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Politik

Vorwürfe gegen Obama

Trump meinte nicht Abhören, als er Abhören twitterte

Es war anders gemeint: Trump-Sprecher Spicer hat die Abhörvorwürfe des US-Präsidenten gegen Obama relativiert. Allerdings ließ auch die Erklärung viele Fragen offen.

Foto: REUTERS
Dienstag, 14.03.2017   06:35 Uhr

In einer Reihe von Tweets hatte Donald Trump schwere Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama erhoben. Dieser hätte während des Wahlkampfes die Leitungen im Trump Tower in New York abhören lassen, behauptete Trump am 4. März. Beweise für die ungeheuerlichen Anschuldigungen blieb der US-Präsident bislang allerdings schuldig, der Kongress forderte Belege.

Stattdessen schwiegen sowohl Trump als auch das Weiße Haus gut eine Woche zu dem Thema. Bis jetzt. Nun sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, Trump habe gar nicht Abhören gemeint, als er über Abhören twitterte. "Der Präsident hat das Wort Abhören in Anführungsstrichen gebraucht und damit weitgehend Überwachung und andere Aktivitäten gemeint."

Tatsächlich setzte Trump in zwei von insgesamt vier Tweets zu dem Thema das Wort Abhören in Anführungszeichen, in den anderen beiden allerdings nicht.

Außerdem sagte Spicer bei der Pressekonferenz, dass es keine Zweifel gebe, dass die Obama-Regierung Überwachungsmaßnahmen während des Wahlkampfes angewiesen habe. Natürlich glaube Trump nicht, dass Obama persönlich involviert gewesen sei. Allerdings hatte der US-Präsident bei Twitter eindeutig Obama beschuldigt und ihn als bösen (kranken) Typen bezeichnet.

Die Fragen bei der Pressekonferenz drehten sich immer wieder um die Abhörvorwürfe. Spicer sagte, er habe persönlich mit Trump darüber gesprochen. Bitten, die Details der angeblichen Überwachung doch präziser zu erläutern, wich Spicer aus: "Es gibt eine Menge Taktiken, mit denen man jemanden abhören oder überwachen kann." Danach brach er das Briefing ab, bevor noch mehr Fragen kamen.

Sowohl Obama als auch sein Nationalsicherheitsdirektor James Clapper haben Trumps Vorwürfe deutlich zurückgewiesen.

Am Montag endete auch die Frist, die der Kongress dem Justizministerium gesetzt hatte, um Beweise für die Abhörvorwürfe zu liefern. Doch statt diese zu liefern bat die Behörde um mehr Zeit, um etwas vorlegen zu können.

max

insgesamt 104 Beiträge
Baustellenliebhaber 14.03.2017
1.
Mal wieder ein Versuch die Probleme die der Präsident durch sein Getwitter hervorruft mit fadenscheinigen Argumenten ungeschehen zu machen. Jetzt mal ein bisschen mehr Respekt lieber Spiegel, an der Erklärung haben bestimmt 5 [...]
Mal wieder ein Versuch die Probleme die der Präsident durch sein Getwitter hervorruft mit fadenscheinigen Argumenten ungeschehen zu machen. Jetzt mal ein bisschen mehr Respekt lieber Spiegel, an der Erklärung haben bestimmt 5 Formulierungsexpertem über eine Woche gearbeitet :-)
eunegin 14.03.2017
2. Trump - irre und kaum einzufangen
Seine ebenso schrägen Gefährten haben offensichtlich ziemlich Mühe, die irren und vor allem falschen Behauptungen (= Lügen!) wieder einzufangen. Wäre es irgendein kleines Land im Nirgendwo, wäre es ja unterhaltsam. So ist es [...]
Seine ebenso schrägen Gefährten haben offensichtlich ziemlich Mühe, die irren und vor allem falschen Behauptungen (= Lügen!) wieder einzufangen. Wäre es irgendein kleines Land im Nirgendwo, wäre es ja unterhaltsam. So ist es brandgefährlich und beschädigt unsere westliche Demokratie. Wie soll das enden? Bisher sind ja noch nicht einmal 100 Tage überstanden. Wer so wüst durch die Gegend pflügt, wird zwangsläufig noch großen Schaden anrichten. Einfach eine Frage des wann, nicht des ob.
ricson 14.03.2017
3.
Das ist einfach die Form von Ehrlichkeit die seine Wähler so an ihm schätzen. Wenn es darum geht auf den schwarzen ex-Präsidenten einzuschlagen braucht es keine Ehrlichkeit. Diese Leute haben sich mittlerweile in so vielen [...]
Das ist einfach die Form von Ehrlichkeit die seine Wähler so an ihm schätzen. Wenn es darum geht auf den schwarzen ex-Präsidenten einzuschlagen braucht es keine Ehrlichkeit. Diese Leute haben sich mittlerweile in so vielen Bereichen so tief in Lügen verstrickt, dass ich mich frage wie die da jemals wieder raus kommen wollen. Das macht mir echte Sorgen. Solche Personen richten gerne mal große Schäden beim Versuch gesichtswahrend aus einer ausweglosen Situation zu kommen an. Trump hat viele Anhänger die ihm sicher gerne treu bis zum Ende folgen. Sehr gerne sogar wenn es gegen die von ihnen so verhassten Liberalen geht.
vhn 14.03.2017
4. Fake News
Würde The Real Donald Trump dazu sagen...
Würde The Real Donald Trump dazu sagen...
KonradausAdenau 14.03.2017
5. Abhörtechniken
Vielleicht müsste Trump, wenn er Beweise vorgelegt, über neueste US-Abhörtechniken sprechen, was wiederum als Gefährdung der nationalen Sicherheit gewertet werden könnte. Also kann er sich nur in Andeutungen ergehen. Klar [...]
Vielleicht müsste Trump, wenn er Beweise vorgelegt, über neueste US-Abhörtechniken sprechen, was wiederum als Gefährdung der nationalen Sicherheit gewertet werden könnte. Also kann er sich nur in Andeutungen ergehen. Klar wird aber dabei, dass die Technik soweit fortgeschritten ist, dass man jedermann nahezu überall abhören kann - auch ohne das Telefon anzuzapfen.
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