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Politik

Afghanistan

Obama zum Blitzbesuch nach Bagram

Blitzreise nach Afghanistan: Präsident Barack Obama hat überraschend die US-Soldaten auf der Militärbasis Bagram bei Kabul besucht.

AFP

"Air Force One" in Kabul: Obama zu Stippvisite in Afghanistan gelandet

Sonntag, 25.05.2014   19:03 Uhr

Washington/Bagram - US-Präsident Barack Obama ist am Sonntag zu einem überraschenden Kurzbesuch auf dem Flughafen Bagram nördlich der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen. Begleitet von etlichen Reportern landete Obama mit der Präsidentenmaschine "Air Force One" am späten Sonntagabend (Ortszeit) auf dem Flugfeld des amerikanischen Stützpunkts.

Obama dankte den Soldaten für ihren Einsatz während des 13 Jahre dauernden Afghanistankrieges und für die Vorbereitung ihres baldigen Abzugs. Bei seiner vierten Reise nach Afghanistan und der ersten seit 2012 wurde Obama außerdem vom amerikanischen Country-Musiker Brad Paisley begleitet, der für die Soldaten ein Konzert gab.

Bis Ende 2014 sollen alle ausländischen Truppen das Land verlassen haben. Danach geht die polizeiliche und militärische Kontrolle ganz an die Afghanen über. Mit dem Abzug endet für die USA ein mehr als ein Jahrzehnt dauerndes Engagement in dem zentralasiatischen Land.

Einsätze wie den in Afghanistan, begonnen nach den Terroranschlägen vom 11. September, soll es nach den Vorstellungen Obamas auch künftig geben. Der US-Präsident kündigte aber an, er wolle seine Außenpolitik "breiter" anlegen und dies in der kommenden Woche in einer Rede erläutern.

"Eine Menge Fragen zu Amerikas Rolle in der Welt"

Damit soll offenbar der Kritik begegnet werden, dass die USA ihre Führungsrolle aufgegeben hätten und ohne größeres Konzept von Krise zu Krise zu hüpften, wie die "New York Times" am Sonntag berichtete. Die Zeitung berief sich dabei auf einen hohen Regierungsbeamten, der an der für Mittwoch geplanten Rede in der Militärakademie West Point mitgearbeitet habe.

Demnach plant Obama keine Kursänderung. Er wolle aber klarmachen, dass die USA mehr zu bieten hätten als spontanes Krisenmanagement. Der Präsident werde bekräftigen, dass es einen Mittelweg zwischen Isolation und militärischer Intervention, eine Option zwischen Nichtstun und Truppeneinsätzen gebe.

Den Vize-Sicherheitsberater Ben Rhodes zitiert die Zeitung mit den Worten: "Wir begreifen, dass es eine Menge Fragen nicht nur zu unserer Außenpolitik, sondern zu Amerikas Rolle in der Welt gibt." Wie es weiter heißt, will Obama seine Vorstellungen während seiner Europareise Anfang Juni weiter erläutern. Zudem seien auch "spezifische" Reden von Außenminister John Kerry und Pentagonchef Chuck Hagel geplant.

cht/AP/dpa

insgesamt 9 Beiträge
cum infamia 25.05.2014
1. Leider..
Leider konnte Herr Obama in Bagram, wie seinerzeit Herr Bush auf dem Flugzeugträger, NICHT den "totalen Sieg" über das Böse verkünden...
Leider konnte Herr Obama in Bagram, wie seinerzeit Herr Bush auf dem Flugzeugträger, NICHT den "totalen Sieg" über das Böse verkünden...
MeineMeinungist... 25.05.2014
2. Obama soll hinfahren, wo er will.
Hauptsache er kommt nicht mehr nach Deutschland zu Besuch. Spätestens seit der NSA-Krise hat er bei mir total verschi....
Hauptsache er kommt nicht mehr nach Deutschland zu Besuch. Spätestens seit der NSA-Krise hat er bei mir total verschi....
Rezet 25.05.2014
3.
...ach das kommt noch, die Amerikaner lieben große Gesten und Auftritte.
Zitat von cum infamiaLeider konnte Herr Obama in Bagram, wie seinerzeit Herr Bush auf dem Flugzeugträger, NICHT den "totalen Sieg" über das Böse verkünden...
...ach das kommt noch, die Amerikaner lieben große Gesten und Auftritte.
fragel 25.05.2014
4. Vorsicht !
Die nächste Krise in den USA ist schon in sicht. dann muss erneut ein Stellvertreterkrieg geführt werden , um die Wirtschaft erneut anzukurbeln. Möglicherweise geht es das nächste mal gegen Europa, falls die Europäer das [...]
Die nächste Krise in den USA ist schon in sicht. dann muss erneut ein Stellvertreterkrieg geführt werden , um die Wirtschaft erneut anzukurbeln. Möglicherweise geht es das nächste mal gegen Europa, falls die Europäer das Freihandelsabkommen ablehnen.
realpolitiker 25.05.2014
5. das schwarze Loch
In Bagram/Afghanistan gab oder gibt es immer noch ein Folterlager - berüchtigter Spitznamen dafür war das "schwarze Loch". Wäre doch eine schöne Geste des Friedensnobelpreisträgers, wenn Herr Ob. sich den dortigen [...]
In Bagram/Afghanistan gab oder gibt es immer noch ein Folterlager - berüchtigter Spitznamen dafür war das "schwarze Loch". Wäre doch eine schöne Geste des Friedensnobelpreisträgers, wenn Herr Ob. sich den dortigen Knast mal von innen ansieht, wo sich einige seiner "Jungs" so richtig betätigt haben. Aber vielleicht haben heute die Afghanen das Kommando über dieses Loch und die westlichen Offiziellen kommen nur noch gelegentlich zu Besuch.

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