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Politik

Afghanistan

Schüsse und Explosion im Zentrum Kabuls

Bei einem Selbstmordanschlag wurde das afghanische Kommunikationsministerium in Kabul angegriffen. In dessen Nähe steht eines der letzten Hotels, das von Ausländern genutzt wird.

Rahmat Gul/ AP

Sicherheitskräfte positionieren während eines Schusswechsels am Kommunikationsministerium in Kabul

Samstag, 20.04.2019   11:35 Uhr

Eine Explosion hat am Samstag das Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul erschüttert. Kurz darauf seien Schüsse gefallen, teilte die Polizei mit. Der Vorfall habe sich in der Nähe des Kommunikationsministeriums und eines der größten Hotels der Stadt ereignet. Bekannt hat sich zu der Tat zunächst niemand.

Bewaffnete sind offenbar in das Gebäude eingedrungen. Zuvor habe ein Selbstmordattentäter sich am Eingang in die Luft gesprengt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf einen Offiziellen. Dafür gab es aber keine Bestätigung. Die Angreifer lieferten sich vom Telekommunikationsministerium aus Schusswechsel mit Sicherheitskräften, berichtete der Lokalsender Ariana News. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, dass bei den Gefechten zwei Selbstmordattentäter von den Sicherheitskräften erschossen worden seien.

Sechs Verletzte, keine Todesopfer

Töten konnten die Angreifer niemanden. Die Behörden sprechen von sechs Verletzten, darunter drei Frauen. Bisher hat sich niemand zu dem Angriff bekannt.

Das schwer bewachte Serena Hotel ist eines der wenigen, das noch von Ausländern genutzt wird. Es steht in einem der wichtigsten Geschäftsviertel Kabuls.

Der Explosion waren relativ ruhige Monate in Kabul vorausgegangen, in denen Vertreter der USA und der radikalislamischen Taliban miteinander sprachen. Die Kontakte sollen Friedensverhandlungen zwischen den Extremisten und der afghanischen Regierung einleiten und den seit mehr als 17 Jahren dauernden Krieg beenden. Erst am Donnerstag war ein für dieses Wochenende in Doha geplantes innerafghanisches Treffen über die Zusammensetzung der afghanischen Verhandlungsdelegation geplatzt.

Die Taliban, die gegen die vom Westen unterstützte afghanische Regierung kämpfen, haben wie bereits in vergangenen Jahren ihre Frühjahrsoffensive angekündigt. Landesweit kam es zu Gefechten mit der Armee.

nis/AFP/AP/Reuters/dpa

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