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Politik

Donald Trump attackiert Jeff Sessions

"Ich habe keinen Justizminister"

Der US-Präsident verschärft den Ton gegen seinen Justizminister: Er sei unzufrieden mit Jeff Sessions' Arbeit, sagte Donald Trump. Dabei gehe es nicht mehr bloß um dessen Verhalten in der Russlandaffäre.

MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Donald Trump

Donnerstag, 20.09.2018   09:45 Uhr

Schon mehrfach hat US-Präsident Donald Trump seinen Justizminister Jeff Sessions kritisiert, Ende Mai bereute er dessen Ernennung sogar öffentlich. Bei der Kritik ging es bisher vor allem um die Tatsache, dass sich Sessions wegen Befangenheit aus den Ermittlungen in der Russlandaffäre zurückgezogen hat. Nun legte Trump in einem Interview mit dem Fernsehsender Hill.TV noch einmal besonders heftig nach.

Sessions sei abwesend und mache sich in seiner Rolle als oberster Jurist des Landes schlecht, sagte Trump. "Ich habe keinen Justizminister. Das ist sehr traurig." Der US-Präsident kritisierte auch ganz allgemein die Arbeit Sessions' - und nicht mehr nur in Bezug auf die Russlandermittlungen: "Ich bin nicht glücklich mit zahlreichen Dingen, nicht nur mit diesem Fall", sagte Trump. Konkret nannte er die Grenzpolitik.

Sessions hatte sich kurz nach Amtsantritt wegen seiner Rolle in Trumps Wahlkampfteam in den Ermittlungen zur Russlandaffäre für befangen erklärt und sich daraus zurückgezogen. Die Oberaufsicht über die Russlandermittlungen führt seitdem Vizejustizminister Rod Rosenstein. Er setzte im Mai 2017 Robert Mueller als Sonderermittler ein.

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Anfang August forderte Trump Sessions dazu auf, die Untersuchungen von Mueller wegen der möglichen russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl 2016 umgehend zu stoppen. Mueller sei in der Sache vollkommen voreingenommen, und sein Team mache "eine schmutzige Arbeit, die eine Schande für die USA" sei, twitterte Trump. Sessions ist allerdings der falsche Adressat, er ist für Mueller gar nicht zuständig.

Im Juli sagte Trump in einem Interview mit der "New York Times", er hätte Sessions nicht mit dem Ministerposten betraut, wenn er gewusst hätte, dass dieser sich in der Russlandaffäre für befangen und damit für nicht zuständig erklären würde.

AP

Jeff Sessions

Trumps Berater hatten ihm von einer Entlassung des Justizministers abgeraten, weil diese einen Umsturz in den Ermittlungen zur Russlandaffäre nach sich ziehen könnte. Republikanische Senatoren sagten außerdem, sie würden die Ernennung eines neuen Justizministers nicht bekräftigen. Der Senator für South Carolina, Lindsey Graham, sagte vor wenigen Wochen, Trump verdiene einen Justizminister, dem er vertraue.

Im TV-Interview sagte Trump nun auf die Frage, ob er Sessions entlassen werde: "Wir werden sehen, was passiert. Viele Menschen haben mich gebeten, es zu tun. [...] Ich bin sehr enttäuscht von Jeff. Sehr enttäuscht."

mal/AP

insgesamt 53 Beiträge
geee63 20.09.2018
1. Lindsey
Lindsey Graham ist ein Mann und US Senator aus Süd-Carolina.
Lindsey Graham ist ein Mann und US Senator aus Süd-Carolina.
meresi 20.09.2018
2. Oida Fuchs
Deine Eskapaden werden jahrelang die Komiker am Leben erhalten, sowie die Filmindustrie nach deinem Abgang.
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Beijinger 20.09.2018
3. Hier fragt sich
wer ungeeigneter für seinen Job ist. Ein "Präsident", der wichtige Personalien per Twitter in die Welt raushaut, ist für mich als "Arbeitgeber" und direkter Vorgesetzter völlig ungeeignet. Aber er aus einfach zu blöd, das [...]
wer ungeeigneter für seinen Job ist. Ein "Präsident", der wichtige Personalien per Twitter in die Welt raushaut, ist für mich als "Arbeitgeber" und direkter Vorgesetzter völlig ungeeignet. Aber er aus einfach zu blöd, das selbst zu reflektieren.
hahewo 20.09.2018
4. Minister der Regierung unter Trump
Er sieht diese Minister als sein, nur ihm verpflichtetem Eigentum an. Sie sind nur dazu da, damit der Mist den dieser Republikaner täglich, ja stündlich verzapft, nicht noch mehr stinkt. Damit man ihn nicht, wie es sich [...]
Er sieht diese Minister als sein, nur ihm verpflichtetem Eigentum an. Sie sind nur dazu da, damit der Mist den dieser Republikaner täglich, ja stündlich verzapft, nicht noch mehr stinkt. Damit man ihn nicht, wie es sich eigentlich gehört, mit Schimpf und Schande aus der Regierung jagt. Die Wahl zwichen Clinton und Trump war die Wahl zwischen Teufel und Belzebub. Aber wir in Deutschland sollten uns nicht aufregen, wurde doch bei uns genau so ein Unsinn verzapft, wie man in jüngster Vergangenheit sieht. Politiker kennen kein Volk, keinen Eid, eigentlich nichts ausser sich selbst und ihre Geldbörse. Sie gehörten alle vom Acker gejagt.
dasmagazin2017 20.09.2018
5. Ein Depp, wenn es um die Personalauswahl geht?
Wenn Trump schon wieder jemanden entlässt- den er bei seiner Einstellung noch als den bestgeeigneten für den Job bezeichnet hatte- dann zeigt er damit doch nur, dass er ständig die falschen Leute auswählt, also schlicht zu [...]
Wenn Trump schon wieder jemanden entlässt- den er bei seiner Einstellung noch als den bestgeeigneten für den Job bezeichnet hatte- dann zeigt er damit doch nur, dass er ständig die falschen Leute auswählt, also schlicht zu doof ist, die richtigen zu finden. Darüber sollte. Seine Fans mal nachdenken. Kein leader. So sad!

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