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Politik

Chaos im Weißen Haus

Trump-Mitarbeiter dachten offenbar über Massenrücktritt nach

US-Präsident Trump verstört auch seine Mitarbeiter. Ein anonymer Insider behauptet: Eine Zeit lang erwogen Trump-Gegner im Weißen Haus ein "Midnight Self-Massacre".

Geoff Burke/ USA TODAY Sports/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Weißen Haus

Freitag, 08.11.2019   10:35 Uhr

Planten Mitglieder der Regierungsmannschaft von US-Staatschef Donald Trump wegen der schlechten Arbeitsbedingungen unter ihm einen Massenrücktritt im zweiten Jahr seiner Präsidentschaft?

Das behauptet ein anonymer Autor in dem neuen Buch "A Warning", aus dem die "New York Times", die "Washington Post" und weitere US-Medien vorab in Auszügen zitieren.

Der - nach Eigenauskunft - hochrangige Angehörige der Trump-Regierung schreibt, um auf die schlechte Amtsführung des Präsidenten aufmerksam zu machen, habe man ein "Midnight Self-Massacre", also einen politischen Massenselbstmord, geplant. Die Idee des Massenrücktritts sei aber verworfen worden, um eine bereits trudelnde Regierung nicht noch weiter zu destabilisieren.

Der Autor ist laut "New York Times" derselbe, der in dem Blatt bereits vor gut einem Jahr anonym ein Essay aus dem Inneren der Trump-Regierung schrieb und auch damals schon zahlreiche Vorwürfe gegen den Präsidenten erhob.

AP

Donald Trump auf dem Weg zu einer Pressekonferenz im Weißen Haus

Wie die "Times" weiter schreibt, bedient sich der Autor - oder die Autorin - mehrerer Analogien, die auf einen "waschechten Republikaner aus dem Establishment" hindeuteten. Viele der politischen Entscheidungen, von Steuersenkungen bis zur Ernennung konservativer neuer Verfassungsrichter, finde der Anonymus weiter richtig.

Spätestens aber als Donald Trump laut dem Anonymus aus persönlichem Groll verhindern wollte, dass die US-Flagge auf dem Weißen Haus für den verstorbenen Senator John McCain (Republikaner) auf Halbmast gesetzt wird, habe das für ihn "das Fass zum Überlaufen gebracht".

Anonymus: Trump "verdient es, gefeuert zu werden"

Der Autor übt auch Selbstkritik an seinem Essay vom September 2018. Damals beinhaltete sein Text noch den Hinweis, die "Erwachsenen" in der Administration könnten den Präsidenten kontrollieren und die größten Fehler Trumps verhindern. Er habe "grundfalsch" gelegen, zitiert die "Times" aus dem Buch.

Hauptanliegen des Autors: Trump "verdient es, gefeuert zu werden", zitiert die "Times" aus dem Buch des Anonymus. Allerdings solle dies nicht mittels einer Amtsenthebung geschehen, weil das zusätzlichen Schaden anrichte. Trump dürfe aber nicht wiedergewählt werden, sonst seien die USA in ernster Gefahr.

Warum der Autor anonym bleibt, erklärt er laut "New York Times" damit, dass Trump bei Kritik immer mit persönlichen Angriffen reagiere und damit vom Inhalt ablenke.

Die eher negative Buchbesprechung der "Times" schließt mit einer Aussage Trumps, die laut dem Anonymus so auch im Weißen Haus gefallen sein soll. Mehrere Medien zitieren den Satz als Reaktion Trumps auf ein für ihn offenbar zu kompliziert geschriebenes Memo. Der Präsident habe gewütet, schreibt der Anonymus: "Was, verdammte Scheiße, ist das? Das sind nur Wörter. Ein Haufen Wörter. Das bedeutet gar nichts."

cht

insgesamt 92 Beiträge
syt 08.11.2019
1. Denken kann
man an viel ! Handeln müsst ihr !
man an viel ! Handeln müsst ihr !
spon_5047963 08.11.2019
2. Massenaustritt aus dem White House ...
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Nur Mut . Leider werden Hunderte "Schleimer" und "Stiefellecker" unmittelbar Eure Plätze einnehmen. Das Prinzip des DT ist, sein kriminelles, unseriöses , den USA UND der [...]
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Nur Mut . Leider werden Hunderte "Schleimer" und "Stiefellecker" unmittelbar Eure Plätze einnehmen. Das Prinzip des DT ist, sein kriminelles, unseriöses , den USA UND der Welt schädigendes Handeln als "normal" zu bezeichnen. Wie ein US-Jounalist in Sachen Trump beispielhaft sagte: "Herr Richter, ich wusste ja nicht, dass bewaffneter Banküberfall nicht legal ist.Also bin ich unschuldig."
DougStamper 08.11.2019
3. Und es ändert?
Jeden Tag neue Skandale, jeder halbwegs Bewusstseins klare Mensch weiß das Trump ein selbstherrlicher arroganter douchebag ist, trotzdem steht kaum ein Republikaner auf. Kaum einer geht auf Distanz. Sie küssen ihm die Füße. [...]
Jeden Tag neue Skandale, jeder halbwegs Bewusstseins klare Mensch weiß das Trump ein selbstherrlicher arroganter douchebag ist, trotzdem steht kaum ein Republikaner auf. Kaum einer geht auf Distanz. Sie küssen ihm die Füße. Die GOP ist zum absoluten Witz mutiert. Traurig.
JensS 08.11.2019
4. Mir ist unbegreiflich wieso Leute noch für Trump arbeiten.
Er selbst fordert immer Loyalität ist aber alles andere als Loyal. Auch Guilliani wird noch bereuen jemals für ihn gearbeitet zu haben, genauso wie sein Botschafter in Europa der vor kurzem im Repräsentantenhaus gearbeitet hat. [...]
Er selbst fordert immer Loyalität ist aber alles andere als Loyal. Auch Guilliani wird noch bereuen jemals für ihn gearbeitet zu haben, genauso wie sein Botschafter in Europa der vor kurzem im Repräsentantenhaus gearbeitet hat. Die neue Strategie der Republikaner lautet wohl: Guilliani, Sondland und Mulvaney haben auf eigene Faust gehandelt um ihre eigenen Interessen durchzusetzen... https://www.washingtonpost.com/powerpost/house-gop-looks-to-protect-trump-by-raising-doubts-about-motives-of-his-deputies/2019/11/07/aaa14efa-0173-11ea-8bab-0fc209e065a8_story.html
thorgur 08.11.2019
5. Anonymous ist auch nur ein Mitläufer
Die Macht von Leuten wie Trump basiert auf der Willfährigkeit genau dieser Mitläufer. Sehen das etwas falsch ist und nichts tun bedeutet, dass man das Falsche unterstützt. Mit anonymen Abhandlungen wird nichts erreicht.
Die Macht von Leuten wie Trump basiert auf der Willfährigkeit genau dieser Mitläufer. Sehen das etwas falsch ist und nichts tun bedeutet, dass man das Falsche unterstützt. Mit anonymen Abhandlungen wird nichts erreicht.

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