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Politik

Trotz massiver Kritik an MbS

US-Finanzminister besucht saudischen Kronprinzen in Riad

Im Fall des getöteten Journalisten Khashoggi steht der saudische Kronprinz international in der Kritik. Nun hat Mohammed bin Salman den US-Finanzminister empfangen - beide betonen die Bedeutung ihrer Partnerschaft.

Saudi Press Agency/DPA

Steven Mnuchin und Mohammed bin Salman in Riad

Dienstag, 23.10.2018   10:33 Uhr

Inmitten der Affäre um den gewaltsamen Tod des Journalisten Jamal Khashoggi ist US-Finanzminister Steven Mnuchin am Montag in Riad mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman zusammengekommen. Bei dem Treffen betonten beide die "Bedeutung der strategischen Partnerschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien", wie die saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA mitteilte.

Das saudi-arabische Außenministerium veröffentlichte bei Twitter ein Foto der Männer. Die Beziehung beider Länder spiele eine wichtige Rolle in der Zukunft des Königreichs, heißt es dazu mit dem Hashtag #Vision2030.

Die "Washington Post" zitiert Mnuchins Sprecher Tony Sayegh mit den Worten, bei dem Gespräch sei es unter anderem um die Ermittlungen im Fall Khashoggi gegangen; außerdem um Sanktionen gegen Iran, die Wirtschaft in Saudi-Arabien und den Kampf gegen Terrorismus.

Der Besuch des US-Finanzministers bei MbS ist auch deshalb überraschend, weil der Kronprinz derzeit international massiv in der Kritik steht. Türkische Ermittler werfen ihm vor, hinter dem Mord an Khashoggi zu stecken. Riad weist das zurück.

Investorenkonferenz in Riad beginnt

Das Königreich hatte am Wochenende erklärt, dass der saudi-arabische Journalist am 2. Oktober im Istanbuler Konsulat seines Landes bei einer "Schlägerei" getötet worden sei. Weltweit stieß diese Darstellung jedoch auf Skepsis, da Riad wochenlang versichert hatte, dass Khashoggi das Konsulat lebend verlassen habe.

Mnuchin befindet sich derzeit auf einer Nahostreise. Seine Teilnahme an der Investorenkonferenz Future Investment Initiative (FII), die am Dienstag in Riad beginnt, hatte er wie viele andere westliche Politiker und Unternehmer als Reaktion auf die Tötung Khashoggis abgesagt. Unter anderem IWF-Chefin Christine Lagarde, Siemens-Chef Joe Kaeser, der Chef der Großbank HSBC, John Flint, die Vorstandschefs des Unterhaltungskonzern Viacom und des Fahrdienstleisters Uber sowie der britische Großinvestor Richard Branson werden dem dreitägigen Treffen fernbleiben.

US-Präsident Donald Trump betonte derweil, dass er "nicht zufrieden" sei mit der offiziellen Stellungnahme Riads zur Tötung Khashoggis. Es werde aber "sehr bald" Klarheit darüber herrschen, ob die saudi-arabische Darstellung der Wahrheit entspreche, sagte Trump in Washington.

aar/AFP/Reuters

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