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Politik

Khashoggi-Affäre

Erdogan telefoniert mit Mohammed bin Salman

Am Dienstag verurteilte der türkische Präsident Erdogan die Ermordung von Jamal Khashoggi - nun hat er mit dem saudischen Kronprinzen telefoniert. MbS verspricht Aufklärung.

DPA/ Presidency Press Service/ AP

Recep Tayyip Erdogan (r.) und Mohammed bin Salman

Mittwoch, 24.10.2018   17:15 Uhr

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi das saudische Königshaus am Dienstag scharf angegriffen - und nun mit dem Kronprinzen Mohammed bin Salman (MbS) telefoniert.

Es sei um "gemeinsame Anstrengungen zur Aufklärung des Mordes" am saudi-arabischen Regierungskritiker im Istanbuler Konsulat des Königreichs gegangen, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu am frühen Abend.

Am Vormittag hatte Erdogan erneut betont, sein Land werde dafür sorgen, dass der "Mord" nicht verschleiert werde. Riad besteht jedoch darauf, dass der Journalist versehentlich bei einer Schlägerei starb. Jede Verstrickung des Kronprinzen, der zunehmend die Regierungsgeschäfte führt, weist das Königshaus zurück.

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Am Vortag hatte Erdogan in einer landesweit übertragenen Rede zu dem Thema gesagt, er zweifele die Aufrichtigkeit König Salmans nicht an. Kronprinz Mohammed erwähnte er dagegen nicht.

Das saudische Königshaus hatte erst nach massivem internationalen Druck zugegeben, dass Khashoggi Anfang Oktober im Istanbuler Konsulat getötet worden war, als er dort Papiere für seine Hochzeit abholen wollte. An der saudischen Version gibt es jedoch erhebliche Zweifel. Zahlreiche Spuren führen ins direkte Umfeld des Kronprinzen.

Der erklärte derweil in Riad, alle Schuldigen in dem "abscheulichen" Fall würden bestraft werden und versprach Aufklärung. Die Tat sei durch nichts zu rechtfertigen und "schmerzhaft" für alle Saudis, fügte er hinzu.

dop/dpa/Reuters

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