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Politik

Deutsche Grünenpolitikerin

Ska Keller will Präsidentin des EU-Parlaments werden

Bei der Europawahl haben die Grünen deutlich zugelegt, jetzt greifen sie nach Topjobs: Wenn am Mittwoch ein neuer Präsident des EU-Parlaments gewählt wird, schickt die Partei Ska Keller ins Rennen.

Riccardo Pareggiani/ AP

Grünenpolitikerin Keller: "Ich möchte das Europäische Parlament demokratischer, offener und transparenter machen"

Dienstag, 02.07.2019   09:56 Uhr

Die deutsche Grünenpolitikerin Ska Keller wird bei der Wahl des neuen Präsidenten des Europaparlaments antreten. Die Europäischen Grünen würden die 37-Jährige für die Wahl am Mittwoch vorschlagen, hieß es in einer Mitteilung. "Ich möchte das Europäische Parlament demokratischer, offener und transparenter machen", sagte Keller.

Das neu gewählte Parlament kommt an diesem Dienstag erstmals in Straßburg zusammen. Einen Tag später soll dann ein Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Antonio Tajani gewählt werden. Als weitere Kandidaten sind unter anderem der belgische Liberale Guy Verhofstadt und der italienische Sozialist Roberto Guarnieri im Gespräch (mehr dazu, was das EU-Parlament macht - und was das für Sie bedeutet - erfahren Sie hier).

Die Grünen erzielten bei der Europawahl Ende Mai deutliche Zugewinne und sind im neuen Parlament mit 75 Sitzen viertstärkste Fraktion. Keller war in der vergangenen Legislaturperiode Ko-Vorsitzende der Fraktion, gemeinsam mit dem Belgier Philippe Lamberts. Nach der Europawahl wurden beide im Amt bestätigt.

Bereits kurz nach der Wahl hatte Lamberts gesagt, als viertstärkste Kraft im Parlament greife man zwar nicht nach den Posten des Kommissionschefs oder des Ratspräsidenten - die Hohe Beauftrage für die Außenpolitik oder der Job des Parlamentspräsidenten seien aber sehr wohl in Reichweite. "Es gibt fünf Topjobs zu verteilen, und es wäre ein seltsames Ergebnis, wenn die Grünen am Ende mit null herauskommen."

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Am Dienstag verhandeln die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel über die Besetzung mehrerer Spitzenposten - dabei wird es unter anderem um die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gehen, aber auch um die Posten des EU-Ratspräsidenten, der EU-Außenbeauftragten und des Präsidenten des Europaparlaments.

Das Parlament ist in seiner Wahl zwar frei. Als Teil eines Personalpakets könnte jedoch ein Deal geschlossen werden, der bei Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen Unterstützung findet. Dann dürfte es für Keller schwierig werden. In der Mitteilung vom Montagabend betonte sie, dass einzig und allein das Parlament entscheiden sollte.

Keller ist seit 2009 EU-Abgeordnete und seit zweieinhalb Jahren Vorsitzende der Grünenfraktion. Die studierte Islamwissenschaftlerin und Turkologin spricht auch Englisch, Französisch, Spanisch, Katalanisch und Türkisch. Verheiratet ist sie mit einem Finnen. Sie wurde im brandenburgischen Guben an der polnischen Grenze geboren.

Einem Medienbericht zufolge spekuliert eine weitere deutsche Politikerin auf einen der EU-Posten. "Ich möchte mich als Vizepräsidentin des Europaparlaments bewerben", sagte die ehemalige Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) dem "Business Insider". Die Europäische Union habe ein Kommunikationsproblem, "und ich möchte dem EU-Parlament mehr Gehör verschaffen". Sie sei bereits Ministerin gewesen und habe Politik auf nationaler Ebene gestaltet, so Barley. Sie war Spitzenkandidatin der deutschen Sozialdemokraten bei der Europawahl.

aar/dpa/AFP

insgesamt 27 Beiträge
freespeedy 02.07.2019
1. na ja ... alles wie immer
seit wochen gibt es einen artikel nach dem anderen über die positionsverteilung im eu-parlament. der eindruck entsteht das sich alle nur noch darauf konzentrieren den höchstdotierten posten zu bekommen. hier wird macht und [...]
seit wochen gibt es einen artikel nach dem anderen über die positionsverteilung im eu-parlament. der eindruck entsteht das sich alle nur noch darauf konzentrieren den höchstdotierten posten zu bekommen. hier wird macht und einfluss über die interessen der völker gestellt! Hört mit dem geschachere auf und legt euch endlich für das wohl der völker ins zeug!!
kpkuenkele 02.07.2019
2. Die Grünen haben im Europaparlament knapp 10 Prozent der Sitze...
Da wäre es alles andere als verwunderlich sondern völlig normal, wenn sie keinen der 5 Spitzenposten abbekommen würden. Ein grüner Heißluftballon.
Da wäre es alles andere als verwunderlich sondern völlig normal, wenn sie keinen der 5 Spitzenposten abbekommen würden. Ein grüner Heißluftballon.
freefox 02.07.2019
3. Neues klares Regulativ
Für die Neu-Besetzungen gibt es keine transparenten Wahl-Verfahren: wenn klare Strukturen fehlen, bleibt "Geschachere" übrig. Es macht kein Sinn die Fähigkeiten der sogenannten Kandidaten öffentlich zu [...]
Zitat von freespeedyseit wochen gibt es einen artikel nach dem anderen über die positionsverteilung im eu-parlament. der eindruck entsteht das sich alle nur noch darauf konzentrieren den höchstdotierten posten zu bekommen. hier wird macht und einfluss über die interessen der völker gestellt! Hört mit dem geschachere auf und legt euch endlich für das wohl der völker ins zeug!!
Für die Neu-Besetzungen gibt es keine transparenten Wahl-Verfahren: wenn klare Strukturen fehlen, bleibt "Geschachere" übrig. Es macht kein Sinn die Fähigkeiten der sogenannten Kandidaten öffentlich zu diskutieren, wenn nicht klar ist warum diese drei "Auserwählten" überhaupt und ausschließlich zur Debatte stehen. Ja, gehe endlich an die Arbeit und verschiebe, verlängere oder benenne ad interim und nutze die Zeit für ein neues klares Regulativ.
radlrambo 02.07.2019
4. Eine sehr symphatische Kandidatin
ich würde das sehr begrüßen: Die Grünen sind für mich die einzige (größere) Partei im EP, denen ich wirklich den Kampf gegen den Lobbyismus und Korruption (Ibiza läßt Grüßen) abnehme. Darin sehe ich neben den [...]
ich würde das sehr begrüßen: Die Grünen sind für mich die einzige (größere) Partei im EP, denen ich wirklich den Kampf gegen den Lobbyismus und Korruption (Ibiza läßt Grüßen) abnehme. Darin sehe ich neben den verrückten Rechtsextremisten die größte Gefahr. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sie den Posten erhalten würde.
garzo 02.07.2019
5. Qualifizierte junge Leute....
...unabhängig eine Parteizugehörigkeit braucht Europa und dazu gehört auch ein Ska Keller. Ein Manfred Weber ist Anfang 40er, hat aber nichtmal ansatzweise einer minimal Qualifikation. Soll der EU fortbestehen und [...]
...unabhängig eine Parteizugehörigkeit braucht Europa und dazu gehört auch ein Ska Keller. Ein Manfred Weber ist Anfang 40er, hat aber nichtmal ansatzweise einer minimal Qualifikation. Soll der EU fortbestehen und weiterkommen braucht der EU Menschen die wissen worüber sie reden.

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