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Politik

Nordirland

Journalistin getötet - Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Zwei Tage nach dem Mord an der Journalistin Lyra McKee in Nordirland meldet die Polizei einen Fahndungserfolg. Sie nahm zwei verdächtige Männer fest, 18 und 19 Jahre alt.

Clodagh Kilcoyne / REUTERS

Ermittler am Tatort

Samstag, 20.04.2019   10:17 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen auf die Journalistin Lyra McKee in Nordirland hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen.

Ermittler hätten zwei Männer im Alter von 18 und 19 Jahren, die in Verbindung zu dem tödlichen Angriff stehen sollen, zum Verhör in eine Polizeiwache gebracht, teilte die nordirische Polizei in einer Stellungnahme am Samstag mit.

Die Polizei hatten den Tod der 29-jährigen Lyra McKee in der Nacht zum Karfreitag als "terroristischen Vorfall" bezeichnet und Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen. Die Ermittler vermuten, dass gewalttätige Separatisten hinter dem tödlichen Angriff auf die Journalistin in der hauptsächlich von Katholiken bewohnten Stadt Derry/Londonderry stecken.

Foto: JESS LOWE/ EPA-EFE/ REX

Die Gruppe "Neue IRA" stecke "wahrscheinlich dahinter", zitierte der Sender BBC den stellvertretenden Polizeipräsidenten von Nordirland, Mark Hamilton. Die Journalistin war bei gewaltsamen Ausschreitungen in Londonderry erschossen worden. Eine Kugel traf ihren Kopf. Sie starb im Krankenhaus.

Auslöser der Auseinandersetzungen war eine Hausdurchsuchung, mit der die Polizei nach eigenen Angaben für das Wochenende geplante gewaltsame Angriffe verhindern wollte. Auf Bildern waren brennende Autos und gepanzerte Einsatzfahrzeuge der Polizei zu sehen. Die Journalistin stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf.

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Nordirland: Tödliche Schüsse in Derry

McKee wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo sie starb. Polizeiangaben zufolge war die Frau zur Zeit der Attacke nicht als Journalistin im Dienst.

In Nordirland hatte jahrzehntelang ein Bürgerkrieg gewütet, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen und Zehntausende verletzt wurden. In dem Konflikt standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiter zu Großbritannien gehören wollen. McKee hatte oft über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben.

fok/AP/dpa/Reuters/AFP

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