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Politik

Großbritannien

Ukip-Chefin tritt zurück - nach nur 18 Tagen

Es ist noch keine drei Wochen her, dass sie die Führung der Brexit-Partei Ukip übernahm. Jetzt tritt Diane James schon wieder ab - wegen fehlender Rückendeckung.

AFP

Diane James

Mittwoch, 05.10.2016   10:25 Uhr

Diane James, Chefin der rechtspopulistischen UK Independence Party (Ukip) in Großbritannien, ist zurückgetreten. In einem Brief an die "Times", den sie auch auf Twitter verbreitete, erklärte sie den Schritt mit "persönlichen und beruflichen Gründen".

Seit ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden auf dem Ukip-Parteitag habe sie Gespräche mit Parteifunktionären über ihre künftige Rolle geführt, schreibt James. "Es ist klar geworden, dass ich weder die nötige Autorität noch die Unterstützung aller Funktionäre und Kollegen im Europaparlament habe, um die Veränderungen durchzusetzen, die ich für notwendig halte."

Britische Medien hatten unter Berufung auf Parteikreise zuvor berichtet, James trete aus familiären Gründen zurück.

James hatte erst Mitte September die Parteiführung von Nigel Farage übernommen. Ihre Rücktrittsankündigung führte nun umgehend zu Spekulationen über eine Rückkehr des Langzeit-Chefs. Farage äußerte sich zunächst ebenso wenig zum Rücktritt wie der einzige Ukip-Abgeordnete im Unterhaus, Douglas Carswell.

Farage hatte im Juli knapp zwei Wochen nach dem Brexit-Votum seinen Rückzug von der Parteispitze angekündigt. Er habe seinen Teil zum Brexit beigetragen. Bei seiner Abschiedsrede Mitte September forderte er die konservative Regierung auf, den Brexit nun auch konsequent umzusetzen. Dazu gehöre auch, den EU-Binnenmarkt zu verlassen. Ukip müsse den Druck aufrechterhalten.

James hatte bei ihrer Antrittsrede auf dem Ukip-Parteitag den Kampf gegen einen "Brexit lite", einen unvollständigen Austritt, angekündigt. Außerdem hatte sie das Ziel ausgerufen, Ukip zur zweitstärksten politischen Kraft hinter den Konservativen in Großbritannien zu machen.

asa

insgesamt 18 Beiträge
kuac 05.10.2016
1.
Die Brexiteere machen sich vom Acker, eins nach dem anderen. Mit der Umsetzung will keiner von denen was zu tun haben. Warum?
Die Brexiteere machen sich vom Acker, eins nach dem anderen. Mit der Umsetzung will keiner von denen was zu tun haben. Warum?
steinbock8 05.10.2016
2. wenn die Briten
das alles vorher geahnt hätten wäre es nie zum brexit gekommen die führenden Köpfe haben sich durchweg verabschiedet und überlassen den ganzen Schlamassel anderen ob alle Populisten weltweit so agieren auch in Deutschland [...]
das alles vorher geahnt hätten wäre es nie zum brexit gekommen die führenden Köpfe haben sich durchweg verabschiedet und überlassen den ganzen Schlamassel anderen ob alle Populisten weltweit so agieren auch in Deutschland bisher selbst wenn sie in den Parlamenten vertreten sind gab es noch keine erkennbaren Leistungen aus praktischer Arbeit zu sehen siehe Afd meistens kommen unsinnige Anträge und vorderungen
didoma 05.10.2016
3. Der Brexit und die unendliche Geschichte
Was werden uns die Briten noch alles aufzeigen bevor sie aus der EU gehen? Erst haben sie gesagt so schnell wie möglich dann Ende des Jahres dann Anfang des nächsten Jahres und nun im März. Dazu zerfleischen sich die [...]
Was werden uns die Briten noch alles aufzeigen bevor sie aus der EU gehen? Erst haben sie gesagt so schnell wie möglich dann Ende des Jahres dann Anfang des nächsten Jahres und nun im März. Dazu zerfleischen sich die Brandstifter selbst. Die EU muss endlich eine Regelung finde wo man Mitglieder rausschmeißen kann.
Fragen&Neugier 05.10.2016
4. Lebensfremde Sicht
Grossbritannien ist neben den USA DIE klassische Zweiparteiendemokratie. Wieso das so viele insbesondere Deutsche nicht verstehen können oder wollen, ist mir ein Rätsel. Hier eine kurze Erklärung: [...]
Grossbritannien ist neben den USA DIE klassische Zweiparteiendemokratie. Wieso das so viele insbesondere Deutsche nicht verstehen können oder wollen, ist mir ein Rätsel. Hier eine kurze Erklärung: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiparteiensystem Ukip wird mit dem Brexit verschwinden. Ihr Thema hat sich erledigt. Zudem hat sie im Unterhaus gerade mal einen Abgeordneten. Stark ist Ukip nur im EU-Parlament. Das Referendum hat David Cameron aufgelegt, nicht die Brexiteers, Johnson ist Aussenminister, er wäre gerne Premier geworden - hat eben nicht geklappt. Niemand hat sich "verabschiedet", Nigel Farage war Langzeitparteichef, EU-Abgeordneter wird er wohl bleiben und auch wieder gewählt werden ins EU-Parlament, falls der Brexit bei den nächsten EU-Wahlen nicht durch ist. Ukip wird im Land selbst ihre Sitze verlieren, an die Tories oder Labour. Mission completed. Das Brexitreferendum war kein Volksentscheid, sondern eine VolksBEFRAGUNG, die in vielen EU-Mitgliedstaaten wohl ein gleiches Ergebnis zeitigen würde. Sicher in Frankreich. Zu den Populisten und ihren Wählern, meint Houllebecqe: "Lange hat in Frankreich die Kommunistische Partei das Thema dominiert und war zumindest respektiert. Früher wurde das Volk, wurden die Proletarier, wie es damals hiess, fast wie Heilige verehrt. Man hielt sich zurück und hat immer gefragt, was wohl die Proletarier über dies und jenes denken. ... Heute werden sie offen wie rassistische und dumme Deppen behandelt. .... Sie sind alt, sie sind arm, sie sind dumm, und sie sind nicht gebildet." Sicher war das in Deutschland nie so stark, aber ähnlich, "der kleine Mann" war in Deutschland vor 30 Jahren das was der Proletarier in Frankreich. Heute sind das die AfD-Wähler aber auch LINKE-Wähler. Unsymphaten, Undemokraten, der Korb der Kläglichen (basket of deplorables nach Hillary Clinton). In den USA soll es massenweise T-Shirts nach diesem snobistischen Spruch geben. Als Gegner der AfD, der FPÖ, des FN und Co. würde ich mich hüten vor weiteren solchen pauschalen Wählerbeschimpfungen und mir mal Gedanken darüber machen, was ihren Erfolg ausmacht auch in Deutschland. Bei der österreichischen Bundeskanzlerwahl geht es auch um die EU-Frage. Während der letzten Griechenlandkrise sind in nur zwei Wochen genügend Unterschriften zusammengekommen und beim Parlament eingereicht worden für ein österreichisches Referendum zur EU-Mitgliedschaft. Die Abstimmung ist freiwillig, wie die zum Brexit auch. Einziger Unterschied: in GB war das Sache der Regierung - in A wäre das Parlament zuständig. Darum das Bibbern vor Norbert Hofer. Man befürchtet in Brüssel, der könnte sich für ein Referendum aussprechen als Bundespräsident. Anberaumen kann er es meines Wissens nicht, aber ich kenne mich da im Detail nicht aus in der österreichischen Verfassung. AfD-Gegner und Proletarier- oder Volksgegner - macht doch endlich die Augen auf!
Fragen&Neugier 05.10.2016
5. Ganz einfach ...
Wollen ist nicht können, Ukip spielt national keine Rolle, hat gerade mal einen einzigen Abgeordneten im Unterhaus. Anstimmung und Brexit sind allein Kompetenz der demokratisch gewählten Regierung und die wird sich wohl [...]
Zitat von kuacDie Brexiteere machen sich vom Acker, eins nach dem anderen. Mit der Umsetzung will keiner von denen was zu tun haben. Warum?
Wollen ist nicht können, Ukip spielt national keine Rolle, hat gerade mal einen einzigen Abgeordneten im Unterhaus. Anstimmung und Brexit sind allein Kompetenz der demokratisch gewählten Regierung und die wird sich wohl nicht "vom Acker" machen - die zieht den Brexit durch.

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