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Politik

Konflikte in Nahost

Immer wieder Teheran

Der Atomdeal mit Iran steht vor dem Aus. Es ist nicht der einzige Konflikt, den Teheran mit dem Westen austrägt. Vom Roten Meer bis zum Persischen Golf - hier prallen die Interessen aufeinander.

DPA

US-Trägerkampfgruppe im Suezkanal: Kurs Richtung Persischer Golf

Von und
Samstag, 11.05.2019   15:36 Uhr

Der Militärattaché der US-Botschaft in Ägypten hatte sich extra von Kairo auf den Weg zum Suezkanal gemacht, an seiner Seite der Chef der Suezkanal-Gesellschaft Mohab Mamisch. Alles nur, weil der US-Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" am Donnerstag durch die Wasserstraße vom Mittelmeer ins Rote Meer schipperte. Sein Ziel ist der Persische Golf.

Das Schiff nimmt nicht zum ersten Mal Kurs auf den Golf: Schon in den Neunzigerjahren war der Flugzeugträger mehrfach in der Region im Einsatz - damals um die gegen Saddam Hussein verhängte Flugverbotszone über dem Südirak zu überwachen. Zuletzt hatte die "Abraham Lincoln" 2012 im Persischen Golf angelegt, damals im Rahmen des internationalen Antiterrorkampfes gegen al-Qaida.

Doch der Einsatz vor der iranischen Küste, der nun bevorsteht, ist anders als die bisherigen Missionen: Denn US-Präsident Donald Trump rechtfertigt die Entsendung des Flugzeugträgers damit, dass Iran angeblich amerikanische Interessen in der Region bedrohe. Aus dem gleichen Grund hat das Pentagon mehrere B-52-Bomber auf den US-Militärstützpunk Al Udeid in Katar entsandt, der nur wenige Hundert Kilometer von der iranischen Küste entfernt liegt. Und aktuell wurde nun bekannt, dass die USA ein weiteres Kriegsschiff in Richtung Iran verlegen.

Staff Sgt. Ashley Gardner/U.S. Air Force via AP

B-52-Bomber im Anflug auf Katar: USA verweisen auf Bedrohung durch Iran

Mit der Anwesenheit der US-Truppen steigt auch das Risiko einer militärischen Auseinandersetzung - allein schon durch mögliche Missverständnisse in der Straße von Hormuz. Das Tor zum Persischen Golf, durch das mehr als ein Viertel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, ist an seiner schmalsten Stelle nur 55 Kilometer breit.

Nachdem Trump vor einem Jahr das Atomabkommen mit Iran aufgekündigt und in der Folge rigide Sanktionen gegen Teheran verhängt hatte und nachdem Irans Präsident Hassan Rohani in dieser Woche verkündete, seinerseits zwei Punkte des Deals nicht mehr erfüllen zu wollen, ist die Gefahr einer Eskalation des Konflikts so groß wie seit Abschluss der Vereinbarung 2015 nicht.

Dabei berührte die Einigung im Atomstreit nur einen Teil der grundsätzlichen Differenzen zwischen Iran auf der einen und den USA, Europa, Israel und großen Teilen der arabischen Welt auf der anderen Seite. Beim Nukleardeal ging es im Kern darum zu verhindern, dass die Islamische Republik, deren führende Vertreter sich wiederholt für die Auslöschung des jüdischen Staates ausgesprochen haben, in den Besitz von Atomwaffen gelangt.

Daneben gibt es aber noch eine Vielzahl von Konflikten in der Region, bei denen Teheran, der Westen und seine regionalen Verbündeten gegensätzliche Interessen verfolgen. Der Überblick:

DER SPIEGEL



SAID KHATIB/AFP

Kämpfer des Islamischen Dschihad im Gazastreifen




AL-MANAR TV GRAB HANDOUT/EPA-EFE/REX

Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah: Ruhe an der Grenze zu Israel


insgesamt 277 Beiträge
max-mustermann 11.05.2019
1.
Immer wieder Trump/USA wäre irgendwie die passendere Überschrift. Denn ohne das irre Verhalten der US Administration und die Kündigung des Atomvertrages hätten wir das Problem jetzt gar nicht.
Immer wieder Trump/USA wäre irgendwie die passendere Überschrift. Denn ohne das irre Verhalten der US Administration und die Kündigung des Atomvertrages hätten wir das Problem jetzt gar nicht.
Daniel B. aus KL 11.05.2019
2. Dünnbrettbohrer
Immer die gleichen dünnen Bretter, die von Herrn Sydow gebohrt werden, wenn es um den Iran geht. So als wäre zB erst der ("böse") Iran in Syrien, im Gaza, im Jemen aktiv geworden und erst dann hätten Israel, USA, KSA oder [...]
Immer die gleichen dünnen Bretter, die von Herrn Sydow gebohrt werden, wenn es um den Iran geht. So als wäre zB erst der ("böse") Iran in Syrien, im Gaza, im Jemen aktiv geworden und erst dann hätten Israel, USA, KSA oder andere "Gute" dagegen gehalten. So als wären diese Konflikte immer ohne Vorgeschichte oder Beteiligung anderer Mächte und überhaupt komplexer. Aber das wäre ja zu anspruchsvoll für den geneigten Leser oder die Leserin! So macht man Kriegspropaganda!
altais 11.05.2019
3.
So viel also zum Wahlkampfversprechen, Trump werde Frieden im Nahen Osten herstellen. Dazu hat er doch seinen Kushner als Sonderbeauftragten ernannt. Wo ist der aktuell? In Saudi-Arabien bei seinem Kumpel MBS um das weitere [...]
So viel also zum Wahlkampfversprechen, Trump werde Frieden im Nahen Osten herstellen. Dazu hat er doch seinen Kushner als Sonderbeauftragten ernannt. Wo ist der aktuell? In Saudi-Arabien bei seinem Kumpel MBS um das weitere Vorgehen zu koordinieren?
brooklyner 11.05.2019
4.
Oder: Immer wieder (c)hassidisch/rechtsradikales Brooklyn-Süd Williamsburg - Kushner - Netanjahu gegen alle Vernunft, Aber nur der Vollständigkeit halber: Dieser Beitrag wird natürlich nicht veröffentlicht.
Zitat von max-mustermannImmer wieder Trump/USA wäre irgendwie die passendere Überschrift. Denn ohne das irre Verhalten der US Administration und die Kündigung des Atomvertrages hätten wir das Problem jetzt gar nicht.
Oder: Immer wieder (c)hassidisch/rechtsradikales Brooklyn-Süd Williamsburg - Kushner - Netanjahu gegen alle Vernunft, Aber nur der Vollständigkeit halber: Dieser Beitrag wird natürlich nicht veröffentlicht.
HanzWachner 11.05.2019
5. Wie einst George W. Bush,…
…der mit ausgedachten Massenvernichtungswaffen seine Armee den Irak umpflügen ließ, die Ergebnisse davon wie IS und dauerhafte Destabilisierung der Region sind heute noch vorhanden, will Mr. Trump eine angebliche Bedrohung der [...]
…der mit ausgedachten Massenvernichtungswaffen seine Armee den Irak umpflügen ließ, die Ergebnisse davon wie IS und dauerhafte Destabilisierung der Region sind heute noch vorhanden, will Mr. Trump eine angebliche Bedrohung der Welt durch den Iran erkannt haben, um diesen nun umpflügen zu lassen. Opferzahlen, Flüchtlinge, Tod und Verderben sind dem amerikanischen Präsidenten völlig egal, er will die Mullahs entfernen und einen willfährigen Vasallen wie den früheren Schah zurück haben.

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