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Politik

Türkei

Fast 9000 Beamte nach Putschversuch laut Agenturbericht entlassen

Die Staatsmacht zeigt nach dem Putschversuch in der Türkei Härte. Einem Agenturbericht zufolge sind insgesamt 8777 Staatsbedienstete entlassen worden, darunter 30 Gouverneure.

DPA

Mitglied einer Spezialeinheit in Istanbul

Montag, 18.07.2016   12:00 Uhr

Nach dem fehlgeschlagenen Putsch in der Türkei sind offenbar inzwischen fast 9000 Beamte entlassen worden. Insgesamt 8777 Staatsbedienstete seien ihrer Posten enthoben worden, darunter 30 Gouverneure und 52 Inspekteure, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das türkische Innenministerium. Nach dem Putschversuch waren bereits am Wochenende rund 6000 Menschen festgenommen worden, darunter mehr als hundert Generäle und Admiräle.

Eine Gruppe von Militärs hatte in der Nacht zu Samstag vergeblich versucht, die Macht im Land zu übernehmen. Nach der Niederschlagung des Umsturzversuchs durch regierungstreue Soldaten und Polizisten kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan ein hartes Vorgehen gegen die Putschisten sowie die "Säuberung" der Armee an. Er sprach von einem "Krebsgeschwür" im Staat, das es zu bekämpfen gelte.

In diesem Zusammenhang erwog Erdogan auch die Wiedereinführung der Todesstrafe. Die Bundesregierung warnte am Montag vor einer solchen Entscheidung. "Deutschland und die EU haben eine klare Haltung: Wir lehnen die Todesstrafe kategorisch ab", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Die Einführung der Todesstrafe in der Türkei würde folglich das Ende der EU-Beitrittsverhandlungen bedeuten."

kev/AFP

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