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Politik

Nach versuchtem Anschlag

Soros-Stiftung warnt vor zunehmender Hetze

Wenige Tage nachdem ein Sprengsatz im Briefkasten von US-Milliardär George Soros gefunden wurde, hat seine Stiftung eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin wird eine folgenschweren Verrohung der Sitten angeprangert.

REUTERS

George Soros

Mittwoch, 24.10.2018   11:37 Uhr

Immer wieder wird der umstrittene Milliardär George Soros von Rechtsextremen aus Osteuropa und den USA attackiert. Nachdem am Montag eine Briefbombe auf seinem Anwesen gefunden wurde, hat seine Stiftung nun einen Brief veröffentlicht. Darin warnt die Soros-Stiftung vor einer wachsenden Gefahr durch Hass und Hetze.

"Die Politik des Hasses, die heute unseren Diskurs in den USA und in so vielen Ländern der Welt prägt, fördert Extremismus und Gewalt", heißt es in der Stellungnahme der Open Society Foundation. "In diesem Klima der Angst, der Lügen und des zunehmenden Autoritarismus kann schon der bloße Ausdruck eigener Ansichten zu Todesdrohungen führen." Es drohe eine folgenschwere Verrohung der Sitten.

Nach Polizeiangaben fand ein Angestellter die Briefbombe auf Soros' Anwesen in Bedford nördlich von New York im Briefkasten. Soros selbst war nicht zuhause. Medienberichten zufolge ließen Sprengstoffexperten den verdächtigen Gegenstand explodieren. Inzwischen ermittelt die Anti-Terror-Abteilung des FBI.

Der 1930 in Ungarn geborene Holocaust-Überlebende Soros hat sich durch seinen Einsatz für Menschenrechte und als links verortete Gesellschaftsideale weltweit Feinde gemacht. In Ungarn ist er seit Längerem Ziel scharfer Angriffe der rechts-konservativen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán. Dieser beschuldigt ihn unter anderem, eine "Masseneinwanderung" von Muslimen nach Europa zu organisieren. Soros' Stiftung zog deshalb Anfang Oktober von Ungarn nach Berlin um.

In den USA unterstützt Soros seit Jahren die Demokraten und spendete unter anderem für die Präsidentschaftswahlkämpfe von Barack Obama und Hillary Clinton. US-Präsident Donald Trump und andere Republikaner äußerten sich mehrfach abfällig über sein Wirken.

Video: Hass im Internet - DER SPIEGEL live

Foto: DER SPIEGEL

asc/dpa

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