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Politik

Schwedische Klimaaktivistin in London

"Viel zu lange standen die Leute an der Macht im Weg"

In London wurde die 16 Jahre alte Greta Thunberg von der Extinction-Rebellion-Bewegung wie ein Popstar gefeiert. Die Umweltaktivisten hatten zuletzt Teile des Verkehrs lahmgelegt, mehr als 800 wurden festgenommen.

Victoria Jones/DPA

Greta Thunberg spricht in London vor der Extinction-Rebellion-Bewegung

Montag, 22.04.2019   00:09 Uhr

Klimaaktivistin Greta Thunberg ist mit frenetischem Jubel in Großbritannien empfangen worden. Hunderte Demonstranten der Extinction-Rebellion-Bewegung begrüßten sie mit "Wir lieben dich"-Rufen am Marble Arch am Hyde Park in London. Die Schwedin war nach einem Besuch in Rom und einem Handschlag mit Papst Franziskus mit dem Zug weiter nach London gereist. Dort wollte sie sich auch mit Labour-Chef Jeremy Corbyn und der Grünen-Vorsitzenden Caroline Lucas treffen.

Die 16-jährige Schwedin kritisierte erneut eine zu mangelhafte Bereitschaft der Politik zum Handeln gegen den Klimawandel. "Viel zu lange standen die Politiker und die Leute an der Macht im Weg, ohne irgendetwas zu tun, um gegen die Klimakrise und die ökologische Krise zu kämpfen", sagte sie. "Aber wir werden sicherstellen, dass sie nicht länger damit davonkommen."

Victoria Jones/DPA

Die Menschen in London feierten Thunberg wie einen Popstar

Mit Schulstreik zum Vorbild

Mit ihrem Schulstreik war sie zum Vorbild von Tausenden für das Klima protestierenden Schülern und jungen Erwachsenen geworden. "Wir haben uns heute versammelt, weil wir gewählt haben, welchen Weg wir nehmen wollen. Und jetzt warten wir darauf, dass die anderen unserem Beispiel folgen."

Extinction Rebellion und die Teilnehmer der Schülerproteste seien diejenigen, die einen Unterschied machen würden. "Wir werden niemals aufhören, für diesen Planeten und für uns selbst, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder und Enkel zu kämpfen", sagte Thunberg.

Mindestens 831 Menschen festgenommen

Bei den britischen Behörden kam der Protest der Extinction Rebellion nicht so gut an. Nach Demonstrationen der Gruppe wurden in den vergangenen Tagen 831 Menschen festgenommen, die englische Zeitung "The Guardian" schrieb sogar von 963. Die Bewegung hatte am Wochenende Teile des Verkehrsnetzwerkes lahmgelegt.

Dem "Guardian" sagte Londons Bürgermeister Sadiq Khan, dass diese Störungen "kontraproduktiv" im Kampf gegen den Klimawandel seien.

Thunberg hatte zuvor Rom besucht und ist nach einem Handschlag mit Papst Franziskus mit dem Zug weiter nach London gereist.

hba/dpa

insgesamt 381 Beiträge
minimalmaxi 22.04.2019
1. Greta Great
"Viel zu lange standen die Politiker und die Leute an der Macht im Weg, ohne irgendetwas zu tun, um gegen die Klimakrise und die ökologische Krise zu kämpfen" Genau so ist ist! Es ist doch beschämend, dass Kinder und [...]
"Viel zu lange standen die Politiker und die Leute an der Macht im Weg, ohne irgendetwas zu tun, um gegen die Klimakrise und die ökologische Krise zu kämpfen" Genau so ist ist! Es ist doch beschämend, dass Kinder und Jugendliche uns diese einfache Wahrheit um die Ohren hauen müssen - und wir trotzdem noch nach Ausflüchten suchen, um weiterhin untätig zu bleiben. Klimakabinette, Klimakonferenzen - davon haben wir wahrlich genug gehabt und sind keinen Schritt vorangekommen.
waldgeist 22.04.2019
2. Sie hat absolut recht
Es ist schade, dass es erst eine Jugendliche wie Greta braucht, um diese simple Wahrheit in die Köpfe der Menschen zu bringen. Danke.
Es ist schade, dass es erst eine Jugendliche wie Greta braucht, um diese simple Wahrheit in die Köpfe der Menschen zu bringen. Danke.
konterspieler 22.04.2019
3. Welche Kraft auch immer sich das hat einfallen lassen, ein so schmächtiges Mädchen von 15 Jahren mit einem solchen Geist auszustatten,
die muss einen weisen Plan verfolgt haben: denn vor dem Klimawandel hatten schon Viele gewarnt, doch zugehört haben nur Wenige - bis Greta Thunberg kam. Denn ihr Mut, ihr Wissen und ihre Klugheit, die gesamte Weltpolitik frontal [...]
die muss einen weisen Plan verfolgt haben: denn vor dem Klimawandel hatten schon Viele gewarnt, doch zugehört haben nur Wenige - bis Greta Thunberg kam. Denn ihr Mut, ihr Wissen und ihre Klugheit, die gesamte Weltpolitik frontal anzugreifen und ihr Untätigkeit zu bescheinigen, wie Greta das in Kattowitz und Davos gemacht hat, das hat die Weltöffentlichkeit in ungläubiges Staunen versetzt und die Jugend überall auf die Strassen getrieben, wie seit der Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg nicht mehr. Hinzu kommt noch, das dieses junge Mädchen aus Schweden kommt, einem Land das unverdächtig ist, andere Länder dominieren zu wollen, weil es seit 500 Jahren in keinen europäischen Krieg mehr verwickelt war, seitdem der Schwedenkönig Gustav Adolph mit seinen Truppen in den Dreissigjährigen Krieg eingegriffen hat. So kann Greta Thunberg überall reden und findet leichter überall Gehör, ohne das sie auf Antipathien und Ressentiments trifft, die z.B. einem jungen Menschen aus Deutschland entgegen gebracht werden würden. Greta Thunberg ist ein "historischer Glücksfall", sozusagen die Idealbesetzung einen weltweit notwendigen Kampf gegen die Klimakrise zu initiieren und zu inspirieren. Wir sollten ihr jeden möglichen Erfolg wünschen, denn es ist schon sehr spät: 5 Minuten nach Zwölf für die Klimarettung...!
ulisses 22.04.2019
4. so so
isoliert gelesen liest sich dieser Satz von Greta wie der Satz eines extremen Revoluzzers, der das Ancient Regime hinwegfegen will. Robbespiere lässt grüßen. Ich hoffe, dass es nicht so kommt. Revolutionen, egal unter welcher [...]
isoliert gelesen liest sich dieser Satz von Greta wie der Satz eines extremen Revoluzzers, der das Ancient Regime hinwegfegen will. Robbespiere lässt grüßen. Ich hoffe, dass es nicht so kommt. Revolutionen, egal unter welcher Flagge und mit welch schöner Absicht, zerschlagen meist nur, als dass sie was Gutes aufbauen. Nach der Revolution kam bisher meistens eine Diktatur. Zurück zu Greta: Soll ich sie beim Wort nehmen? War sie nicht gerade als Humanity's Next Super Saint beim Papst, passend zum Osterfest? Hat sie das wirklich alleine mit ihren Eltern so arrangiert? Ich will auch keine schmelzenden Polkappen. Ich will mehr Naturschutz. Aber unsere europäischen und deutschen Politiker, die G. aus dem Weg räumen will, sind von uns demokratisch gewählt und damit legitimiert. Zudem sind diese Menschen nicht besser und schlechter als "Wir". Der Klimawandel ist nicht durch einen simplen Machtwechsel oder durch tausende von Demos aufzuhalten. Greta und Mitdemonstranten fordern (Und machen ein paar Vorschläge). Die Lösung kann aber nur zusammen mit Expertinnen Technikerinnen und Wissenschaftlerinnen erfolgen. Also liebe Greta und Mitdemonstrantinnen (Buben miteingeschlossen). Wenn unserer alten Generation nichts bahnbrechendes einfällt, dann seid ihr gefragt. Also ab in die Schule und Naturwissenschaftlern statt Sozialwissenschaften lernen.
sven2016 22.04.2019
5. Es ist an den Politikern aller ernsthaften
Parteien, zu beweisen, dass ihnen eine konkrete Umsetzung der bisher schon beschlossenen Klimaziele wichtig ist. Rhetorische „nicht hilfreich“- oder „nur für Profis“-Reflexe sind doch gerade das, wogegen die Kids auf die [...]
Parteien, zu beweisen, dass ihnen eine konkrete Umsetzung der bisher schon beschlossenen Klimaziele wichtig ist. Rhetorische „nicht hilfreich“- oder „nur für Profis“-Reflexe sind doch gerade das, wogegen die Kids auf die Straße gehen.
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