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Politik

Erste Hochrechnungen

Präsident Joko Widodo gewinnt die Wahl in Indonesien

Joko Widodo steht laut ersten Hochrechnungen vor der Wiederwahl. Der Präsident gilt als Reformer und "Obama Indonesiens".

Edgar Su/REUTERS

Joko Widodo und Ehefrau Iriana Joko Widodo präsentieren ihre tintengefärbten Fingerspitzen - Zeichen, dass sie gewählt haben

Mittwoch, 17.04.2019   11:08 Uhr

Bei der Präsidentschaftswahl in Indonesien zeichnet sich ein klarer Sieg von Amtsinhaber Joko Widodo, auch "Jokowi" genannt, ab. Laut Nachwahlbefragungen vom Mittwoch kann Widodo mit rund 55 Prozent der Stimmen rechnen. Sein Herausforderer Prabowo Subianto kommt demnach auf 44 Prozent. Alle Wahlforscher sahen den Präsidenten nach Schließung der Wahllokale klar vorn. Damit steht Jokowi vor einer weiteren fünfjährigen Amtszeit.

Jokowi gilt als volksnaher Politiker und als "Obama Indonesiens". Er hat es vom Möbelhändler zum Präsidenten gebracht und ist seit 2014 im Amt. Auch damals stand er Prabowo gegenüber und gewann mit 53,1 zu 46,9 Prozent der Stimmen.

Kritiker werfen Jokowi mangelnden Einsatz für Menschenrechte vor

Jokowis Kritiker werfen ihm allerdings vor, sich zu wenig für Menschenrechte in seinem Land eingesetzt zu haben. Mehrere Hinrichtungen in Indonesien wurden zuletzt trotz internationaler Proteste vollstreckt, zudem nimmt die Stimmungsmache gegen Homosexuelle wieder zu. Auch Korruption ist nach wie vor weit verbreitet, obwohl Jokowi den Kampf dagegen zu einem seiner wichtigsten Ziele ausgerufen hatte.

Bei der Wahl galt er als Favorit und lag in Umfragen zum Teil bis zu 20 Prozentpunkte vor seinem Herausforderer Prabowo. Besonders das Thema Islam spielte im Wahlkampf eine Rolle. Mit seinem konservativen Mitstreiter Maruf Amin hatte Jokowi versucht, die Strenggläubigen im Land zu erreichen. Amin soll nun Vizepräsident werden.

Ein amtliches Endergebnis wird Ende Mai erwartet

Insgesamt waren in dem südostasiatischen Staat 193 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Zudem gehört es zum Kreis der großen Industrie- und Schwellenländer (G20).

Parallel zur Entscheidung über das Staatsoberhaupt wurden auch das Parlament sowie Provinz- und Kommunalvertretungen neu gewählt. Insgesamt traten 25.000 Kandidaten für 16 verschiedene Parteien an. Wegen der Größe des Landes und der vielen Wahlen wird es längere Zeit dauern, bis alles ausgezählt ist. Ein amtliches Endergebnis wird Ende Mai erwartet.

höh/dpa/AFP

insgesamt 10 Beiträge
halverhahn 17.04.2019
1. Ist doch ein Widerspruch...
Er wird als „Reformer“ und als „Obama Indonesiens“ bezeichnet... Im Text wird ihm aber vorgeworfen, gegen Korruption zu wenig getan zu haben, gegen Homosexuelle würde in Indonesien Stimmung gemacht, er würde sich zu wenig [...]
Er wird als „Reformer“ und als „Obama Indonesiens“ bezeichnet... Im Text wird ihm aber vorgeworfen, gegen Korruption zu wenig getan zu haben, gegen Homosexuelle würde in Indonesien Stimmung gemacht, er würde sich zu wenig für die dortigen Menschenrechte einsetzen, er habe sich nun mit einem strenggläubigen sprich streng islamischen Mitstreiter zusammen getan usw.. Das passt doch null mit „Obama Indonesiens“ zusammen. Oder habe ich ein völlig falsches Bild von Obama?!! Lol
Mr. K 17.04.2019
2.
Obama Indonesiens?! Ist Obama als Label jetzt eine Art Güte-Siegel für Politiker? Wenn kann das dann doch nur ein Scherz sein, ein schlechter noch dazu. Obama steht für völkerrechtswidrige Angriffe, wofür er nach Den Haag [...]
Obama Indonesiens?! Ist Obama als Label jetzt eine Art Güte-Siegel für Politiker? Wenn kann das dann doch nur ein Scherz sein, ein schlechter noch dazu. Obama steht für völkerrechtswidrige Angriffe, wofür er nach Den Haag gehörte. Obama steht für die tiefe Spaltung seines eigenen Landes, was einen Präsident wie Trump erst möglich gemacht hat. Obama hat außenpolitisch ganze zwei Erfolge vorzuweisen, das Iran-Abkommen und die Annnäherung an Kuba. Innenpolitisch wird es noch dünner, da bleibt nur eine unausgegorene und auf einer schlechten Basis aufgestellte Krankenversicherung, die die armen Bevölkerungsschichten nicht mal erfasst hat. Nicht zuletzt war es ja auch SPON das beim Abtritt Obamas hervorhob, dass er Stil hatte, was nichts anderes bedeutet, dass er ein Blender mit wenig vorzeigbaren Ergebnissen war. Und dieses Label will man wirklich Joko Widodo anhängen? Zu mal wie Post Nr. 1 von halverhahn richtig bemerkte, die Realpolitik von Widodo nicht mal ansatzweise Überschneidungen mit Obama hat.
AliAl 17.04.2019
3.
Nein, hast du nicht, dieser Text ist absurd. „Obama Indonesiens" gab es früher tatsächlich, aber spätestens seit Basuki ist Jokowi eher „Erdogan Indonesiens“.
Nein, hast du nicht, dieser Text ist absurd. „Obama Indonesiens" gab es früher tatsächlich, aber spätestens seit Basuki ist Jokowi eher „Erdogan Indonesiens“.
advocatus diaboĺi 17.04.2019
4. Der "Obama Indonesiens" ?
was für ein Vergleich, der Obama in ein schlechtes Licht setzt. Widodo fährt einen strikt nationalistischen islamischen Kurs, die Hinrichtungen von Ausländern waren hiervon mit-motiviert..... liberale muslimische Tendenzen [...]
was für ein Vergleich, der Obama in ein schlechtes Licht setzt. Widodo fährt einen strikt nationalistischen islamischen Kurs, die Hinrichtungen von Ausländern waren hiervon mit-motiviert..... liberale muslimische Tendenzen werden zurückgedrängt....ich, weiß, ich weiß...das passt aber nicht....könnte von den falschen Seite instrumentalisiert werden...
butzibart13 17.04.2019
5. die drittgrößte Demokratie mit Fragezeichen
Das Land driftet leider etwas in eine strengere islamische Richtung ab, mit Aversionen gegen Homosexuelle und Christen, besonders in Banda Aceh, Hinrichtungen und Auspeitschungen gehören dazu. Widodo gilt zwar als liberal, aber [...]
Das Land driftet leider etwas in eine strengere islamische Richtung ab, mit Aversionen gegen Homosexuelle und Christen, besonders in Banda Aceh, Hinrichtungen und Auspeitschungen gehören dazu. Widodo gilt zwar als liberal, aber ob er das Land so im Griff hat oder im Griff haben will, bleibt fraglich. Subianto kommt vom Militär, und die haben sich oft nicht mit Ruhm bekleckert. Es sei hier nur an die Herrschaft Suhartos erinnert und den Gestapu - klingt so ähnlich wie die schreckliche deutsche Geheimpolizei - war aber ein Massaker im Jahr 1965, dem angeblich mehr als eine halbe Million Personen zum Opfer fielen, Gedenktag ist der 30. September.

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