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Politik

Selbstmordattentate in Sri Lanka

Dänischer Milliardär verliert drei Kinder bei Sprengstoffattacken

Fast 300 Tote hat die Regierung nach den Anschlägen in Sri Lanka mittlerweile bestätigt. Unter den Opfern sind auch Dutzende Europäer - und viele Kinder.

Tariq Mikkel Khan/ AFP

Anders Holch Povlsen, dänischer Unternehmer (Archivbild von 2017), hat bei den Terrorangriffen in Sri Lanka drei seiner vier Kinder verloren.

Montag, 22.04.2019   14:49 Uhr

Es sollte ein Familienurlaub werden - davon zeugt ein Foto, das eine der Töchter noch vor ein paar Tagen ins Netz gestellt hatte. Da sitzen die Geschwister nebeneinander am Swimmingpool und schauen aufs Wasser. Die Anschläge in Sri Lanka haben die dänische Familie Holch Povlsen grausam getroffen: Drei der vier Kinder von Anders und Anne Holch Povlsen starben am Ostersonntag bei den Selbstmordattentaten in Colombo.

Holch Povlsen gilt als reichster Mann Dänemarks. Der 46-Jährige ist Chef der Bestseller-Gruppe, zu der unter anderem die Modemarke Jack & Jones gehört. "Wir können das leider bestätigen", äußerte sich ein Bestseller-Sprecher gegenüber der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet". "Wir bitten Sie, die Privatsphäre der Familie zu respektieren und geben daher keine weiteren Kommentare ab."

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Sri Lanka: Mutmaßlicher Anschlag erschüttert Inselstaat

Der überwiegende Teil der fast 300 Toten stammt aus Sri Lanka. Zu ihnen gehören unter anderem die Köchin Shantha Mayadunne, die in dem Inselstaat durch Fernsehauftritte und als Buchautorin sehr prominent war, und ihre Tochter Nisanga.

Die Studentin hatte unmittelbar vor dem Anschlag noch ein Foto gepostet, das die Familie beim Osterfrühstück im Hotel Shangri-La in Colombo zeigt. In dem Hotel starben außerdem auch drei Mitarbeiter. Das Hotelmanagement bestätigt "voller Trauer" in einem Facebook-Eintrag die Opfer.

Im Cinnamon Grand Hotel, einem weiteren Ziel des Attentats, kamen vier Mitarbeiter ums Leben, berichtete die BBC. Der Anschlag habe sich einem Hotelsprecher zufolge während des Buffets am Sonntagmorgen ereignet. Zu dieser Zeit sei im Hotel am meisten Betrieb, so der Sprecher. Die Namen der Opfer unter den Bediensteten gab er mit Shantha, Sanjeewani, Ibrahim und Nisthar an.

Nach bisherigen Angaben der Regierung sind unter den Todesopfern auch mindestens 32 Ausländer: acht Briten, fünf Inder, zwei Chinesen, drei Dänen, zwei Australier sowie eine nicht näher bezifferte Zahl von Japanern, Portugiesen, US-Amerikanern, Türken sowie Niederländern. Eines der Todesopfer soll zudem neben dem US-amerikanischen Pass auch einen deutschen gehabt haben, berichtet die deutsche Nachrichtenagentur und beruft sich auf Angaben des Auswärtigen Amts.

Der "Guardian" berichtete, dass im Hotel Shangri-La auch die britische Anwältin Anita Nicholson und deren elfjähriger Sohn Alex ermordet worden seien. Die Familie, die in Singapur lebt, hatte die Ostertage in Colombo verbringen wollen. Vater Ben Nicholson überlebte das Attentat demnach verletzt; Annabel, die jüngere Tochter des Paares, wird seit Sonntag vermisst.

him/Reuters/AP

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