Schrift:
Ansicht Home:
Politik

US-Kongress

Geheimdienstausschuss hat keine Beweise für Trumps Abhörvorwürfe

"Eindeutig im Unrecht": Auch der Geheimdienstausschuss des Kongresses hat keinerlei Beweise für die Abhörvorwürfe von Donald Trump gegen seinen Vorgänger Barack Obama. Doch der US-Präsident lässt nicht locker.

REUTERS

Devin Nunes

Donnerstag, 16.03.2017   02:18 Uhr

Schon als er die schweren Vorwürfe gegen Barack Obama erhob, hatte Donald Trump keine Beweise geliefert. Sein Vorgänger habe ihn abhören lassen, hatte der US-Präsident vor knapp zwei Wochen behauptet. Auch das Justizministerium brachte bislang keine Belege vor und ließ eine Frist des Kongresses verstreichen. Nun teilte der Geheimdienstausschuss des Kongresses mit, dass es keinerlei Beweise für die Abhörvorwürfe gebe.

Der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, Devin Nunes, sagte am Mittwoch: "Ich glaube nicht, dass es ein tatsächliches Anzapfen des Trump Towers gab." Er fügte hinzu: "Wenn Sie Trumps Tweets wörtlich nehmen, dann war der Präsident eindeutig im Unrecht." Trump habe die Sorge, dass andere staatliche Stellen ihn oder seine Mitarbeiter kontrolliert hätten, und das werde man herausfinden.

Auch Justizminister Jeff Sessions distanzierte sich von den Vorwürfen. Er sagte, er habe Trump keinen Grund geliefert, zu glauben, dass dieser abgehört werde.

Doch Trump ließ auch am Mittwoch nicht locker. In einem Interview mit dem von ihm favorisierten TV-Sender Fox News sagte Trump: "Ich glaube, Sie werden in den kommenden beiden Wochen einige sehr interessante Dinge sehen, die an die Oberfläche kommen." Der Terminus "Abhören", den Trump auf Twitter gebraucht hatte, umfasse eine Vielzahl von Dingen, sagte er kryptisch.

Das Weiße Haus war bereits in den vergangenen Tagen von Trumps unbelegten Vorwürfen abgerückt. Sein Sprecher Sean Spicer sagte, Trump habe das Abhören nicht wörtlich gemeint, sondern in Anführungszeichen. Mit "Abhören" habe er Überwachung und ähnliche Aktivitäten gemeint.

Trump hatte das angebliche Abhören zu einer Staatsaffäre stilisiert und Obama als "kranken Typen" bezeichnet. Der frühere US-Präsident hatte die Anschuldigungen deutlich zurückgewiesen. Auch der frühere Geheimdienstdirektor James Clapper hatte ein Abhören verneint. FBI-Direktor James Comey hatte das Justizministerium aufgefordert, sich von den Vorwürfen zu distanzieren. Es gibt bisher keinen einzigen Beleg für Trumps Anschuldigungen.

Umfragen unter Trumps Anhängern ergaben, dass sie dem Abhörverdacht in großer Mehrheit Glauben schenken.

max/dpa

insgesamt 46 Beiträge
fli_wa_tüt 16.03.2017
1. Ach ja...
Die Peinlichkeiten nehmen kein Ende. Langsam merken die Republikaner, dass es nicht so einfach ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Dachten sie doch, dass sie den politischen Neuling, der keine erkennbaren Überzeugungen hat, [...]
Die Peinlichkeiten nehmen kein Ende. Langsam merken die Republikaner, dass es nicht so einfach ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Dachten sie doch, dass sie den politischen Neuling, der keine erkennbaren Überzeugungen hat, außer, dass er der Größte, der Beste und der Schlaueste ist, leicht für ihre Zwecke einspannen können. Wer Trump im Vorwahlkampf beobachte hat, wusste, dass das nicht funktionieren würde, da dieser Mensch keinerlei Disziplin hat und gegen alles und jeden vorgeht, der ihm auch nur vermeintlich, dem ihm zustehenden Respekt verweigert. Die Tatsache, dass former President Obama bei der Mehrheit der Amerikaner um ein Vielfaches beliebter ist als er, geht natürlich garnicht. Seit heute Abend ist auch klar, woher er die Information übers wiretapping hat. Tusch: aus der New York Times! Dies hat er gerade in einem Interview mit Fox News gesagt.Die NYT hatte im Januar über Überwachung berichtet, allerdings mit keinem Wort erwähnt, dass Obama irgendeine Überwachung von Trump angeordnet hat. 2 Sätze später sagte Trump, wie unehrlich die NYT st. Ja wat denn nu? Entweder die NYT lügt, dann glaubt man nicht, was drin steht oder sie berichtet Fakten, dann ist sie ehrlich. Beides geht nicht. Trump lebt in seiner eigenen Welt und wird der GOP und dem Amt des Presidenten noch erheblichen Schaden zufügen mit seinen unbeherrschten, vor Lügen strotzenden Ausfällen.
stimmtschon 16.03.2017
2. Nsa
Seit Snowden wissen wir, dass der NSA die ganze Welt abhört. Selbst Angela Merkels Handy wurde angezapft. Warum sollte der NSA also vor dem Trumptower Halt machen? Die Fragen sind nur, inwieweit man das Obama in die Schuhe [...]
Seit Snowden wissen wir, dass der NSA die ganze Welt abhört. Selbst Angela Merkels Handy wurde angezapft. Warum sollte der NSA also vor dem Trumptower Halt machen? Die Fragen sind nur, inwieweit man das Obama in die Schuhe schieben kann und ob Trump die NSA-Praxis zu ändern gedenkt.
sven2016 16.03.2017
3.
Was soll man dazu sagen? Unbeeindruckt von der Realität macht der kranke arme Mann einfach weiter mit den irren Behauptungen. Und seine Schlägertruppe findet das richtig gut. Günstigenfalls wird man ihn während der vier [...]
Was soll man dazu sagen? Unbeeindruckt von der Realität macht der kranke arme Mann einfach weiter mit den irren Behauptungen. Und seine Schlägertruppe findet das richtig gut. Günstigenfalls wird man ihn während der vier Jahre lahmlegen können. Mehr geht wohl nicht, solange die Republikaner zwar leicht kritisieren, aber dann doch immer mitmachen. Verlorene Zeit für die USA.
JerryKraut 16.03.2017
4. Trump
lebt in seiner eigenen Realität. Ein Impeachment ist nur eine Frage der Zeit.
lebt in seiner eigenen Realität. Ein Impeachment ist nur eine Frage der Zeit.
Entsetzen 16.03.2017
5. Ich glaube, ich verstehe Trump:
Zuhören ist auch eine Form von Abhören...
Zuhören ist auch eine Form von Abhören...

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP