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Politik

Wahl in Nigeria

Muhammadu Buhari bleibt Präsident

Der amtierende nigerianische Präsident Muhammadu Buhari ist auch künftig Staatsoberhaupt des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas. Die Opposition spricht von schwerem Wahlbetrug.

DPA

Muhammadu Buhari

Mittwoch, 27.02.2019   12:26 Uhr

Bei der Präsidentschaftswahl in Nigeria ist Amtsinhaber Muhammadu Buhari wiedergewählt worden. Die Wahlkommission erklärte ihn in der Nacht zu Mittwoch offiziell zum Gewinner. Der 76-jährige Staatschef erhielt 56 Prozent der Stimmen, wie aus offiziellen Zahlen hervorging.

Buhari hat demnach rund vier Millionen Stimmen Vorsprung vor seinem wichtigsten Herausforderer Atiku Abubakar, 72. Der frühere Vize-Präsident von Afrikas bevölkerungsreichstem Land kam auf 41 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag nur bei rund 40 Prozent.

Vor den Wahlen vom Samstag war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Buhari und Abubakar vorausgesagt worden. In den vergangenen Tagen zeichnete sich dann aber immer mehr ein deutlicher Vorsprung für Buhari ab. Er regiert Nigeria seit 2015. Die Opposition hatte bereits am Dienstag - bevor alle 36 Bundesstaaten ausgezählt waren - die Ergebnisse als manipuliert bezeichnet und von schwerem Wahlbetrug gesprochen.

Die Abstimmung war Mitte Februar in letzter Minute um eine Woche verschoben worden. Am vergangenen Wochenende wählten die Nigerianer schließlich einen neuen Staatschef und das Parlament. Experten warnten, dass es bei einem knappen Wahlausgang zu Gewalt zwischen Anhängern der beiden Lager kommen könnte.

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Überschattet wurde die Wahl von gewaltsamen Zwischenfällen mit mindestens 53 Toten. Wahlbeobachter und Vertreter der Zivilgesellschaft kritisierten zudem Organisationsmängel bei der Wahl, eine Einschüchterung von Wählern und die Zerstörung von Wahlmaterialien.

Der Präsident und frühere General hat einen harten Kampf gegen die Korruption und eine Verbesserung der Sicherheitslage in Afrikas bevölkerungs- und ölreichstem Land versprochen. Mit ähnlichen Versprechen war Buhari bereits 2015 angetreten. Kritiker stellen ihm aber eine schlechte Bilanz aus.

So verübt die Islamistengruppe Boko Haram weiterhin regelmäßig Angriffe. Das Land kämpft zudem weiter mit den Folgen einer Rezession. Schätzungen zufolge leben 87 Millionen der 190 Millionen Einwohner von weniger als 1,90 Dollar am Tag. Grassierende Korruption und rasantes Bevölkerungswachstum erschweren den Kampf gegen die Armut.

aar/dpa/AFP

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