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Politik

Signal für Abadi

Iran unterstützt neuen Regierungschef in Bagdad

Im Irak tobt ein Machtkampf an der Staatsspitze. Nun hat sich der mächtige Nachbar Iran klar positioniert: Ein Top-Politiker erklärte, sein Land unterstütze den neuen Regierungschef Abadi - eine Absage an Konkurrent Maliki.

DPA

Neuer irakischer Regierungschef Abadi (Archivbild): Unterstützung vom Nachbarn

Dienstag, 12.08.2014   17:14 Uhr

Teheran/Bagdad - Die Regierung in Teheran stellt sich hinter den designierten irakischen Regierungschef Haidar al-Abadi. "Wir werden die rechtmäßige Wahl des neuen Ministerpräsidenten unterstützen", zitierte die Nachrichtenagentur Fars am Dienstag den Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Schamchani. Er gilt als enger Vertrauter von Präsident Hassan Rohani

Dieser hatte am Montag noch erklärt, sein Land werde in dem internen Machtkampf im Nachbarland Irak neutral bleiben. Für Iran sei nur wichtig, dass der neue Ministerpräsident von der Mehrheit des irakischen Parlaments unterstützt werde, betonte Rohani.

Der irakische Präsident Fuad Masum hatte den schiitischen Politiker Abadi am Montag mit der Regierungsbildung beauftragt und damit Amtsinhaber Nuri al-Maliki übergangen. Maliki bezeichnete den Schritt seinerseits als verfassungswidrig und lehnte eine Machtübergabe ab. Abadi hat nun theoretisch 30 Tage Zeit, um ein neues Kabinett aufzustellen.

Wegen des stetigen Vormarschs der Dschihadisten im Irak haben die USA den designierten Regierungschef al-Abadi zum Handeln gedrängt. Er müsse "so schnell wie möglich" eine neue Regierung auf breiter Basis bilden, sagte Außenminister John Kerry am Dienstag. Zuvor hatte sich bereits US-Präsident Barack Obama für Abadi ausgesprochen. "Die USA sind bereit, eine neue integrative irakische Regierung und vor allem den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) zu unterstützen", sagte Kerry in Anspielung auf die sunnitischen Extremisten, die derzeit im Irak vorrücken.

Die neue irakische Führung stehe nun vor der schwierigen Aufgabe, das Vertrauen der Bürger zurückzuerobern. Dabei müsse sie alle Bevölkerungsgruppen einbeziehen, sagte Obama.

SPIEGEL ONLINE

Gebietsverteilung im Irak (Stand: 12. August 2014)

jok/dpa/AFP

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