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Politik

Wahlen in Indien

Modis Partei feiert schon den Sieg

Seine Wiederwahl ist offenbar bereits sicher. Zwar sind nicht alle Stimmen bei der Wahl in Indien ausgezählt - aber Premier Modi wird schon als Sieger bejubelt.

DPA

Siegessicher: Indiens Premier Narendra Modi

Donnerstag, 23.05.2019   13:04 Uhr

Rund 900 Millionen Menschen waren in Indien wahlberechtigt - mehr als die Bevölkerung der Europäischen Union und der USA zusammen. Nach ersten Zahlen der Wahlkommission lag die hindu-nationalistische Regierungspartei BJP in rund 300 Wahlkreisen in Führung. Sie käme damit auf eine deutliche Mehrheit der 545 Sitze im Parlament.

Damit würde Staatspräsident Ram Nath Kovind Regierungschef Narendra Modi aller Voraussicht nach für eine zweite fünfjährige Amtszeit ernennen. Parteichef Amit Shah gratulierte Modi auf Twitter bereits zu einem "historischen Sieg".

Das Ergebnis stand jedoch am frühen Nachmittag (Ortszeit) bislang nicht offiziell fest - die Stimmenauszählung lief noch. Alle rund 600 Millionen Stimmen, die in etwa einer Million Wahllokale an elektronischen Geräten abgegeben worden waren, wurden am Donnerstag ausgezählt.

Indiens Börsen reagierten positiv auf die ersten Auszählungsergebnisse und erreichten kurz nach der Eröffnung Rekordwerte: Die Indizes Sensex und Nifty stiegen beide um mehr als zwei Prozent.

Abstimmung dauerte sechs Wochen

In der bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt war wegen der erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen und der gewaltigen Größe des Landes mit seinen etwa 1,3 Milliarden Einwohnern in sieben Phasen über knapp sechs Wochen vom 11. April bis 19. Mai gewählt worden. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 67 Prozent.

Auch einige Regierungschefs aus der Region gratulierten Modi auf Twitter, darunter Sri Lankas Präsident Maithripala Sirisena und der afghanische Präsident Ashraf Ghani. Modi selbst twitterte: "Indien gewinnt erneut!"

Gewählt wurde an elektronischen Geräten, ein Teil der Stimmen wurde zur Kontrolle allerdings auch in Papierform festgehalten. Am Dienstag waren Videos im Internet verbreitet worden, die zeigten, wie Wahlgeräte in Privatwagen transportiert wurden. Daraufhin äußerten zahlreiche Oppositionspolitiker Sorgen vor möglicher Manipulation bei der Auszählung

als/dpa

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