Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Venezuela

Maduro-Regierung kündigt Rückkehr des deutschen Botschafters an

Weil er Oppositionsführer Juan Guaidó unterstützte, wurde Botschafter Daniel Kriener in Caracas zur unerwünschten Person erklärt. Jetzt haben sich Deutschland und der Krisenstaat offenbar angenähert.

Federico Parra/AFP

Bald wieder zurück in Caracas: Diplomat Daniel Kriener

Montag, 01.07.2019   22:16 Uhr

Die venezolanische Regierung hat eine Rückkehr des deutschen Botschafters Daniel Kriener angekündigt. Deutschland und Venezuela hätten sich bei einem bilateralen Treffen in Berlin auf eine "Normalisierung" ihrer Beziehungen verständigt, teilte das venezolanische Außenministerium mit. Die Bundesregierung habe der "Rückkehr" Krieners bereits zugestimmt.

Aus dem Auswärtigen Amt war am Montag zu hören, dass Venezuela darüber informiert habe, dass Botschafter Kriener nicht länger "persona non grata" sei. Im Ministerium werde in den kommenden Tagen über die nächsten Schritte beraten, hieß es weiter.

Die Regierung des linksgerichteten Präsidenten Nicolás Maduro hatte den deutschen Botschafter im März zur unerwünschten Person erklärt. Kriener hatte mit anderen Diplomaten den venezolanischen Oppositionsführer Juan Guaidó bei dessen Rückkehr in Venezuelas Hauptstadt Caracas am Flughafen begrüßt.

In Venezuela herrscht seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó. Ende April war ein Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro gescheitert. Der umstrittene Staatschef kann nach wie vor auf den Rückhalt der Militärführung zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt.

Guaidó hatte sich am 23. Januar zum Übergangspräsidenten erklärt. Etwa 50 Staaten, darunter Deutschland und die USA, haben ihn anerkannt.

hba/AFP/dpa

insgesamt 16 Beiträge
biesi61 01.07.2019
1. Peinlich für Deutschland,
das den von Trump stümperhaft eingefädelten und zum Glück für die Venezuelaner krachend gescheiterten Regime Change viel zu früh und viel zu stark unterstützt hat. Hoffentlich eine Lehre, in der Außenpolitik zur Wahrung des [...]
das den von Trump stümperhaft eingefädelten und zum Glück für die Venezuelaner krachend gescheiterten Regime Change viel zu früh und viel zu stark unterstützt hat. Hoffentlich eine Lehre, in der Außenpolitik zur Wahrung des Völkerrechts zurückzukehren!
xtdrive 01.07.2019
2.
Wir sollten uns nicht so in die Innenpolitik anderer Staaten einmischen, sonst verspielt man die Chancen zum Dialog.
Wir sollten uns nicht so in die Innenpolitik anderer Staaten einmischen, sonst verspielt man die Chancen zum Dialog.
motoko_kusanagi 01.07.2019
3. Gut so
Für jeden politisch Interessierten war diese CIA-Inzinierung sonnenklar. Dass die Bundesregierung dieses Manöver auf diplomatischen Ebene flankiert hat, war sehr unerfreulich; auch wenn etliche andere Nationen (ja ja, die Werte [...]
Für jeden politisch Interessierten war diese CIA-Inzinierung sonnenklar. Dass die Bundesregierung dieses Manöver auf diplomatischen Ebene flankiert hat, war sehr unerfreulich; auch wenn etliche andere Nationen (ja ja, die Werte der EU...) sich ebenso beteiligt haben. Da Trump "eigentlich" keine Regime Change erzwingen will (na na Iran) dürfte solche großangelegte Operation dann erstmal eine Ausnahme gewesen sein (im traditionellen am. Hinterland). Ich hoffe der Außenminister hat seine Lexion gelernt, deren Sympathiewerte sich doch deutlich eingetrübt hat. Wahrlich bin ich kein Freund Maduro und seine Militärs - aber ein CIA-Sturz noch viel weniger, denn dass war ja in den 50er und 60er Jahren die Lieblingsbeschäftigung (und Irak und Lybien sind auch nicht vergessen).
wolla2 01.07.2019
4. Das AA hätte
einem solchen Botschafter den "Gang nach Canossa" durchaus ersparen dürfen und einen andern Botschaftet einsetzen können. Die ganze Sache sieht nach wenig Feingefühl seitens des AA aus. Unsere Außenpolitik ist ohnehin [...]
einem solchen Botschafter den "Gang nach Canossa" durchaus ersparen dürfen und einen andern Botschaftet einsetzen können. Die ganze Sache sieht nach wenig Feingefühl seitens des AA aus. Unsere Außenpolitik ist ohnehin nicht besonders sinnvoll angelegt .... insofern passt das hier ins Bild, Jedenfalls wünsche ich Herrn Kriener viel Spaß in der zukünftigen Beziehung zu seiner Gastadministration, der er ziemlich in den Rücken gefallen ist. Geschieht ihm eigentlich zu Recht. Es ist nur fraglich, wie effizient ein Botschafter mit einer solchen Einstellung zur Gastregierung überhaupt sein kann. Mit Kooperation kann er doch nicht wirklich rechnen. ....
World goes crazy 01.07.2019
5. Putsch unterstützt, nix genützt...
Tja es ist zumindest in unseren Mainstreammedien deutlich ruhiger geworden um Venezuela. Der von den US angestrebte und vielen europäischen Ländern unterstützte Umsturz hat nicht auf das Militär und genügend Venezoelaner [...]
Tja es ist zumindest in unseren Mainstreammedien deutlich ruhiger geworden um Venezuela. Der von den US angestrebte und vielen europäischen Ländern unterstützte Umsturz hat nicht auf das Militär und genügend Venezoelaner übergegriffen...schon in Syrien waren wir da sehr voreilig und haben uns für das größere Übel entschieden. Bleibt zu hoffen, dass Maduro sich auch an die eigene Nase fast und die Korruption im Machtapparat runterschraubt sowie die Infrastruktur aufpoliert. Das Guadio und seine rechten Freunde es nicht geschafft haben, sicher auch, weil Maduro einen einigermaßen ruhigen Kopf bewahrt hat und ihn nicht hat verhaften lassen...Respekt.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP