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Politik

Militär schickt Verstärkung

Elf Soldaten bei Angriff in Mali getötet

Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der malischen Streitkräfte im Zentrum des westafrikanischen Landes sind mehrere Soldaten getötet worden. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch unklar.

Sebastien Rieussec/ AFP

Soldaten in Mali werden immer wieder Ziel von Angriffen (Archivbild)

Montag, 22.04.2019   09:38 Uhr

In Mali ist ein Militärstützpunkt angegriffen worden. Elf Soldaten starben. Der Ort in der Stadt Guiré im Zentrum des Landes sei am frühen Sonntagmorgen überfallen worden, teilte das Verteidigungsministerium des westafrikanischen Krisenstaates mit. Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist demnach noch nicht klar.

Mehrere Soldaten wurden zudem verletzt. Die Armee schickte Verstärkung in die Region.

Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Angreifer seien auf Motorrädern und Kleinlastwagen aus dem Wald von Wagadou gekommen. Der Wald ist seit Jahren ein Rückzugsort islamistischer Gruppierungen. Sie hätten einige Fahrzeuge verbrannt, andere mitgenommen. Ein Bewohner der Gegend sagte, er habe Schüsse gehört. Die Soldaten seien von dem Angriff überrascht worden.

Uno-Blauhelmsoldat stirbt bei Sprengstoff-Anschlag

In Mali werden einheimische wie ausländischeSoldaten immer wieder Ziel von Attacken. Erst am Samstag war bei einem Sprengstoff-Anschlag im Zentrum des Landes ein Uno-Blauhelmsoldat getötet worden. Vier weitere wurden verletzt.

Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Doch trotz des Präsenz Tausender internationaler Soldaten herrscht weiterhin Instabilität. In Mali ist auch die Bundeswehr im Einsatz, sie beteiligt sich unter anderem an der Uno-Mission Minusma.

Mit seinen gut 18 Millionen Einwohnern gehört Mali einem Uno-Index zufolge zu den zehn ärmsten Staaten der Welt. Kürzlich reichten der Ministerpräsident von Mali und seine Minister ihre Rücktritte ein. Ein Grund wurde offiziell nicht genannt - zuletzt hatte allerdings die Kritik an der Regierung massiv zugenommen.

mho/dpa/AFP

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