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Politik

Hungernde Bevölkerung

Branson plant Aid-Konzert für Venezuela

Trotz des Ölreichtums hungern die Menschen in Venezuela. Der britische Großinvestor Branson plant deshalb ein Benefizkonzert mit Stars wie Peter Gabriel für die notleidende Bevölkerung in dem Krisenstaat.

REUTERS

Hilfslieferungen für Venezuela

Freitag, 15.02.2019   07:55 Uhr

Zehn Laster mit rund 100 Tonnen Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln stehen seit gut einer Woche an der Grenze Kolumbiens zu Venezuela bereit. Das venezolanische Militär lässt sie auf Befehl von Staatschef Nicolás Maduros nicht passieren. Trotz der Blockade schafften die USA weitere Hilfsgüter heran. Die Entwicklungshilfeagentur USAID flog mit Vitaminen angereicherte Energieriegel nach Kolumbien. Die Rationen könnten 10.000 Kinder einen Monat lang ernähren, heißt es.

Im Streit über die Hilfslieferungen für Venezuela will der britische Milliardär Richard Branson nun ein großes Benefizkonzert an der Grenze des Krisenstaates organisieren. Bei dem Konzert am 22. Februar in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta sollen unter anderem der puerto-ricanische Sänger Luis Fonsi ("Despacito"), Ex-Genesis-Frontmann Peter Gabriel sowie venezolanische und kolumbianische Musiker auftreten.

DPA

Peter Gabriel

Ziel sei es, innerhalb von 60 Tagen 100 Millionen Dollar zu sammeln und die Grenze Venezuelas zu öffnen, "damit die humanitäre Hilfe endlich die Millionen von Menschen erreichen kann, die sie am meisten benötigen", heißt es auf der Website von "Venezuela Aid Live".

AFP

Richard Branson

Virgin-Gründer Branson sagte in einem Video, der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó und der Oppositionelle Leopoldo López hätten ihn gebeten, mit der Organisation des Konzerts zu helfen. Damit solle weltweite Aufmerksamkeit auf diese "inakzeptable Krise" gelenkt werden.

CNN-Video: In der letzten Kinderchirurgie von Caracas

Foto: CNN

In Venezuela herrscht ein erbitterter Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Staatschef Maduro und dem oppositionellen Parlamentspräsidenten Guaidó, der inzwischen von rund 50 Staaten als Übergangspräsident anerkannt wurde.

Das erdölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Versorgungskrise. Viele Menschen hungern, in den Krankenhäusern fehlt es an Medikamenten und Material. Rund drei Millionen Menschen sind bereits ins Ausland geflohen.

als/AFP/dpa

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