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Politik

Acht-Stunden-Debatte

Macron redet und redet und redet

Er will nicht mehr als abgehobener Präsident gelten - darum stellt sich Emmanuel Macron in unterschiedlichen Foren den Franzosen zur Debatte, diesmal Intellektuellen im Élysée. Die meisten waren seiner Redelust nicht gewachsen.

MICHEL EULER/POOL/EPA-EFE/REX

Macron in Paris

Dienstag, 19.03.2019   14:45 Uhr

Die Veranstaltung stand unter dem Titel "Die zentralen Herausforderungen und künftigen Themen, mit denen Frankreich konfrontiert wird": Dazu diskutierte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron von Montagabend bis in die frühen Dienstagmorgenstunden. Insgesamt acht Stunden und zehn Minuten lang - damit stellte der Politiker einen eigenen Rederekord auf.

Anlass für das Gespräch mit Intellektuellen und Forschern über die Lage in Frankreich waren die Gelbwesten-Proteste, die am vergangenen Wochenende wieder erstarkt waren.

Konkrete Ergebnisse werden im April erwartet

Als Macron die Marathon-Debatte morgens um 2.30 Uhr endlich schloss, hatten sich die Reihen im Festsaal des Élysée-Palasts allerdings bereits deutlich gelichtet. Viele der gut 60 Intellektuellen und Wissenschaftler hatten sich mit Blick auf die fortgeschrittene Uhrzeit verabschiedet.

Die Veranstaltung bildete den Abschluss der "großen nationalen Debatte", mit der Macron eine Antwort auf die Gelbwesten-Proteste geben wollte. Konkrete Ergebnisse will der Präsident erst im April präsentieren.

vks/AFP

insgesamt 11 Beiträge
yippieh 19.03.2019
1. Feiger Macron
Ich war zufällig bei den Gelbwestenausschreitungen 2018 in Paris. Das waren eher keine Gelbwesten sondern Terror. Nichts anderes. Es ging um Terror, Lynchen, Vernichten und Rechts/Linksradikalen Hass durch Vermummte. Auch [...]
Ich war zufällig bei den Gelbwestenausschreitungen 2018 in Paris. Das waren eher keine Gelbwesten sondern Terror. Nichts anderes. Es ging um Terror, Lynchen, Vernichten und Rechts/Linksradikalen Hass durch Vermummte. Auch zugereist. Dieser Teil gehört ganz anders ausgeschaltet. Ich versteh die Gelbwesten/Bürger aber verachte verwüstende, Tote in Kauf nehmende Kriminelle. Ganz unabhängig von reagierenden Polizisten. Aber wer da Polizeigewalt schreit der war nicht live vor Ort und den kann ich nicht ernst nehmen. Ganz unabhängig von teils auch kriminellen "Eliten". Ein Wunder, dass noch kein Polizist Schusswaffen gezielt eingesetzt hat. ICH hätte es an diesem WE damals bei diesen vermummten Pack (noch viel zu nett dieses Wort) getan.
im_zweifel_linksradikal 19.03.2019
2. Ergebnisse erst im April?
Warum will Macron sich erst im April zu dieser Debatte äußern? War sie eine öffentliche oder eine geschlossene Debatte? Gibt es Leaks?
Warum will Macron sich erst im April zu dieser Debatte äußern? War sie eine öffentliche oder eine geschlossene Debatte? Gibt es Leaks?
Hoellenhagen 19.03.2019
3. Es gibt eben Leute, die quatschen und Leute die tun.
Eine gute Kombination hat Helmut Schmidt gefunden, der den Leuten das erklärte, was er tat. Aber es muss immer die Tat im Mittelpunkt der Arbeit eines verantwortlichen Politikers stehen und nicht sein Gequatsche.
Eine gute Kombination hat Helmut Schmidt gefunden, der den Leuten das erklärte, was er tat. Aber es muss immer die Tat im Mittelpunkt der Arbeit eines verantwortlichen Politikers stehen und nicht sein Gequatsche.
Mister Stone 19.03.2019
4. Vive la parole
"Die zentralen Herausforderungen und künftigen Themen, mit denen Frankreich konfrontiert wird" Woher kommen diese "zentralen Herausforderungen"? Sind sie etwa Naturereignisse, unter denen Frankreich leidet? [...]
"Die zentralen Herausforderungen und künftigen Themen, mit denen Frankreich konfrontiert wird" Woher kommen diese "zentralen Herausforderungen"? Sind sie etwa Naturereignisse, unter denen Frankreich leidet? Wurde deshalb das Passivum gewählt? Oder hat Macron diese "zentralen Herausforderungen" mit seiner Politik heraufbeschworen und damit erst verursacht? Nicht Frankreich leidet, die Franzosen leiden. Sie wurden und werden herausgefordert, weil sie Monaten verarscht werden. Und nun wehren sie sich. Wie schade für Macron, dass seine Landsleute keine deutschen Duckmäuser sind und sich auch nicht durch nächtelanges Gelaber zu solchen erziehen lassen.
Beat Adler 19.03.2019
5. Tun ohne vorher zu debattieren geht in einer Demokratie NICHT!
Tun ohne vorher zu debattieren geht in einer Demokratie NICHT! Entscheiungen und Umsetzungen Derselben brauchen Zeit. Alles Andere ist Diktatur! Die Massnahmen, unmittelbar Wirksame und Zukuenftige, werden in Frankreich [...]
Zitat von HoellenhagenEine gute Kombination hat Helmut Schmidt gefunden, der den Leuten das erklärte, was er tat. Aber es muss immer die Tat im Mittelpunkt der Arbeit eines verantwortlichen Politikers stehen und nicht sein Gequatsche.
Tun ohne vorher zu debattieren geht in einer Demokratie NICHT! Entscheiungen und Umsetzungen Derselben brauchen Zeit. Alles Andere ist Diktatur! Die Massnahmen, unmittelbar Wirksame und Zukuenftige, werden in Frankreich niemals die Gelbwesten Proteste beenden. Das geht dort nicht, das waere total unfranzoesisch. Nicht debattieren sondern gleich loslegen, die Helikopter mit Geld fuellen und ueber den Leuten abwerfen, der Versuch also die Proteste gleich zu ersticken, geht heutzutage auch nicht mehr! Ausserdem..... Frankreich ist eine freiheitlich-rechtsstaatliche Demokratie. Formaljuristisch ist Vieles moeglich, politisch aber NICHT machbar! Frankreich kann keine vergitterten Busse bereitstellen und Hunderte, gar Tausende verhaften, das VORBEUGEND(!) und in einem Fussballstadium solange unterbringen, bis jeder Einzelfall geklaert ist! Der Diktator Pinochet in Chile tat es. Das kann nur eine Diktatur, so wie von Gelbwesten gewuenscht, ehemaliger General an die Staatsspitze(!), denn der Macron soll endlich ueber der angeblich so verarmten Masse Geld abwerfen. Auch das geht nur in einer Diktatur. Hugo Chaves tat es in Venezuela. Frankreich wird mit der Zerstoerungswut leben, so wie bisher, hunderte abgefackelte Autos in den Banlieus provozierten auch keine diktatorischen Massnahmen. Jede verantwortliche Regierung einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie muss lernen auf dem Hochseil zu balancieren: Repression nur wenn wirklich unbedingt noetig, nachgeben und zusehen, wenn immer moeglich! Verhaftete Deutschland VOR dem G20 Gipfel in Hamburg eventuelle Krawallmacher vorbeugend? Nein! Deswegen die Schaeden. Sie wurden in Kauf genommen. Die Regierung zeigte damit eine demokratische Reife. mfG Beat

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