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Politik

EU-Gipfel

Juncker verdrückt zum Abschied Tränen

Fast 150-mal war Jean-Claude Juncker bei einem EU-Gipfel dabei. Nun hat der scheidende Kommissionschef seinen wohl letzten bestritten. Zum Schluss wurde er emotional.

OLIVIER HOSLET/EPA-EFE/REX

Jean-Claude Juncker: "Es würde viel zu lange dauern, meine Erfolge aufzuzählen"

Freitag, 18.10.2019   16:55 Uhr

Am Ende versagte Jean-Claude Juncker die Stimme. "Ich werde bis zum Ende meines Lebens stolz darauf sein, Europa gedient haben zu dürfen", sagte der scheidende Präsident der Europäischen Kommission mit Tränen in den Augen. Es war wohl sein letzter EU-Gipfel, der 147. insgesamt in seiner jahrzehntelangen Karriere als luxemburgischer Premierminister und seit 2014 im jetzigen Amt.

Juncker dankte EU-Ratspräsident Donald Tusk für seine Freundschaft und "Komplizenschaft" - und auch Tusk zeigte sich emotional, denn auch er scheidet bald aus dem Amt. Einen Kollegen und Freund nannte er Juncker und dankte den Journalisten dafür, "dass Sie so lange mit uns wach geblieben sind und sogar über einige unserer Witze gelacht haben" - was wiederum einige Lacher provozierte.

Erfolge und Niederlagen

Und damit hatten sich die beiden auch schon wieder gefangen. Auf die Frage nach seinem Vermächtnis frotzelte Juncker: "Es würde viel zu lange dauern, meine Erfolge aufzuzählen und wenn noch die Niederlagen dazukämen, wären wir noch morgen hier." Darauf Tusk: "Für ihn würde es zu lange dauern, für mich zu kurz."

Die ernsthafte Würdigung übernahm Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer eigenen Pressekonferenz. Als Dienstälteste habe sie den beiden im Kreis der Staats- und Regierungschefs gedankt, berichtete Merkel. Als sie im Dezember 2005 erstmals an einem EU-Gipfel teilgenommen habe, sei Juncker - damals als luxemburgischer Ministerpräsident - schon fast zehn Jahre dabei gewesen. "Man sieht was für ein Urgestein der europäischen Geschichte er ist", sagte die Kanzlerin.

Juncker scheidet aus dem Amt, sobald die neue EU-Kommission seiner Nachfolgerin Ursula von der Leyen vom EU-Parlament bestätigt und eingesetzt ist - nicht vor dem 1. Dezember. Zu dem Datum gibt auch Tusk sein Amt ab, an den Belgier Charles Michel.

asa/dpa

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