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Politik

Südamerika

Russland warnt USA vor Militärintervention in Venezuela

In Venezuela versucht der Oppositionelle Juan Guaidó den Umsturz, US-Präsident Trump erklärte seine Unterstützung. Der russische Außenminister verurteilt das scharf.

AP

Sergej Lawrow

Donnerstag, 24.01.2019   12:11 Uhr

Die politischen Unruhen in Venezuela verschärfen die internationalen Beziehungen zwischen den USA und Russland. Das russische Außenministerium warnte das Weiße Haus vor einem militärischen Eingreifen in dem südamerikanischen Land. Eine Intervention könne zu "Gesetzlosigkeit und Blutvergießen" in Venezuela führen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Lawrow verurteilte das Verhalten der USA in dem Konflikt scharf. Washington missachte internationales Recht, sagte der Minister. US-Präsident Donald Trump hatte dem bisherigen Parlamentspräsidenten Juan Guaidó am Mittwoch seine Unterstützung zugesagt, nur wenige Minuten nach Guaidós Verkündung, von nun an als Interimspräsident das Land zu regieren.

Russland werde seinen strategischen Partner Venezuela weiter unterstützen, zitiert auch die Nachrichtenagentur Interfax das russische Außenministerium. Die Situation im Land habe einen gefährlichen Punkt erreicht. Die USA dürften sich nicht in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einmischen.

Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei

Die EU sprach Guaidó ihre Unterstützung zu. "Die Europäische Union ruft mit Nachdruck zum Beginn eines sofortigen politischen Prozesses auf, der zu freien und glaubwürdigen Wahlen führt, im Einklang mit der Verfassung", teilte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mit.

Zehntausende Menschen waren am Mittwoch gegen Maduro auf die Straße gegangen. Sie lieferten sich zum Teil heftige Straßenschlachten mit der Polizei. Mindestens 13 Menschen sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten bei den Unruhen bisher ums Leben gekommen.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Opposition wird unterdrückt, viele Regierungsgegner sitzen in Haft oder sind ins Exil geflohen. Aufgrund von Devisenmangel kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Rund drei Millionen Venezolaner sind bereits vor dem Elend ins Ausland geflohen.

lmd/vks/Reuters

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