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Politik

Kritik an Macron

Frankreich weist Trumps Vorwurf der Einmischung in Iran-Politik zurück

"Niemand spricht für die USA außer die USA selbst", hatte US-Präsident Trump das Vermittlungsangebot aus Paris brüsk abgewiesen. Frankreichs Regierung lässt der Rüffel kalt.

Adriano Machado / Reuters

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian: Paris braucht "keine Erlaubnis", um sich über Iran zu äußern

Samstag, 10.08.2019   00:02 Uhr

Frankreich hat den Vorwurf von US-Präsident Donald Trump, sich in die Iran-Politik der Vereinigten Staaten einzumischen, zurückgewiesen. Frankreich brauche "keine Erlaubnis", um sich über Iran zu äußern, erklärte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian. Die Regierung setze sich für den Frieden und die Sicherheit sowie eine Deeskalation der Spannungen in der Region ein.

Trump hatte seinen französischen Kollegen Emmanuel Macron zuvor scharf angegriffen. Macron tauscht sich regelmäßig mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani aus und hat signalisiert, dass er gerne zwischen Washington und Teheran vermitteln würde. "Ich weiß, dass es Emmanuel gut meint, wie all die anderen, aber niemand spricht für die USA außer die USA selbst", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die Verschärfung der Spannungen in der Region erfordere "politische Initiativen, um Bedingungen für einen Dialog zu finden", erklärte Le Drian nun. Dafür setze Macron sich gemeinsam mit den Partnern Frankreichs ein. "Natürlich hält er die amerikanischen Behörden auf dem Laufenden, fügte der Außenminister hinzu. Es müsse alles getan werden, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu verhindern.

Im Video: Trump maßregelt Macron

Foto: Ludovic Marin/ REUTERS

Frankreich dementierte unterdessen einen Bericht, wonach Macron ein Treffen zwischen Trump und Rohani arrangieren wollte. Macron habe nie einen solchen Vorschlag gemacht, teilte der Elysée-Palast mit.

Das Webmagazin "Al-Monitor" hatte am Dienstag berichtet, Macron habe den iranischen Präsidenten zum G7-Gipfeltreffen im französischen Biarritz vom 24. bis 26. August eingeladen, damit er Trump treffen könne. In dem Bericht, der sich auf zwei nicht näher benannte Quellen bezog, hieß es, Rohani habe abgelehnt. Der Konflikt mit Iran dürfte eines der zentralen Themen des Gipfeltreffens in Biarritz sein.

Trump hatte im Mai 2018 den Ausstieg seines Landes aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran verkündet. Er verfolgt seitdem eine Politik des maximalen Drucks gegen Teheran, seine Regierung verschärfte mehrfach die Sanktionen gegen Iran. Frankreich hält aber wie Deutschland weiter an dem Atomabkommen fest.

Im Zuge des Iran-Konflikts gab es in den vergangenen Wochen wiederholt Spannungen und Zwischenfälle in der Golfregion. So beschlagnahmte Iran mehrere Öltanker in der strategisch bedeutenden Straße von Hormus.

mkl/AFP

insgesamt 21 Beiträge
Poli Tische 10.08.2019
1. Schlimm wäre es, wenn sich Europa....
nicht mehr in die Politik des US-Präsidenten einmischen würde. Der derzeitige Oberbefehlshaber legt sich mit der ganzen Welt an, verursacht maximales Chaos und verlangt, dass die von ihm beschimpften Verbündeten ihn bei seinem [...]
nicht mehr in die Politik des US-Präsidenten einmischen würde. Der derzeitige Oberbefehlshaber legt sich mit der ganzen Welt an, verursacht maximales Chaos und verlangt, dass die von ihm beschimpften Verbündeten ihn bei seinem Irrsinn unterstützen. Wie lange wird die USA, die Welt noch zusehen, wie dieser Narzisst alle Errungenschaften der Zivilisation und die Weltwirtschaft zerstört?
steinhai 10.08.2019
2. Ein erster, aber richtiger Schritt.
Europa muss verstehen das sie es nicht mehr mit dem altem Amerika zu tun haben. Amerika unter Trump ist kein wirklicher Verhandlungspartner oder Verbündeter mehr. Amerika first, sagt doch schon alles. Schon viel früher hätte [...]
Europa muss verstehen das sie es nicht mehr mit dem altem Amerika zu tun haben. Amerika unter Trump ist kein wirklicher Verhandlungspartner oder Verbündeter mehr. Amerika first, sagt doch schon alles. Schon viel früher hätte man Trump, Massregeln müssen und ihm nicht alles durch gehen lassen. Trump ist wie ein kleines Kind, das austesten will, wie weit es gehen kann. Leider hat Europa bislang alles mit sich machen lassen und Trump wurde immer dreister. Verträge und Abkommen werden einfach gebrochen und die Welt wird von Amerika erpresst. Jedes Land wird bedroht, das sich nicht dem Willen der USA, unterwerfen will. Das geht schon lange zu weit. Man muss Amerika zeigen das sie ohne den Rest der Welt, nichts sind. Es kann nicht angehen das Amerika macht was es will, und keiner macht den Mund auf. Auch die Wirtschaft der USA ist vom Rest der Welt abhängig. Trump zündelt wo er nur kann. Das ist eine Gefahr für den Weltfrieden. Auch Deutschland muss endlich geschlossen gegen die Machenschaften der USA vor gehen. Warum hört man von Merkel kein Wort? Aus Angst das Amerika mehr Steuern gegen Deutsche Firmen ausruft? Sollen sie doch. Deutschland kann das selbe machen und der Rest der Welt auch. So wäre es ein schwerer Schlag für die USA und Trump wäre gezwungen seine Politik zu ändern. Was ich auch nie verstehe ist, warum Deutschland nicht schon lange den Amerikanischen Botschafter, Grenel ausgewiesen hat? Dieser Mensch hat Deutsche Firmen bedroht und mischt sich regelmässig in die inner Deutsche Angelegenheiten ein. Jedes andere Land hätte so einen Menschen schon lange in sein Land zurück geschickt. Es ist wirklich Zeit zu handeln, bevor Trump die ganze Welt in einen Krieg verwickelt, der das Ende für alle bedeuten könnte.
Ventil4tor 10.08.2019
3.
Kann es sein, das die USA keine Deeskalation will? Trump stieg einseitig aus dem Iran-Deal aus und hat bisher nichts zu einer friedlichen Lösung beigetragen. Andere wollen es aber und das scheint der Trump Regierung nicht zu [...]
Kann es sein, das die USA keine Deeskalation will? Trump stieg einseitig aus dem Iran-Deal aus und hat bisher nichts zu einer friedlichen Lösung beigetragen. Andere wollen es aber und das scheint der Trump Regierung nicht zu passen. Hauptsache Donald schreibt weiter Liebesbriefchen mit Kim, sehr wichtig...
dirkcoe 10.08.2019
4. Natürlich hat Frankreich recht
Je größer der Druck auf Trump wird, je hysterischer wird dessen Gekreische. Da er aber in allen Bereichen versagt und keinerlei Erfolge vorzuweisen hat - Kim zeigt ihm den Stinkefinger, Iran ignoriert ihn weitgehend und China [...]
Je größer der Druck auf Trump wird, je hysterischer wird dessen Gekreische. Da er aber in allen Bereichen versagt und keinerlei Erfolge vorzuweisen hat - Kim zeigt ihm den Stinkefinger, Iran ignoriert ihn weitgehend und China zeigt ihm klar seine Grenzen auf, hat Trump längst jegliche Kontrolle verloren. Sein Twittern ist nur noch Ausdruck von Hilflosigkeit.
Tom__ 10.08.2019
5. Bravo Frankreich
Nach dem Irak und Lybien soll jetzt auch noch der Iran 'destabilisiert' werden? Wie oft denn noch? Schon die Sanktionen bedeuten Krieg. Niemand benötigt eine kriegslüsterne USA welche marodierend ein Land nach dem anderen [...]
Nach dem Irak und Lybien soll jetzt auch noch der Iran 'destabilisiert' werden? Wie oft denn noch? Schon die Sanktionen bedeuten Krieg. Niemand benötigt eine kriegslüsterne USA welche marodierend ein Land nach dem anderen ins Chaos treibt. Tretet zurück, ihr Boltons und Netanjahus wenn ihr nicht lernfähig seid! Die Welt benötigt liebevolle, gerechte und friedfertige Führer!

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