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Politik

Erinnerung an Hitler-Stalin-Pakt

"Schmerz und Ungerechtigkeit werden niemals in Vergessenheit geraten"

Im August 1939 schlossen die Diktatoren Adolf Hitler und Josef Stalin einen Nichtangriffspakt. Das Abkommen kostet unzählige Menschen das Leben. Polen, Rumänien und die baltischen Staaten erinnerten nun an die Opfer.

DPA

Fatales Bündnis: Im August 1939 unterzeichneten der Außenminister des Deutschen Reiches, Joachim von Ribbentrop (links) und der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow (vorn) den Nichtangriffspakt. Hinten neben Ribbentrop Josef Stalin.

Freitag, 23.08.2019   12:07 Uhr

Der Pakt ging als Bündnis des Bösen in die Geschichte ein: Zum 80. Mal jährt sich am heutigen Freitag der Abschluss des Hitler-Stalin-Pakts. Um freie Hand beim Einfall in Polen zu haben, hatte Nazi-Deutschland mit der Sowjetunion einen Nichtangriffsvertrag geschlossen. Zu diesem gehörten auch Geheimprotokolle, in denen sich die beiden Diktatoren Adolf Hitler und Josef Stalin auf die Abgrenzung ihrer Interessengebiete einigten - mit fatalen Folgen für die dort lebenden Menschen.

Hunderttausende wurden verhaftet und deportiert. Sie sollten ihre Heimat nie mehr wiedersehen. Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben nun gemeinsam mit Polen und Rumänien an die Opfer stalinistischer und nationalsozialistischer Verbrechen erinnert. Die Außenminister der fünf Länder schrieben in einer gemeinsamen Erklärung: "Schmerz und Ungerechtigkeit werden niemals in Vergessenheit geraten. Wir werden uns erinnern".

Kampf gegen Manipulation historischer Tatsachen

Das Abkommen ebnete Nazi-Deutschland in der Folge den Weg für den Überfall auf Polen und gab der Sowjetunion freie Hand für die Eroberung der baltischen Staaten (wie Russland mit dem Thema heute umgeht, lesen Sie hier).

Die Außenminister riefen in der gemeinsamen Erklärung zugleich alle europäischen Länder auf, die historische Untersuchung der totalitären Regime moralisch und auch materiell zu unterstützen. "Die Erinnerung an die Opfer zwingt uns, die historische Gerechtigkeit zu fördern, indem wir weiterforschen und die Öffentlichkeit für das totalitäre Erbe auf dem europäischen Kontinent sensibilisieren", hieß es. Durch konzertiertes Handeln könnte Desinformationskampagnen und Versuchen zur Manipulation historischer Tatsachen wirksamer begegnet werden.

mho/dpa

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