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Politik

Neue Snowden-Enthüllung

Das Budget der US-Ausspäher

Neue Enthüllungen des NSA-Informanten Edward Snowden offenbaren die finanzielle Ausstattung der US-Geheimdienste. Die "Washington Post" zeigt, welche Gelder NSA, CIA und Co. zur Verfügung stehen - und wo die Späher selbst ihre Schwachstellen sehen.

Donnerstag, 29.08.2013   21:49 Uhr

Washington - Die meisten Informationen über die Finanzen ihrer Geheimdienste sind der US-Öffentlichkeit unbekannt. Doch jetzt bietet Material des Informanten Edward Snowden einen bislang ungekannten Einblick in die Ausstattung der Ausspäher. Demnach stellt die US-Regierung ihren Diensten in diesem Jahr voraussichtlich 52,6 Milliarden Dollar zur Verfügung, umgerechnet 39,7 Milliarden Euro.

Die "Washington Post" präsentiert die Informationen ausführlich auf ihrer Website. Das Blatt spricht von einer Darstellung der "bürokratischen und operationalen Struktur", die niemals zuvor von der Öffentlichkeit eingesehen werden konnte. Es geht um 16 US-Geheimdienste mit insgesamt 107.035 Angestellten.

Die Informationen stammen aus einem 178 Seiten langen Haushaltsplan 2013 für die Dienste. 17 Seiten davon hat die "Washington Post" veröffentlicht. Das Blatt weist darauf hin, dass es andere Details nach Rücksprache mit Regierungsvertretern zurückhalte.

Dabei zeigt sich, dass der CIA mehr Geld zur Verfügung steht als der NSA, die seit Monaten wegen der Snowden-Enthüllungen im Fokus der Öffentlichkeit steht. Die Ausgaben für die CIA seien extrem angestiegen, für das Jahr 2013 waren im Finanzplan demnach 14,7 Milliarden Dollar veranschlagt, die NSA erhält 10,8 Milliarden Dollar. 1,7 Milliarden Dollar gibt die CIA demnach für ein Programm namens "Clansig" aus, nach offiziellen Angaben eine gezieltere Version der massiven Überwachungsprogramme der NSA.

Das Dokument ging Anfang 2012 den Geheimdienstausschüssen des Kongresses zu. Es ist möglich, dass die Haushälter diesen Plan noch verändert haben. Dazu liegen der "Post" keine Informationen vor.

Der Bericht wirft auch abseits der Zahlen ein Schlaglicht auf die Prioritäten und Probleme der US-Geheimdienste. So gab die NSA in dem Haushaltsplan an, im Jahr 2013 4000 "Bedrohungen von innen" untersuchen zu wollen. Gemeint ist potentieller Geheimnisverrat durch Mitarbeiter. Die Dienste wollten ihre Fähigkeiten in diesem Bereich ausbauen, sicherlich auch eine Reaktion auf Whistleblower wie etwa den WikiLeaks-Informanten Bradley Manning.

Auch wolle man "anormales Verhalten" von Angestellten und Computerexperten von privaten Unternehmen überprüfen, die mit dem Dienst kooperieren. Zur Erinnerung: Edward Snowden arbeitete für die CIA, bevor er sich von der Firma Booz Allen Hamilton anheuern ließ, um dann für ein sechsstelliges Gehalt als Systemadministrator zu arbeiten - bis er sich mit Tausenden NSA-Dokumenten aus dem Staub machte.

Außerdem geben die Dienste im Haushaltsplan Bereiche an, bei denen die größten Erkenntnislücken bestehen. Dabei geht es um Fragen der Sicherheit nuklearer Komponenten in Pakistan, die Fähigkeiten der neuen chinesischen Kampfjets oder die Reaktion der russischen Führung auf "destabilisierende Ereignisse" wie Terrorattacken. Die meisten Wissenslücken listet der Bericht für Nordkorea auf.

fab

insgesamt 38 Beiträge
Stewie.119 29.08.2013
1.
Kommt auch noch was im Bezug auf die Tötung von Bin Laden? Achso und noch was: Ed und Co. haben gelogen. Es hieß, man werde keine vertraulichen Daten über Oprationen o.Ä. veröffentlichen. Ein Block in die WaPo bezüglich [...]
Kommt auch noch was im Bezug auf die Tötung von Bin Laden? Achso und noch was: Ed und Co. haben gelogen. Es hieß, man werde keine vertraulichen Daten über Oprationen o.Ä. veröffentlichen. Ein Block in die WaPo bezüglich des Auffindens von Bin Laden hilft. Und dann wundert sich noch jmd wenn irgendwann mal in der Anklage "Unterstützung des Feindes" vorkommt. Achso und noch was: Viele US-Amerikaner wenden sich von dieser Art Enthüllungen ab. Sogar in Foren!!! Sie sehen Ed eher als einen an, der der nationalen Sicherheit schadet. Aber solange das die SPON Foristen anders sehen ist alles in bester Ordnung.
franjo99999 29.08.2013
2. Na und....
Diese ganzen Spinner auf der Welt muss man ja auch überwachen. Aber hier Glauben ja immer noch Friedensliebhaber, das der Iran keine Atomwaffen anstrebt und der Holocaust nie passiert ist!!!!
Diese ganzen Spinner auf der Welt muss man ja auch überwachen. Aber hier Glauben ja immer noch Friedensliebhaber, das der Iran keine Atomwaffen anstrebt und der Holocaust nie passiert ist!!!!
derpif 29.08.2013
3. Könnte es nicht doch sein
Jetzt müssen sich die Spitzel gegenseitig bespitzeln, um potentiellen "Verrätern" rechtzeitig das Handwerk legen zu können. Jeder könnte einer sein.... Muahahaha, nettes Arbeitsklima. Jetzt wo sich das [...]
Jetzt müssen sich die Spitzel gegenseitig bespitzeln, um potentiellen "Verrätern" rechtzeitig das Handwerk legen zu können. Jeder könnte einer sein.... Muahahaha, nettes Arbeitsklima. Jetzt wo sich das gigantische Ausmaß der Lauscherei so langsam abzeichnet, und wahrscheinlich nur die berühmte Spitze, steht eine ältere Meldung in einem ganz anderen Licht da. Kann sich jemand erinnern, das mal gemeldet wurde, das US-Agenten , rein zufälligerweise vor Ort, Zeugen bei dem Mord an Kiesewetter wurden? Wurde natürlich schleunigst dementiert. Aber eigentlich müssen doch tatsächlich vom NSU gewusst haben. The plot thickens. Geht dem doch mal nach liebe Redaktion.
preteatro 29.08.2013
4. zumindest zum Thema "wie reagiert Russland"
hätten die Schlapphüte zB Georgien als Anlass nehmen könnnen, Erkenntnissse zu gewinnen und sei es, dass sie die zahlreichen US "Militärberater", welche plötzlich sehr, sehr schnell laufen lernten, über dieses [...]
hätten die Schlapphüte zB Georgien als Anlass nehmen könnnen, Erkenntnissse zu gewinnen und sei es, dass sie die zahlreichen US "Militärberater", welche plötzlich sehr, sehr schnell laufen lernten, über dieses Erlebnis eindringlich befragt hätten. Nun haben die engen US Freunde, die saudischen Terrorfürsten, relativ unverhohlen mit Terror während der olympischen Spiele in Russland gedroht, sollten diese nicht einem "Deal" bez. Angriff auf Syrien zustimmen. Und schon kreuzt eine russische Armada auf, Gerüchte über eine in Erwägung gezogene russische "Strafaktion" gegen die Saudis machen die Runde - und hoppla, plötzlich werden Parlamente aktiv, die Geheimdienste gewinnen ganz neue Erkenntnisse und der geplante Angriff wird abgeblasen. Deshalb der Vorschlag - legt euch öfter ernsthaft mit den Russen an, ihr werdet viele neue, wenn auch nicht ermutigende, Erkenntnisse gewinnen.
Stewie.119 29.08.2013
5.
Es hieß mal, dass FBI Agenten vor Ort waren. Möglich, aber eher unwahrscheinlich. Aber inwiefern steht sie in einem anderen Licht da?
Zitat von derpifJetzt müssen sich die Spitzel gegenseitig bespitzeln, um potentiellen "Verrätern" rechtzeitig das Handwerk legen zu können. Jeder könnte einer sein.... Muahahaha, nettes Arbeitsklima. Jetzt wo sich das gigantische Ausmaß der Lauscherei so langsam abzeichnet, und wahrscheinlich nur die berühmte Spitze, steht eine ältere Meldung in einem ganz anderen Licht da. Kann sich jemand erinnern, das mal gemeldet wurde, das US-Agenten , rein zufälligerweise vor Ort, Zeugen bei dem Mord an Kiesewetter wurden? Wurde natürlich schleunigst dementiert. Aber eigentlich müssen doch tatsächlich vom NSU gewusst haben. The plot thickens. Geht dem doch mal nach liebe Redaktion.
Es hieß mal, dass FBI Agenten vor Ort waren. Möglich, aber eher unwahrscheinlich. Aber inwiefern steht sie in einem anderen Licht da?

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