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Politik

Italien

Islamfeindliche Lega verkauft Kirche an Muslime

Seit Jahren wettert die italienische Lega gegen den Bau von Moscheen. Nun macht die fremdenfeindliche Partei ein Geschäft, das ihre Anhänger irritieren dürfte.

imago/ robertharding

Bergamo (Symbolbild)

Freitag, 26.10.2018   18:03 Uhr

Die italienische Region Lombardei hat eine ehemalige katholische Kirche an einen muslimischen Verband versteigert. Aus der Kapelle in Bergamo soll nun eine Moschee werden.

Brisant daran: Die Region wird von der Lega-Partei regiert, die für ihre islamfeindliche Rhetorik bekannt ist. Die Partei des italienischen Innenministers Matteo Salvini setzt sich seit Jahren gegen den Bau von Moscheen in Italien ein.

Die Regionalregierung habe ein "vernichtendes Eigentor" geschossen, schrieb Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori auf Facebook. Die Region hätte zuvor ein "absurdes Gesetz" gegen Moscheen erlassen, das Muslime dazu zwinge, in "geheimen Untergeschossen" zu beten.

Das Skandalöse sei weniger, dass ein christlicher Ort zu einer Moschee werden soll, schrieb der Bürgermeister von der sozialdemokratischen Partei PD weiter. Viel schlimmer sei, dass die Region für 400.000 Euro einen spirituellen Ort verscherbele.

Der Regionalrat der Fünf-Sterne-Bewegung, Dario Violi, spöttelte: "Die Lega macht jeden Tag Wahlkampf gegen den Islam und verkauft nun eine Kirche an die muslimische Gemeinde. Wenn es darum geht, Kasse zu machen, sind auch Moscheen okay."

asa/mst/dpa

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