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Politik

Mossul-Eroberung

Iraks Ministerpräsident will Ausnahmezustand verhängen lassen

Iraks Regierung hat die Kontrolle über die zweitgrößte Stadt des Landes Mossul und die Provinz Ninawa verloren. Dschihadistische Kämpfer haben das Gebiet eingenommen - Regierungschef al-Maliki will jetzt den Ausnahmezustand ausrufen lassen.

AP/ Iraqi Military

Panzer des irakischen Militärs in Mossul (das Bild stammt aus einem Video des Militärs): "Terroroffensive die Stirn bieten"

Dienstag, 10.06.2014   14:33 Uhr

Bagdad - Tagelang dauerten die Gefechte. Am Dienstag dann räumte die irakische Regierung ein, nicht mehr Herr der Lage in der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul zu sein. Weite Gebiete der Zwei-Millionen-Metropole seien in den Händen dschihadistischer Kämpfer, hieß es.

Parlamentspräsident Osama al-Nudschaifi sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz, auch die gesamte Provinz Ninawa sei "in die Hände der Aufständischen gefallen". Nun wollten die Rebellen in die Nachbarprovinz Salaheddin "einfallen".

Nudschaifi forderte, "alle Kräfte im Irak zu mobilisieren und internationale Anführer zu warnen", um dieser "Terroroffensive die Stirn zu bieten". Andernfalls werde diese sich auf den gesamten Irak ausweiten.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki forderte das Parlament in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz auf, den Ausnahmezustand in der Provinz auszurufen. Er sprach von einer "bösartigen Attacke". Volk und Regierung müssten sich zusammenschließen, um dieser entgegenzutreten. Seine Landsleute rief der Regierungschef im Staatsfernsehen auf, sich den "Terroristen" entgegenzustellen.

1400 Häftlinge freigelassen

Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (Isis) hatten am Dienstag den Sitz der Provinzregierung und andere staatliche Einrichtungen in Mossul erobert. Die Extremisten stürmten zudem mehrere Gefängnisse und ließen mehr als 1400 Häftlinge in der nordirakischen Stadt frei. Athil al-Nudschaifi, Gouverneur der Provinz Ninawa, in der Mossul liegt, sagte, die Regierungstruppen hätten sich zurückgezogen.

Tags zuvor hatte er die Einwohner noch zum Widerstand gegen die Angreifer aufgerufen. Der Appell blieb folgenlos. Die Stadt ist wegen der nahe gelegenen Ölfelder strategisch besonders wichtig.

Tausende Bewohner seien geflohen. Laut Augenzeugen sollen die Dschihadisten über zahlreichen Gebäuden das schwarze Banner mit dem islamischen Glaubensbekenntnis gehisst haben. Die Flagge ist das Symbol der sunnitischen Terrorgruppe.

Machtkampf in Bagdad

Die Isis-Offensive in Mossul bildet den vorläufigen Höhepunkt der Gewalteskalation im Irak. Das Land erlebt die schwerste Terrorwelle seit 2007. Allein am Wochenende kamen im Irak mehr als hundert Menschen ums Leben. Am Dienstag tötete ein Selbstmordattentäter während einer Trauerfeier in Bakuba mindestens 35 Menschen.

Die Dschihadisten haben seit Jahresbeginn bereits die Stadt Falludscha und weite Teile der westirakischen Provinz Anbar unter ihre Kontrolle gebracht. Von dort aus planen sie regelmäßig Angriffe gegen die Hauptstadt Bagdad. Auch die Grenze zu Syrien wird in weiten Teilen von Isis kontrolliert.

Verschärft wird die Lage durch den Machtkampf in Bagdad. Der schiitische Regierungschef Nuri al-Maliki hat zwar die Parlamentswahlen Ende April gewonnen, ihm fehlen jedoch Koalitionspartner für die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Die Regierungsbildung könnte sich noch Monate hinziehen.

heb/syd/AP/Reuters/dpa

insgesamt 43 Beiträge
donmarten 10.06.2014
1.
Ach, wie kann das denn sein? Die Amis haben doch einen friedlichen, neuen Irak herbeigebombt, oder nicht?
Zitat von sysopAP/ Iraqi MilitaryIraks Regierung hat die Kontrolle über die zweitgrößte Stadt des Landes Mossul und die Provinz Ninawa verloren. Dschihadistische Kämpfer haben das Gebiet eingenommen - Regierungschef Al-Maliki will jetzt den Ausnahmezustand ausrufen lassen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/mossul-eroberung-iraks-premier-al-maliki-fordert-ausnahmezustand-a-974325.html
Ach, wie kann das denn sein? Die Amis haben doch einen friedlichen, neuen Irak herbeigebombt, oder nicht?
colonel64 10.06.2014
2.
Chomeinis Ankunft am 1. Februar 1979 in Teheran bezeichnet den Anfang des unsäglichen islamistischen Terrors.
Chomeinis Ankunft am 1. Februar 1979 in Teheran bezeichnet den Anfang des unsäglichen islamistischen Terrors.
joG 10.06.2014
3. Man hatte ihnen eine so schöne Chance gegeben...
....in Freiheit ein wohlhabendes Gemeiwesen zu schaffen. Nun sieht es aus, als hätten sie es verblasen. Das ist wirklich traurig.
....in Freiheit ein wohlhabendes Gemeiwesen zu schaffen. Nun sieht es aus, als hätten sie es verblasen. Das ist wirklich traurig.
mcvitus 10.06.2014
4. So sieht es meistens aus, wenn die USA auf ihrer
World Demolition Tour Station machen.
World Demolition Tour Station machen.
colonel64 10.06.2014
5.
Chomeinis Ankunft am 1. Februar 1979 in Teheran bezeichnet den Anfang des unsäglichen islamistischen Terrors.
Chomeinis Ankunft am 1. Februar 1979 in Teheran bezeichnet den Anfang des unsäglichen islamistischen Terrors.

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