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Politik

Nordkorea-Krise

Trump prahlt mit US-Atomwaffen

"Kühlen Kopf bewahren": Politiker aus Europa und China mahnen die USA und Nordkorea zur Mäßigung. Präsident Trump scheint davon nichts zu halten.

AP

Amerikanische Interkontinentalrakete

Mittwoch, 09.08.2017   15:40 Uhr

Donald Trump droht Nordkorea mit "Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat". Der Grund: Pjöngjang ist der Entwicklung einer Atomrakete offenbar näher als bislang angenommen.

Die nordkoreanische Führung kontert diesen Angriff und droht ihrerseits mit einem Präventivschlag sowie einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam.

Darauf wiederum hat nun aktuell Trump reagiert - mit einem neuen, deutlichen Tweet. Darin erklärte er am Mittwochmorgen (Ortszeit), seine erste Amtshandlung als Präsident sei es gewesen, das Nukleararsenal des Landes modernisieren zu lassen. Es sei nun stärker als je zuvor.

Die internationale Gemeinschaft reagiert besorgt auf den neuerlich eskalierten Streit. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte die Konfliktparteien auf, die Drohungen mit einer militärischen Eskalation zu unterlassen. "Die Lage ist wirklich ernst. Ein weiteres Säbelrasseln wird uns hier sicher nicht weiterhelfen", sagte sein Sprecher. "Wir rufen alle Seiten zur Mäßigung auf." Ein militärischer Weg könne keine Lösung sein.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht beim Nordkorea-Konflikt China in der Pflicht. "Es ist ganz entscheidend, dass hier vor allen Dingen auch China eine Rolle spielt", sagte sie.

China nennt Lage "kompliziert und heikel"

Tatsächlich rief China die beiden Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die gegenwärtige Lage auf der koreanischen Halbinsel sei "sehr kompliziert und heikel".

Indirekt übte der Sprecher sowohl an Nordkorea als auch an den Äußerungen des US-Präsidenten Kritik. "Wir hoffen, dass sich alle Parteien vorsichtig äußern und umsichtig vorgehen." Auch sollten sie aufhören, sich gegenseitig anzuheizen.

Für einen "kühlen Kopf" plädierte auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Die Vereinigten Staaten und die gesamte Weltgemeinschaft sollten sich nicht von Nordkoreas Drohungen provozieren lassen, sagte er. Die französische Regierung mahnte ebenfalls, beide Seiten sollten verantwortlich und deeskalierend agieren.

KCNA/EPA/REX/Shutterstock

Nordkoreanische Interkontinentalrakete

US-Außenminister Tillerson gibt sich moderat

Rex Tillerson bewegt sich offenbar bereits in diese Richtung: Der US-Außenminister schlug moderatere Töne an. Er glaube nicht, dass von Nordkorea eine unmittelbare Bedrohung ausgehe, sagte er vor seiner Ankunft auf der US-Pazifikinsel Guam.

Tillerson sagte, Trump habe dem koreanischen Machthaber Kim Jong Un eine Botschaft gesendet, die dieser verstehe. Damit solle verhindert werden, dass sich Nordkorea falsche Vorstellungen mache.

Auch das Regime von Pjöngjang scheint in der angespannten Atmosphäre ein wenig deeskalieren zu wollen. Das Land hat einen kanadischen Pfarrer freigelassen, der zu mehrjähriger Haft in einem Arbeitslager verurteilt worden war.

Die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, der 61-jährige Hyeon Soo Lim sei aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft entlassen worden. Zuvor war eine kanadische Regierungsdelegation in Pjöngjang eingetroffen, um den Fall zu besprechen.

Im Video: Die Spirale der Drohungen

Foto: Getty Images/ iStockphoto

dop/dpa/Reuters/AFP

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Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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