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Politik

Venezuela

Oppositionsführer Guaidó ruft Militär zur Meuterei gegen Maduro auf

Aufruf zur Revolte in Venezuela: Der vom Westen anerkannte Übergangspräsident Juan Guaidó hat an die Armee des Landes appelliert, Staatschef Maduro zu stürzen. Ein Video zeigt ihn umringt von Männern in Uniform.

Foto: Getty Images/ iStockphoto
Dienstag, 30.04.2019   12:58 Uhr

Venezuelas Parlamentspräsident Juan Guaidó hat in einer Videoansprache, in der er umringt von Männern in Uniform zu sehen ist, die Armee seines Landes zum Sturz von Präsident Nicolás Maduro aufgerufen.

Der seit Jahren inhaftierte venezolanische Oppositionsführer Leopoldo López teilte auf Twitter mit, Soldaten hätten ihn aus dem Hausarrest befreit - "auf Anweisung von Präsident Guaidó". Demnach befindet sich Lopez gemeinsam mit Guaidó auf dem Luftwaffenstützpunkt La Carlota in Caracas. Er ist zusammen mit Guaidó sowohl auf Bildern zu sehen, die er selbst twitterte, als auch im Video.

Ein Regierungssprecher Maduros teilte hingegen mit, man sei dabei, einer "kleinen Gruppe von Verrätern" entgegenzutreten, die zu einem Staatsstreich aufgerufen hätten. Diosdado Cabello, Chef der Sozialistischen Partei Venezuelas und ein Gefolgsmann Maduros, rief die Bevölkerung dazu auf, schnell zum Präsidentenpalast Miraflores zu kommen, um den Staatschef zu verteidigen.

"Genossen, die Rechten wollen dem Volk seine Erfolge entreißen. Ich lade alle ein - das Volk von Venezuela, die Milizen, die sozialistische Partei - zum Palast von Miraflores zu kommen, um die Revolution, Nicolás und das Erbe von Hugo Chávez zu verteidigen", sagte Cabello.

Verteidigungsminister Vladimir Padrino gelobte der Regierung von Maduro die Treue. "Die Streitkräfte verteidigen die Verfassung und die legitimen Autoritäten", schrieb er auf Twitter. "Alle militärischen Einheiten melden Normalität in ihren Kasernen und Stützpunkten und befinden sich unter der Befehlsgewalt ihrer Kommandeure."

Guaidó: "Finale Phase der Operation Freiheit"

In Venezuela tobt seit Monaten ein Machtkampf zwischen Präsident Maduro und Parlamentspräsident Guaidó, der unter anderem von den USA, Brasilien und zahlreichen EU-Staaten als legitimer Übergangspräsident angesehen wird. Die westlichen Länder drängen Maduro zu Neuwahlen.

In dem Video, das Guaidó auf Twitter verbreitete, sagte er "Die Operation Freiheit beginnt heute, tragt sie auf die Straße.". Es wurde offenbar im Morgengrauen in Caracas aufgenommen, Zeitpunkt und Ort lassen sich allerdings nicht überprüfen.

Guaidó spricht darin die Angehörigen der Streifkräfte direkt an ("Tapfere Soldaten! Tapfere Patrioten!"), und sagte, es beginne die "Rekonstruktion unserer nationalen Souveränität". In einem weiteren Tweet schrieb er Minuten später, er habe sich mit den "wichtigsten militärischen Einheiten getroffen, um die finale Phase der Operation Freiheit einzuleiten".

cht/mfh/Reuters/AP

insgesamt 68 Beiträge
temp1 30.04.2019
1. Interessant die Leserbriefe in Österreich (der Standard)
Interessant ist es die Leserbriefe zu diesem Thema in Österreichs relevantester Tageszeitung der Standard zu lesen. Bislang die meisten sprechen davon, dass das eine Gruppe Vaterlandsverräter sei, die gegen Maduro agiere und nur [...]
Interessant ist es die Leserbriefe zu diesem Thema in Österreichs relevantester Tageszeitung der Standard zu lesen. Bislang die meisten sprechen davon, dass das eine Gruppe Vaterlandsverräter sei, die gegen Maduro agiere und nur von den Kolonialmächten unterstützt sei und vor allem zum Glück Russland und China als Garanten der Stabilität zu verhindern wüßten, dass Maduro gestüzt würde und Chaos und Instabilität entstünde. Ich frage mich, ob das nur die Meinungsroboter von Russlands Cyber-Armee sind, die die Texte verfassen, oder ob Österreichs Bevölkerung mit ihrer rechten Regierung schon so zahlreich an Rußlands Seite gerückt ist.
frankfurtbeat 30.04.2019
2. anscheinend ...
anscheinend traut sich der "Westen" nicht einzugreifen da China und Russland investiert sind. Daher das alte Spiel "Opposition" mit allen Mitteln unterstützen um dem Ziel des geplanten Umsturzes und der [...]
anscheinend traut sich der "Westen" nicht einzugreifen da China und Russland investiert sind. Daher das alte Spiel "Opposition" mit allen Mitteln unterstützen um dem Ziel des geplanten Umsturzes und der indirekten "Inbesitznahme" der Rohstoffquellen näher zu kommen. Man kann nur hoffen, das die Venezuelaner standgaft bleiben und das Land sich aus den Klauen der USA befreien kann. Das Problem für die USA ist dasselbe wie im Irak und Libyen - die Abkehrt vom Petrodollarsystem. Saddam und Gadaffi wurden dafür umgebracht ... fake news wie Chemiewaffenarsenale etc. als Vorwand genutzt. Wie lange lässt sich die restliche Welt das Verhalten der USA noch gefallen? Warum gibt es keinen gemeinsamen Widerstand gegen dieses korrupte möchtegernSupermacht? Länder mit Sanktionen und finanziellem Druck in die Knie zwingen um diese dann nach gusto zu steuern. Wen wundert es das andere Lände wie bspw. Nordkorea aufrüsten um sich damit nicht auch noch als Beute für die USA zu machen. Deutschland und Europa bückt sich noch immer gefügig dem Willen der USA ...
jamey 30.04.2019
3.
Es können nur Meinungsroboter sein, da kein lebender Mensch im Westen eine abweichende Meinung zu unserer Regierung/USA hat.
Zitat von temp1Interessant ist es die Leserbriefe zu diesem Thema in Österreichs relevantester Tageszeitung der Standard zu lesen. Bislang die meisten sprechen davon, dass das eine Gruppe Vaterlandsverräter sei, die gegen Maduro agiere und nur von den Kolonialmächten unterstützt sei und vor allem zum Glück Russland und China als Garanten der Stabilität zu verhindern wüßten, dass Maduro gestüzt würde und Chaos und Instabilität entstünde. Ich frage mich, ob das nur die Meinungsroboter von Russlands Cyber-Armee sind, die die Texte verfassen, oder ob Österreichs Bevölkerung mit ihrer rechten Regierung schon so zahlreich an Rußlands Seite gerückt ist.
Es können nur Meinungsroboter sein, da kein lebender Mensch im Westen eine abweichende Meinung zu unserer Regierung/USA hat.
mursol 30.04.2019
4. Unter dem Embargo der USA
Zu stehen ist halt nicht einfach . Da kann ein Land noch soviel besitzen Aber wenn Mann daraus kein Geld verdienen darf und nichts mehr einkaufen und verkaufen kann wegen dem Embargo der USA dann ist die Haltung der sogenannten [...]
Zu stehen ist halt nicht einfach . Da kann ein Land noch soviel besitzen Aber wenn Mann daraus kein Geld verdienen darf und nichts mehr einkaufen und verkaufen kann wegen dem Embargo der USA dann ist die Haltung der sogenannten freien Welt eine reine Heuchelei.
batmanmk 30.04.2019
5. Ein Unding
Hätten die Österreicher Öl und Bodenschätze würde es sich wahrscheinlich lohnen etwas gegen dieses Problem zu machen, aber so nicht...
Zitat von temp1Interessant ist es die Leserbriefe zu diesem Thema in Österreichs relevantester Tageszeitung der Standard zu lesen. Bislang die meisten sprechen davon, dass das eine Gruppe Vaterlandsverräter sei, die gegen Maduro agiere und nur von den Kolonialmächten unterstützt sei und vor allem zum Glück Russland und China als Garanten der Stabilität zu verhindern wüßten, dass Maduro gestüzt würde und Chaos und Instabilität entstünde. Ich frage mich, ob das nur die Meinungsroboter von Russlands Cyber-Armee sind, die die Texte verfassen, oder ob Österreichs Bevölkerung mit ihrer rechten Regierung schon so zahlreich an Rußlands Seite gerückt ist.
Hätten die Österreicher Öl und Bodenschätze würde es sich wahrscheinlich lohnen etwas gegen dieses Problem zu machen, aber so nicht...

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