Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Griechenland-Referendum

Was nun, EU?

Das Nein der Griechen war deutlich: Mehr als 61 Prozent haben die Sparforderungen der Gläubiger abgelehnt. Die EU muss reagieren, der nächste Marathon der Krisensitzungen hat begonnen.

AFP

Hollande und Merkel: Ringen um eine gemeinsame Linie

Montag, 06.07.2015   10:59 Uhr

Jeroen Dijsselbloem ist enttäuscht vom griechischen Nein: "Dieses Ergebnis ist sehr bedauerlich für die Zukunft Griechenlands", sagte der Chef der Eurogruppe zum Referendumsergebnis über die Forderungen der internationalen Gläubiger am Sonntagabend. Für eine Erholung der griechischen Wirtschaft seien "schwierige Maßnahmen und Reformen unvermeidbar", kündigte er an.

Titelbild

Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 28/2015
Die Trümmerfrau
Scheitert der Euro, scheitert Merkels Kanzlerschaft

Bis zuletzt hatten EU-Spitzenpolitiker für eine Annahme der Gläubigervorschläge geworben und das Referendum zu einer Abstimmung über die europäische Währung erklärt - vergeblich. Das Ergebnis ist überraschend deutlich ausgefallen (lesen Sie hier die Analyse): 61,31 Prozent der Griechen haben nach Angaben des Innenministeriums in Athen mit Nein votiert. Nur 38,69 Prozent der Griechen billigten die Forderungen der Gläubiger. Auf dem Athener Syntagma-Platz feierten am Sonntagabend rund 6000 Menschen das Ergebnis.

Der griechische Premier Alexis Tsipras kündigte in einer Fernsehansprache an, ab Montag werde seine Regierung "die griechische Schuldenlast auf den Verhandlungstisch" legen. Die Regierung sei bereit zu "lebensfähigen Reformen, die von der Gesellschaft angenommen werden". Zugleich betonte Tsipras, dass der Ausgang des Referendums keinen Bruch mit Europa bedeute.

Getty Images

Jubel in Athen bei den Tsipras-Anhängern

Die EU muss nun klären, wie sie mit diesem Votum umgeht, sie ringt um eine gemeinsame Linie. Noch in der Nacht begann Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die Staats- und Regierungschefs "der anderen 18 Eurozonen-Mitglieder sowie die Spitzen der EU-Institutionen" zu konsultieren, wie in Brüssel mitgeteilt wurde. Die Krisendiplomatie läuft auf Hochtouren, hier ein Überblick über die anstehenden Termine:

MONTAG

DIENSTAG


Alle Entwicklungen zu Griechenland finden Sie hier unserem Liveblog.

heb/AFP/dpa

insgesamt 212 Beiträge
denkzone8 06.07.2015
1. noble gläubiger lassen die möbel im amtssitz(bild),
gerichts-vollzieher sind schwer zu motivieren.
gerichts-vollzieher sind schwer zu motivieren.
daysi129 06.07.2015
2. nicht schlimm
Einstellung der Zahlungen. Beginn der Lebensmittel und Medikamenten Lieferungen. Fertig. dass die 300 Mrd Euro zurück gezahlt werden, hat doch eh keiner geglaubt. natürlich hatten die Griechen recht, dass die Hilfe in die [...]
Einstellung der Zahlungen. Beginn der Lebensmittel und Medikamenten Lieferungen. Fertig. dass die 300 Mrd Euro zurück gezahlt werden, hat doch eh keiner geglaubt. natürlich hatten die Griechen recht, dass die Hilfe in die falsche Richtung laufen. aber dies ist unser wirtschaftsprinzip.
EuroLoser 06.07.2015
3.
Das Griechenland Votum war gelichzeitig der Todesstoß für Merkels EU Politik. Sie sollte möglichst bald eingestehen, dass sie mit ihrer Politik Deutschland großen Schaden zugefügt hat.
Das Griechenland Votum war gelichzeitig der Todesstoß für Merkels EU Politik. Sie sollte möglichst bald eingestehen, dass sie mit ihrer Politik Deutschland großen Schaden zugefügt hat.
kraus.roland 06.07.2015
4. Deutsche Neoliberale..
..fordern bereits: die Kanzlerin 'müsse jetzt den Grexit organisieren'! Glücklicherweise scheint diese vorlaute und überhebliche Frechheit an der Kanzlerin abzuperlen, wie ein unbefriedigender Regenschauer. Vielmehr geben uns [...]
..fordern bereits: die Kanzlerin 'müsse jetzt den Grexit organisieren'! Glücklicherweise scheint diese vorlaute und überhebliche Frechheit an der Kanzlerin abzuperlen, wie ein unbefriedigender Regenschauer. Vielmehr geben uns die Griechen eine goldene Gelegenheit die Fehler der Vergangenheit gemeinsam als neoliberalen Schwachsinn zu entlarven. Die Banken müssen endlich vom Sockel und ins Geschirre. Die Politik muss endlich das Heft in die Hand nehmen. Tsirpas sei Dank!
spontanistin 06.07.2015
5.
Jedes andere Land hätte bei gleicher Vorgeschichte und Aussicht auf fehlende Verbesserungen der aktuellen Notlagen genauso abgestimmt, wie diese Griechen. Immerhin scheint es ja 39% noch nicht so schlecht zu gehen - und diese [...]
Jedes andere Land hätte bei gleicher Vorgeschichte und Aussicht auf fehlende Verbesserungen der aktuellen Notlagen genauso abgestimmt, wie diese Griechen. Immerhin scheint es ja 39% noch nicht so schlecht zu gehen - und diese waren wohl die Hauptprofiteure der alten Politik!
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Fotostrecke

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP