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Politik

Staffan de Mistura

Italienisch-schwedischer Diplomat wird neuer Uno-Gesandter für Syrien

Die Uno hat mit Staffan de Mistura einen neuen Vermittler für die Syrien-Krise benannt. Der Diplomat bringt internationale Konflikterfahrung mit. Einen arabischen Stellvertreter bekommt er trotzdem.

REUTERS

Staffan de Mistura: Gesandter für die Uno - nicht für die Arabische Liga

Donnerstag, 10.07.2014   22:15 Uhr

New York - Nach rund zwei Monaten Vakanz haben die Vereinten Nationen den italienisch-schwedischen Diplomaten Staffan de Mistura zu ihrem neuen Syrien-Gesandten ernannt. Das teilte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon mit.

Mistura tritt die Nachfolge von Lakhdar Brahimi an, der im Mai zurückgetreten war. Anders als Brahimi wird de Mistura nur für die Uno auftreten und nicht auch für die Arabische Liga, erhält dafür aber mit dem frühere ägyptischen Vize-Außenminister Ramsi Essedin Ramsi einen arabischen Stellvertreter.

Der 67-jährige Mistura hat sowohl die italienische als auch die schwedische Staatsbürgerschaft. Er spricht sieben Sprachen, darunter auch Deutsch und laut Uno zumindest umgangssprachlich Arabisch. In der Regierung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti (2011-2013) hatte er das Amt eines stellvertretenden Außenministers inne. Mistura hat seit den frühen siebziger Jahren für verschiedene Uno-Organisationen in Konfliktgebieten gearbeitet, darunter im Kosovo, Libanon, Sudan, Eritrea und Somalia.

40 Jahre Konflikterfahrung

Geboren 1947 als Sohn eines heimatlos gewordenen italienischen Grafen aus Dalmatien und einer schwedischen Mutter mit aristokratischem Hintergrund, wuchs er in Rom auf und besuchte die von Jesuiten betriebene Elite-Schule Istituto Massimo. Als Wendepunkt in seinem Leben hat Mistura einmal jene Situation beschrieben, als er den Tod eines 17-Jährigen auf Zypern durch die Kugel eines Heckenschützen erlebte. Damals arbeitete er dort als Praktikant für das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Empört über die Tötung des Jugendlichen strebte er fortan eine Karriere in der internationalen Diplomatie an.

Von Anfang 2010 bis Ende 2011 arbeitete Mistura als Uno-Gesandter für Afghanistan, nachdem er zuvor als stellvertretender Exekutivdirektor beim Welternährungsprogramm in Rom tätig war. Von 2007 bis 2009 leitete er die Uno-Mission im Irak.

Der Algerier Brahimi war gemeinsamer Syrien-Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga. Er hatte das Amt nach knapp zwei Jahren und zwei erfolglosen Runden von Friedensgesprächen aufgegeben. Brahimis Vorgänger Kofi Annan hatte es nur sechs Monate auf dem Posten ausgehalten.

In Syrien herrscht seit mehr als drei Jahren Bürgerkrieg. Ausgangspunkt waren im März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad, die in einen blutigen Konflikt mündeten. Seither wurden Schätzungen zufolge mehr als 170.000 Menschen getötet. Millionen Syrer sind auf der Flucht. Die Hälfte der Bevölkerung ist laut Uno dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

isa/AFP/dpa

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