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Politik

Gastbeitrag in der "Washington Post"

Heiko Maas und Angelina Jolie kämpfen gegen sexuelle Gewalt

In vielen Teilen der Welt wird sexuelle Gewalt als Kriegs- und Terrortaktik eingesetzt. Am Montag leitet Außenminister Maas den Uno-Sicherheitsrat. Kurz zuvor verfasste er mit Uno-Botschafterin Angelina Jolie ein gemeinsames Statement.

REUTERS

Angelina Jolie vor Flüchtlingscamp Kutupalong bei Cox's Bazar, Bangladesch (Februar 2018)

Dienstag, 23.04.2019   12:27 Uhr

Außenminister Heiko Maas und die US-Schauspielerin Angelina Jolie haben in einem gemeinsamen Beitrag gegen sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten aufgerufen. Am Dienstag leitet Maas im Uno-Sicherheitsrat in New York eine Debatte zu diesem Thema.

Es habe in den vergangenen Jahrzehnten zwar Bemühungen gegeben, Kriegsverbrecher zur Verantwortung zu ziehen, schreiben Maas und Jolie in dem Brief, der in der "Washington Post" veröffentlicht wurde. Gleichermaßen könne man jedoch beobachten, dass internationale Gesetze von einer steigenden Intoleranz und einem geschwächten Einsatz für Menschenrechte behindert würden.

Insbesondere Frauenrechte seien in Gefahr - diesen würde in manchen Teilen der Erde mit offener Feindseligkeit begegnet. "Nirgends kann man diesen Rückgang (an Frauenrechten) so deutlich sehen wie in Kriegsgebieten und in Post-Konflikt-Situationen", heißt es in dem Schreiben. Vergewaltigungen und andere Formen sexueller Gewalt würden weltweit in Konflikten als Kriegs- und Terrortaktik genutzt. Es gebe zwar schon einzelne Fälle, in denen die Taten verfolgt würden. "Doch Straffreiheit ist immer noch die Norm", schreiben Maas und Jolie.

Kay Nietfeld/DPA

Heiko Maas (Archivfoto)

Die Straflosigkeit habe verheerende Folgen: Der kongolesische Arzt und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege etwa habe in seiner Klinik im Kongo drei Generationen vergewaltigter Frauen behandelt: Mutter, Tochter und Enkel im Kleinkindalter. "Wir haben beide Überlebende in Ländern wie Irak, Bosnien und Sierra Leone getroffen, die uns angefleht haben, etwas dagegen zu tun, dass sexueller Missbrauch in ihren Ländern nicht als Straftat geahndet wird", heißt es in dem Beitrag. "Das führt dazu, dass sexuelle Gewalt weitverbreitet ist."

Maas will Resolution präsentieren

Jolie und Maas wollen die Ermittlungsmöglichkeiten für diese Straftaten verbessern und die Einhaltung internationaler Normen, etwa von Uno-Resolutionen, stärken. Außerdem müssten Opfer besser unterstützt werden.

Ein Ansatz müsse dabei sein, auch Überlebende zu berücksichtigen, die sonst oft aus dem Fokus geraten: Jungen oder Männer und Kinder, die aus einer Vergewaltigung entstanden sind. Sie schreiben: "Alle Opfer verdienen einen vollen Zugang zu Gerechtigkeit, Kompensation und finanzieller Unterstützung, um ein würdevolles Leben zu leben und dazu fähig zu sein, eine Rolle dabei zu spielen, die Gesellschaft zu ändern."

Deutschland hat seit dem 1. April erstmals seit fast sieben Jahren für einen Monat den Vorsitz im mächtigsten Uno-Gremium. Maas will das am Dienstag dazu nutzen, eine Resolution zum Thema sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten zu präsentieren, die sich mit den in dem Brief genannten Punkten beschäftigt.

Die 43-jährige Jolie kämpft seit Jahren gegen sexuelle Gewalt in Krisengebieten und arbeitete dazu auch mit dem früheren britischen Außenminister William Hague zusammen. Für die Uno-Flüchtlingsorganisation UNHCR ist sie seit vielen Jahren tätig und wurde 2012 zur Sonderbotschafterin ernannt.

kry/dpa

insgesamt 49 Beiträge
silbenschleif 23.04.2019
1. Tolles Engagement
Neben dem Kampf gegen den Klimawandel ist dies ein wichtiges Anliegen sozialdemokratischer Politik.
Neben dem Kampf gegen den Klimawandel ist dies ein wichtiges Anliegen sozialdemokratischer Politik.
Claudia_D 23.04.2019
2. Das ist sehr schön...
... aber welchen Berater hat Herr Maas gehabt, hier was mit Frau Jolie zu veranstalten? Der Mann ist Bundesaußenminister, kein Schauspieler, der sich frei geben kann, auch wenn er mit einer liiert ist. Und Frau Jolie hat, mit [...]
... aber welchen Berater hat Herr Maas gehabt, hier was mit Frau Jolie zu veranstalten? Der Mann ist Bundesaußenminister, kein Schauspieler, der sich frei geben kann, auch wenn er mit einer liiert ist. Und Frau Jolie hat, mit Verlaub, ihre besten Jahre auch schon hinter sich, insbesondere seit ihrer Trennung von Herrn Pitt (dessen Karriere seitdem auch den Bach herunter geht). Ich weiß schon wieder, was jetzt kommt: "Heiko Maas und Natalia Wörner: liebt er Angelina Jolie?" SO. DÄMLICH. KANN. MAN. NICHT. SEIN. DER. REGENBOGENPRESSE.DIE.SCHLAGZEILEN.AUF.DEM.SILBERTABLETT.ZU.SERVIEREN.
alternativlos 23.04.2019
3. Gebt uns unsere Würde zurück
Die Wahrheit wäre schon mal ein guter Anfang, um nicht totgeschwiegen zu werden. Weiterhin Alles Gute
Die Wahrheit wäre schon mal ein guter Anfang, um nicht totgeschwiegen zu werden. Weiterhin Alles Gute
kabeljau77 23.04.2019
4. Es muss viel öfter gesagt und veröffentlicht werden
Guter Ansatz, das höchste UN Gremium zu nutzen um diesen Missstand in den Fokus zu bringen. Je mehr Personen dies dort machen umso besser. Ich hoffe inständig dass, die ewig gestrigen endlich überstimmt und die Täter zur [...]
Guter Ansatz, das höchste UN Gremium zu nutzen um diesen Missstand in den Fokus zu bringen. Je mehr Personen dies dort machen umso besser. Ich hoffe inständig dass, die ewig gestrigen endlich überstimmt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Letztendlich brauch die UN aber ein Weltweit gültiges und akzeptiertes Mandat um solche Verbrecher zu bestrafen, dem jedoch stehen Nationale Interessen und die ewig gestrigen im Wege.... ich hoffe wir schaffen es dennoch .
retterdernation 23.04.2019
5. Die PR der Schauspielerin und ihres Minister
nimmt ganz neue Dimensionen an in der Betrachtung. Maas macht jetzt auf International. Wieder einmal hat der Minister sich nicht im Griff, ist der erste Gedanke des subtilen Lesers. Wird Maas dafür bezahlt Gastbeiträge mit [...]
nimmt ganz neue Dimensionen an in der Betrachtung. Maas macht jetzt auf International. Wieder einmal hat der Minister sich nicht im Griff, ist der erste Gedanke des subtilen Lesers. Wird Maas dafür bezahlt Gastbeiträge mit Angelina Jolie zu schreiben, ist die 2. Frage des deutschen Steuerzahlers. Ein wahnsinnig trauriges Thema in der Menschheitsgeschichte wird damit zum Thema des Boulevard. Für die Opfer sexueller Gewalt wird sich trotzdem nichts ändern. Denn Krieg ist unbeherrschbar. Das Interesse an den Opfern doch eher ein schlechtes Schauspiel. Der Maas und die Schauspielerin - ...

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