner aufgebaut. Wem nützt es am Ende? Spon sollte mal recherchieren was die eigentlichen Beweggründe sind. Ich bedanke mich bei dem britischen General Ghika für den Mut sich neutral zu äußern. Es gibt keine Bedrohung durch den Iran!
latrodectus67 15.05.2019
3. Iran Konflikt
Nun ist es schon ein Iran Konflikt. Die Spannungen gehen vom Weißen Haus aus. Aber sprachlich muss der schwarze Peter in den Medien natürlich beim Iran festgestellt werden. Pompeo meinte die USA würden nicht angreifen sondern [...]
Nun ist es schon ein Iran Konflikt. Die Spannungen gehen vom Weißen Haus aus. Aber sprachlich muss der schwarze Peter in den Medien natürlich beim Iran festgestellt werden. Pompeo meinte die USA würden nicht angreifen sondern sich nur wehren. Gleiwitz ich hör Dich trapsen. Ich würde vermuten, dass Herr Bolton nun endlich seinen Krieg gegen den Iran bekommt. Und viele Menschen werden für diese "Spiele" ihr Leben und ihre Gesundheit verlieren. Mal sehen wie China und Russland auf den wahrscheinlich kommenden, aber völkerrechtswidrigen, Angriffkrieg der USA antworten werden. Vielleicht brauchen wir uns keine Sorgen mehr um Brexit, AfD und Weihnachten 2020 zu machen.
JusWal 15.05.2019
4. Ein bisschen mehr Journalismus?
Ginge das? "Es soll sich um eine Vorsichtsmassnahme handeln", aber "konkrete Hinweise ... gebe es nicht". Offensichtlich sind die "Spannungen" nur zunehmend gefühlt, zunehmende Spannungen könnte [...]
Ginge das? "Es soll sich um eine Vorsichtsmassnahme handeln", aber "konkrete Hinweise ... gebe es nicht". Offensichtlich sind die "Spannungen" nur zunehmend gefühlt, zunehmende Spannungen könnte man ja analysieren. Der Artikel ist pures journalistisches Nudging. Schade, SPON!

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