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Politik

Inhaftierter Reporter in der Türkei

Menschenrechtsgerichtshof befasst sich mit Fall Deniz Yücel

Neuigkeiten im Fall Deniz Yücel: In Kürze will sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit seiner Klage gegen die Untersuchungshaft in der Türkei befassen. Zuletzt hatte Kanzlerin Merkel erneut seine Freilassung gefordert.

Getty Images

Protestplakate mit Yücel-Konterfei

Freitag, 26.05.2017   07:08 Uhr

Seit mehr als 100 Tagen sitzt der "Welt"-Reporter Deniz Yücel in der Türkei in Haft - nun will sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit seinem Fall befassen.

Das Straßburger Gericht habe die Beschwerde Yücels gegen dessen Untersuchungshaft angenommen und wolle sie nun zügig behandeln, berichtete die "Welt". Das gehe aus einem Schreiben des Gerichts hervor, das Yücels Anwalt Veysel Ok am Donnerstag zugestellt wurde.

In dem Schreiben heißt es demnach, der Fall Yücels solle "vorrangig behandelt" und "in kürzest möglicher Zeit untersucht werden". Der Journalist wird seit Februar in der Türkei gefangen gehalten. Ihm werden "Volksverhetzung und Terrorpropaganda" vorgeworfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete ihn zudem als deutschen Spion und Agenten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Die Bundesregierung hat scharfe Kritik an dem Verfahren geäußert und dringt auf die Freilassung Yücels. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Rande des Nato-Gipfels in Brüssel erneut die Freilassung des Reporters gefordert.

Inzwischen hat die Türkei zudem einen Besuch von Botschafter Martin Erdmann bei Yücel genehmigt. Erdmann werde Deniz Yücel wohl "in einigen Wochen" besuchen können, sagte ein Außenamtssprecher. Zuletzt hatte der deutsche Generalkonsul in Istanbul, Georg Birgelen, die Genehmigung erhalten, Yücel im Gefängnis zu besuchen.

Yücel meldete sich unterdessen mit einer Botschaft aus dem Gefängnis zu Wort. In einem "Welt"-Beitrag berichtete er von den Haftbedingungen und davon, dass er erstmals seit seiner Haft den Sportplatz des Gefängnisses betreten durfte.

vks/dpa/AFP

insgesamt 23 Beiträge
gehirngebrauch 26.05.2017
1. die
heutige bundesregierung mit ihrem verständnis von der welt, was soll man dazu schon sagen ? ........"Der Gerichtshof kann jedoch mangels Exekutivbefugnissen nur Restitutionen in Form von Entschädigungszahlungen gegen den [...]
heutige bundesregierung mit ihrem verständnis von der welt, was soll man dazu schon sagen ? ........"Der Gerichtshof kann jedoch mangels Exekutivbefugnissen nur Restitutionen in Form von Entschädigungszahlungen gegen den handelnden Staat verhängen"........ , damit sollte ja klar sein wie das alles erdogan juckt. und es juckt ihn noch weniger, da ja ein türke yücel auf türkischem boden von einem rechtsmäßigen türkischen gericht verurteilt werden soll. die möglichen 5 jahre bis zur verurteilung sind halt das pech des türken yücel mit "doppelpass".
hartmund 26.05.2017
2. Und was ist
mit den vielen anderen Inhaftierten, die auf ihre Haftbegründung warten?
mit den vielen anderen Inhaftierten, die auf ihre Haftbegründung warten?
j.cotton 26.05.2017
3. Der Europäische Hof(hund) mag bellen,
Alleine, die Ziegenherde wird unbeirrt weiterziehen! (Bin nur mal gespannt, wann diese spannt, dass es zum Schlachthof geht...)
Alleine, die Ziegenherde wird unbeirrt weiterziehen! (Bin nur mal gespannt, wann diese spannt, dass es zum Schlachthof geht...)
ptb29 26.05.2017
4. Gibt es nur diesen einen eingesperrten Menschen in der Türkei?
Oder sind die Journalisten besonders betroffen, weil es einer der ihren ist? Auch über die anderen eingesperrten Oppositionellen darf berichtet werden.
Oder sind die Journalisten besonders betroffen, weil es einer der ihren ist? Auch über die anderen eingesperrten Oppositionellen darf berichtet werden.
Atheist_Crusader 26.05.2017
5.
Was soll der EGMR denn machen? Im Zweifelsfall wird die Türkei einfach austreten. Das wäre doch gelacht, wenn irgendwelche komischen Menschenrechte sie daran hindern würden jene zu bestrafen die angeblich gegen sie arbeiten. [...]
Was soll der EGMR denn machen? Im Zweifelsfall wird die Türkei einfach austreten. Das wäre doch gelacht, wenn irgendwelche komischen Menschenrechte sie daran hindern würden jene zu bestrafen die angeblich gegen sie arbeiten. Wir reden hier immerhin von einem Land das aller Wahrscheinlichkeit nach die Todesstrafe wiedereinführen möchte. Menschenrechte stehen da nicht hoch im Kurs.

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