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Politik

SPON-Umfrage

Anhänger von Union und SPD sehen kaum Unterschiede bei der Europawahl

Rund eineinhalb Wochen vor der Europawahl liegt die Union klar vor der SPD. Aber warum eigentlich? Bei einer SPON-Umfrage geben Anhänger beider Lager an, dass sie inhaltlich kaum Differenzen sehen.

Matthias Schrader/AP

Europawahl-Plakate von SPD und Union

Dienstag, 14.05.2019   14:55 Uhr

Bei der Europawahl geht es um das Schicksal des Kontinents - da sind sich die Spitzenkandidaten Manfred Weber (EVP) und Katarina Barley (SPD) bei ihren Wahlkampfauftritten einig. Ein weiterer Machtzuwachs für Rechtspopulisten soll bei der Abstimmung verhindert werden. Aber trotzdem scheint der Wahlkampf zumindest in Deutschland nicht so recht in Schwung zu kommen.

Rund eineinhalb Wochen vor der Abstimmung über die neuen Parlamente in Brüssel und Straßburg hat sich das Meinungsbild unter den Wählern zuletzt offenbar kaum verändert. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE.

Dort kommen CDU und CSU zurzeit auf gut 30 Prozent, wenn am Sonntag gewählt würde. Im Vergleich zur vorherigen Befragung bedeutet das ein Minus von 1,2 Prozentpunkten. Auf die SPD entfallen knapp 17 Prozent, die Sozialdemokraten konnten damit leicht zulegen (plus 0,7 Prozentpunkte). Sie liegen damit aber nach wie vor nur auf Platz drei hinter den Grünen, die sich um 0,9 Punkte verbesserten. Die AfD rangiert mit knapp 11 Prozent auf Platz vier. FDP und Linke kommen demnach auf gut 7 Prozent.

Wem sie am 26. Mai ihre Stimme geben wollen, scheint bei den deutschen Wählern keine Entscheidung zu sein, die sie von den Programmen der Parteien abhängig machen. Die Frage lautete: Wie stark unterscheiden sich SPD und CDU/CSU Ihrer Meinung nach inhaltlich im Bezug auf die kommenden Europawahl?

"Weniger stark" antworteten 46,1 Prozent der potenziellen Unions-Wähler. "Sehr stark" sagten nur 12,5 Prozent. (Stichprobenfehler: 3,5 Prozent).

Bei den Anhängern der SPD sah es ähnlich aus: 47,4 Prozent antworteten so auf diese Frage. "Sehr stark" urteilten 12,9 Prozent. (Stichprobenfehler 4,3 Prozent).

Personen, die vermutlich die AfD wählen wollten, reagierten wesentlich drastischer auf die Frage: 55,2 Prozent antworteten mit "gar nicht" darauf, ob sich Union und SPD inhaltlich stark unterscheiden (Stichprobenfehler 4,6 Prozent).



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Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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insgesamt 38 Beiträge
Sonnenberger 14.05.2019
1. Zahlen wie im Bund
Die Umfrage-Zahlen in der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl sind nahezu identisch mit den Zahlen zur Sonntagsfrage zur Europawahl. D.h. jede/r wählt was er/sie immer wählt. Merkt man auch an den Wahlplakaten, inhaltslos sind. [...]
Die Umfrage-Zahlen in der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl sind nahezu identisch mit den Zahlen zur Sonntagsfrage zur Europawahl. D.h. jede/r wählt was er/sie immer wählt. Merkt man auch an den Wahlplakaten, inhaltslos sind. Das heißt dass nicht mal die Politiker wissen, was sie mit dieser Wahl anfangen sollen.
multimusicman 14.05.2019
2. Das ist ganz einfach: die SPD hat ein S
in ihrem Namen. Wofür stand das mal ? Genau... und je mehr das vergessen wird, desto mehr wird die Partei dafür abgestraft. Da helfen dann kleine Korrekturen nicht mehr.
in ihrem Namen. Wofür stand das mal ? Genau... und je mehr das vergessen wird, desto mehr wird die Partei dafür abgestraft. Da helfen dann kleine Korrekturen nicht mehr.
GoaSkin 14.05.2019
3. Inhalte sind zweitrangig
Bei Wahlen geht es nicht nur um Inhalte, sondern vor allem um die fachliche und persönliche Kompetenz (werdender) Politiker und deren Einstellung. Was sich die Parteien hingegen in ihr Programm schreiben, bestimmt hingegen kaum [...]
Bei Wahlen geht es nicht nur um Inhalte, sondern vor allem um die fachliche und persönliche Kompetenz (werdender) Politiker und deren Einstellung. Was sich die Parteien hingegen in ihr Programm schreiben, bestimmt hingegen kaum die Themen des zukünftigen politischen Tagesgeschäftes. In der Politik werden vor allem aktuelle Anliegen behandelt, die zeitgemäße Antworten verlangen und weniger das, was sich die Parteien einmal in ihr Programm geschrieben haben. Und da ticken CDU und SPD unterschiedlich - mögen ihre Programme noch so ähnlich sein.
j.c78. 14.05.2019
4. Nicht die Partei ist entsprechend, sondern die mögliche Koalition
Nich jeder, dem die SPD sympathisch ist, kann sich mit einer rot-grünen Koalition anfreunden. Noch weniger Wechselwähler könnten sich vermutlich mit rot-rot-grün anfreunden. Aber welcher Arbeiter in der Industrie muss nicht [...]
Nich jeder, dem die SPD sympathisch ist, kann sich mit einer rot-grünen Koalition anfreunden. Noch weniger Wechselwähler könnten sich vermutlich mit rot-rot-grün anfreunden. Aber welcher Arbeiter in der Industrie muss nicht befürchten, dass sein Job in der Produktion aus ökologischen Gründen künftig wegfällt oder ins weniger kritische Ausland abwandert?
pommes14 14.05.2019
5. Volt
ich kann dem Artikel nur zustimmen. Beim Wahlomat habe ich durch Zufall mal die Partei, die als letztes auf dem Stimmzettel steht (Volt), mit in den Vergleich genommen. Und ich war überrascht, dass ich als Befürworter von Europa [...]
ich kann dem Artikel nur zustimmen. Beim Wahlomat habe ich durch Zufall mal die Partei, die als letztes auf dem Stimmzettel steht (Volt), mit in den Vergleich genommen. Und ich war überrascht, dass ich als Befürworter von Europa dort über 92 % bekam.

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