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Politik

Nach Suizidversuch

Perus Ex-Präsident García ist tot

Um seiner Festnahme zu entgehen, hatte der frühere Präsident von Peru, Alan García, sich in den Kopf geschossen. Im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen.

Guadalupe Pardo/ REUTERS

Alan García, früherer Präsident von Peru

Mittwoch, 17.04.2019   18:00 Uhr

Der peruanische Ex-Präsident Alan García ist tot. Dies teilte die Partei des Sozialdemokraten mit. Der 69-Jährige hatte sich am Mittwochmorgen (Ortszeit) in seinem Haus kurz vor einer geplanten Festnahme wegen Korruptionsvorwürfen in den Kopf geschossen. Anschließend wurde der schwerverletzte Politiker in einer Klinik notoperiert. Dort ist García kurz darauf gestorben. "Wir sind bestürzt über den Tod des ehemaligen Präsidenten Alan García", schrieb der peruanische Staatschef Martín Vizcarra auf Twitter.

Peru hatte wegen Korruptionsermittlungen ein Ausreiseverbot gegen den sozialdemokratischen Ex-Präsidenten verhängt. García war deshalb im November in die Botschafterresidenz Uruguays in Lima geflüchtet, die er im Dezember aber wieder verließ.

Gegen García wurde wegen des Verdachts der Annahme von Bestechungsgeldern ermittelt. Diese sollen von dem brasilianischen Baukonzern Odebrecht während seiner zweiten Amtszeit von 2006 bis 2011 gezahlt worden sein. Odebrecht hat eingeräumt, unter drei verschiedenen peruanischen Präsidenten 29 Millionen Dollar (etwa 25 Millionen Euro) Bestechungsgelder an Behördenvertreter gezahlt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht der Frage nach, ob Odebrecht im Zusammenhang mit dem Bau der ersten U-Bahn-Linie in Lima Schmiergelder gezahlt hat. García sah sich als Opfer politischer Verfolgung. Er lebte eigentlich in Spanien und war für eine Zeugenaussage nach Peru gereist.

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asc/Reuters/AFP

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