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Politik

Präsidentenwahl in Argentinien

Kandidaten setzen auf Stichwahl

Bei der Wahl des argentinischen Präsidenten konnte kein eindeutiger Sieger ermittelt werden, nun muss eine Stichwahl entscheiden. Sicher ist nur eins: Präsidentin Fernández de Kirchner tritt ab.

REUTERS

Argentiniens Präsidentin Fernández de Kirchner: Sie selbst darf nicht mehr kandidieren

Montag, 26.10.2015   09:49 Uhr

Bei der Präsidentenwahl in Argentinien haben erste Ergebnisse am Sonntagabend auf eine Stichwahl hingewiesen. Keiner der Bewerber um die Nachfolge von Amtsinhaberin Cristina Fernández de Kirchner erreichte die notwendige Mehrheit für einen Sieg gleich im ersten Durchgang. Der Kandidat der Regierungskoalition Daniel Scioli kam nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmen auf 36,0 Prozent, der konservative Mauricio Macri auf 35,1 Prozent.

In Argentinien muss ein Kandidat 45 Prozent der Stimmen erreichen oder mindestens 40 Prozent sowie 10 Prozentpunkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten haben, um in der ersten Runde zu gewinnen. Die Stichwahl zwischen den beiden Spitzenkandidaten soll am 22. November stattfinden. Kirchner darf sich laut Verfassung nicht um eine dritte Amtszeit in Folgebewerben.

Scioli forderte noch am Sonntagabend (Ortszeit) die unabhängigen Wähler auf, ihm zu folgen. Seine Ansprache wurde von den lokalen Medien übereinstimmend als Neustart seiner Wahlkampagne gedeutet. Er habe damit zugegeben, nicht im ersten Durchgang gesiegt zu haben. Macris Mitarbeiter feierten bereits wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale das angebliche Erreichen der Stichwahl.

Auf Platz drei kam mit 21 Prozent der Stimmen Sergio Massa, ein früherer Kabinettschef Kirchners. Er steht der Regierung heute jedoch kritisch gegenüber.

Streit, Inflation, Rezession

Der nächste Präsident wird nach allen Umfragen über keine eigene Mehrheit in der Abgeordnetenkammer verfügen. Der Streit mit den Hedgefonds um unbezahlte Auslandsschulden, die hohe Inflation und eine drohende Rezession gehören zu den Problemen, die alle Kandidaten angehen wollen.

Scioli sagte bei der Stimmabgabe, er sei "fanatischer Optimist". Er sei für Gespräche immer offen. Macri verglich die Wahl mit einem Flugticket, das das Land zu neuen Zielen führen könne. Es sei die Gelegenheit zu entscheiden, ob alles wie bislang weitergehen solle oder ein Wechsel eingeleitet werde, sagte er, nachdem er in einer Schule des Stadtteils Palermo der argentinische Hauptstadt wählte.

Zur Wahl waren rund 32 Millionen Bürger aufgerufen. In Argentinien gilt Wahlpflicht. Zeitgleich mit der Präsidentschaftswahl fanden auch Parlamentswahlen statt. Darin werden 130 der 257 Abgeordneten und ein Drittel der 72 Senatsmitglieder sowie die Gouverneure von elf der 24 Provinzen gewählt.

kbl/brk/dpa

insgesamt 4 Beiträge
mailo 26.10.2015
1.
Immer wenn ich diese Geschichte mit den Hedhefonds, die Argentinien auf volle Auszahlung von Schuldtiteln verklagen, die sie selbst zu Spottpreisen gekauft haben, braut sich Wut in mir zusammen. Dann werde ich für kurze Zeit zum [...]
Immer wenn ich diese Geschichte mit den Hedhefonds, die Argentinien auf volle Auszahlung von Schuldtiteln verklagen, die sie selbst zu Spottpreisen gekauft haben, braut sich Wut in mir zusammen. Dann werde ich für kurze Zeit zum Sozialisten und hasse die USA. Wie gesagt... kurzfristig
gordito255 26.10.2015
2. Weiter so?
Es ist wohl die erste Stichwahl in der Präsidentenwahl Argentiniens. Dass es dazu gekommen ist, zeigt die Unzufriedenheit und den Wunsch nach einem Wechsel. Für Scioli, der für die Kirchner-Partei antritt, wird es auch darauf [...]
Es ist wohl die erste Stichwahl in der Präsidentenwahl Argentiniens. Dass es dazu gekommen ist, zeigt die Unzufriedenheit und den Wunsch nach einem Wechsel. Für Scioli, der für die Kirchner-Partei antritt, wird es auch darauf ankommen von der katastrophalen Wirtschaftspolitik der Präsidentin Kirchner Abstand zu nehmen.
eckawol 26.10.2015
3. Scioli oder Macri
Wichtig ist, dass man dem Wahl-Gewinner im Inland und Ausland vertrauen kann, damit das Land auch eine bessere und nachhaltige Reputation auf den Märkten wieder erhält.
Wichtig ist, dass man dem Wahl-Gewinner im Inland und Ausland vertrauen kann, damit das Land auch eine bessere und nachhaltige Reputation auf den Märkten wieder erhält.
1959alejandrodaniel 22.11.2015
4. weiter Spenden
Vor kurz mußte der italianische Zeitung " La Gazetta" 40000€ an Cristina kirchner zahlen, wegen Diffamierung. Soll in London eine Unsumme von euro ausgegeben haben in Juwielier. Sie hat die gesammte Betrag an der [...]
Vor kurz mußte der italianische Zeitung " La Gazetta" 40000€ an Cristina kirchner zahlen, wegen Diffamierung. Soll in London eine Unsumme von euro ausgegeben haben in Juwielier. Sie hat die gesammte Betrag an der Kinderkrankenhaus gespendet. Ich glaube die nächste Krankenhaus in Ar. Freue sich schon.

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