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Politik

Konflikt mit Peking

Tibeter stirbt nach Selbstverbrennung

Seit September hatte es keine Selbstverbrennungen mehr gegeben. Jetzt hat sich in China wieder ein Tibeter aus Protest gegen die Politik Pekings angezündet. Der junge Mann erlag seinen Verletzungen.

Mittwoch, 17.12.2014   15:38 Uhr

Hamburg/Xiahe - Ein Tibeter hat sich nach Medienberichten aus Protesten gegen die Politik Pekings in seiner Heimat angezündet und ist seinen Verbrennungen erlegen. Der 33-Jährige Sangye K. habe sich vor einer Polizeistation im Kreis Xiahe der westchinesischen Provinz Gansu in Brand gesteckt, berichteten die Aktivistengruppe International Campaign for Tibet (ICT) und der US-Rundfunksender Radio Free Asia (RFA). Die Lage in der Gegend sei angespannt, und die Sicherheitsmaßnahmen seien erhöht worden.

Die Selbstverbrennung ereignete sich am Tag eines bedeutenden buddhistischen Festes. Den Berichten zufolge waren zuvor die Kontrollen gegenüber Tibetern verschärft worden. Es war die erste Selbstverbrennung seit September. Nach Zählung von RFA steckten sich seit 2009 insgesamt 130 Menschen in Tibet und den angrenzenden Provinzen in Brand. Zuletzt waren derartige Proteste aber seltener geworden. Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über gesellschaftliche Marginalisierung in ihrer Heimat.

Das geistige Oberhaupt Tibets, der Dalai Lama, rief unterdessen die "freie Welt" auf, sich weiter für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit in China einzusetzen. In einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC sagte der exilierte Geistliche, der Westen habe eine "moralische Verpflichtung" dazu. Er könne aber verstehen, dass der Westen "aus Geldgründen" bestrebt sei, gute Beziehungen mit der Wirtschaftsmacht China zu pflegen, sagte er. Der 79-jährige Mönch lebt seit einem gescheiterten Volksaufstand in Tibet 1959 im indischen Exil.

mka/AFP

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