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Politik

Neuer ukrainischer Staatschef

Selenskyj besucht Merkel und Steinmeier

Mit der Kanzlerin hat er schon telefoniert, jetzt kommt der neue ukrainische Präsident auch nach Berlin. Wolodymyr Selenskyj wird am Dienstag Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier treffen.

Serg Glovny/ZUMA Wire/ DPA

Kommt nach Berlin: Wolodymyr Selenskyj

Mittwoch, 12.06.2019   15:56 Uhr

Im Wahlkampf wurde er als Politclown verspottet. Aber seit Wolodymyr Selenskyj als Präsident im Amt ist, krempelt er die Ukraine im Rekordtempo um. (Lesen Sie hier ein Porträt.) Kommende Woche wird der frühere Komiker und Schauspieler in Berlin erwartet.

Am Dienstag seien Gespräche mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und mit Kanzlerin Angela Merkel geplant, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Nachdem bereits ein längeres Telefonat stattgefunden habe, sei dies das erste Treffen der Kanzlerin mit Selenskyj. Bei den Unterredungen dürfte der seit Jahren andauernde Konflikt mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes zentrales Thema sein.

Es ist der erste Besuch des ukrainischen Präsidenten in Deutschland seit seinem Wahlsieg gegen den bisherigen Staatschef Petro Poroschenko im April. Seine erste Auslandsreise hatte Selenskyj Anfang Juni nach Brüssel geführt. Dort hatte er die EU aufgefordert, mehr Druck auf Russland im Ostukrainekonflikt auszuüben und das Ziel seines Landes bekräftigt, langfristig Mitglied der EU und Nato zu werden.

Mehr als 13.000 Tote im Ukrainekonflikt

Die Bundesregierung vermittelt zusammen mit Frankreich im sogenannten Normandie-Format zwischen der Ukraine und Russland. In der Ostukraine kämpfen seit fünf Jahren prorussische Separatisten und Regierungstruppen gegeneinander. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 13.000 Menschen getötet. Russland unterstützt die Separatisten.

Ende Mai hatte Außenminister Heiko Maas zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian Kiew besucht. Bei einem Treffen mit Selenskyj zeigten sich alle drei Seiten einig, den festgefahrenen Friedensprozess wieder in Gang bringen zu wollen. Zuvor hatten Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bereits mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine Wiederbelebung des Friedensprozesses gesprochen.

als/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 4 Beiträge
fortelkas 12.06.2019
1. Das ist gut, dass
....er Steinmeier und Merkel besucht. Beide werden ihm hoffentlich politisch klarmachen, dass wirklich aktive Schritte zur Umsetzung des Minsker Abkommens von Seiten der Ukraine notwendig sind, Schritte, die das durch und durch [...]
....er Steinmeier und Merkel besucht. Beide werden ihm hoffentlich politisch klarmachen, dass wirklich aktive Schritte zur Umsetzung des Minsker Abkommens von Seiten der Ukraine notwendig sind, Schritte, die das durch und durch korrupte Regime Poroschenko bisher verhindert hat. Sie werden ihm hoffentlich auch klarmachen, dass es keine Rückkehr der Krim zur Ukraine gibt, die nach einer korrekt verlaufenen Volksabstimmung num mal zu Russland gehört. Und sie werden ihm hoffentlich auch klarmachen, dass es auf absehbare Zeit weder eine Zugehörigkeit der Ukraine zur EU noch zur NATO geben wird. Ist ja auch nicht nötig, denn Russland bedroht die Ukraine militärisch nicht. Erwin Fortelka
hugahuga 12.06.2019
2.
Bleibt die Hoffnung, dass Herr Selenskyj sich daran macht, dass die Ukraine endlich ihren Teil des Minsker Abkommens in Angriff nimmt. Und er täte gut daran, sich endlich - ohne Vobehalt - auf Gespräche mit der russischen [...]
Bleibt die Hoffnung, dass Herr Selenskyj sich daran macht, dass die Ukraine endlich ihren Teil des Minsker Abkommens in Angriff nimmt. Und er täte gut daran, sich endlich - ohne Vobehalt - auf Gespräche mit der russischen Regierung einzulassen. Ganz so einfach, wie man vielleicht annehmen könnte, wird es auch einem Herrn Selenskyj nicht gelingen, die Ukraine in den Westen zu überführen. Und das ist auch gut so, denn die Ukraine ist nun mal kein westliches Land.
macarthur996 12.06.2019
3. Ukraine
ein neuer Präsident, bedeutet vielleicht ein Neuanfang in der Ukraine. War himmeltraurig wie der Westen unter der Führung der amerikanischen Regierung in der Ukraine den Präsidentschaftswechsel durchgewürgt haben. dä waren [...]
ein neuer Präsident, bedeutet vielleicht ein Neuanfang in der Ukraine. War himmeltraurig wie der Westen unter der Führung der amerikanischen Regierung in der Ukraine den Präsidentschaftswechsel durchgewürgt haben. dä waren fast alle, Merkel, Cameron, Holland, Joe Biden, der Chef des amerikanischen CIA, Brennan. Barack Obama hat derweil den ukrainischen Faschistenführer, Jazenuk, im Weissen Haus empfangen. Man hat sich auch nicht gescheut auf dem Maidan mehr als 100 Polizisten und andre Anwesende durch die Schwarzhemden erschiessen zu lassen. Habe nicht gehört, dass sich die Westmächte für die Aufklärung dieser Verbrechen interessiert hätte. laut Victoria Nuland vom amerikanischen Aussenministerium hät der Regime-change 5 Milliarden Dollar gekostet. die Amis möchten ihre Raketen an der Grenze zu Russland aufstellen. die Ukrainer sind ein Brudervolk der Russen. Aber das ist den Möchte-gern Eroberten egal.
michelspd 19.06.2019
4. Selenski
Selenski würde die Ukraine im Rekordtempo umkrempeln, ist wohl ein Wunsch des Verfassers. Dieses Oligarchengeflecht krempelt niemand so leicht um. Und Minsk 2 kann die Ukraine schon aufgrund ihrer Nationalisten nicht umsetzen, [...]
Selenski würde die Ukraine im Rekordtempo umkrempeln, ist wohl ein Wunsch des Verfassers. Dieses Oligarchengeflecht krempelt niemand so leicht um. Und Minsk 2 kann die Ukraine schon aufgrund ihrer Nationalisten nicht umsetzen, die jegliches Nichtukrainische ausmerzen wollen. Gar nichts wird sich ändern.

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