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Politik

Antisemitismus

Hunderte versammeln sich zu Al-Kuds-Marsch in Berlin

Teilnehmer riefen "Kindermörder Israel": In Berlin hat der antisemitische Al-Kuds-Marsch begonnen. Es gibt aber auch Gegendemonstrationen.

Fabrizio Bensch/ REUTERS
Samstag, 01.06.2019   16:49 Uhr

Die Veranstalter erwarten laut Polizei etwa 2000 Teilnehmer, bislang sind es deutlich weniger: In Berlin haben sich mehrere Hundert Teilnehmer dem alljährlichen Al-Kuds-Marsch radikalislamischer Gruppen angeschlossen. Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Offiziell findet die Kundgebung in Berlin unter dem Motto "Für einen gerechten Frieden in Palästina" statt. Einige Teilnehmer riefen vor deren Start im Stadtteil Charlottenburg "Kindermörder Israel". Demonstranten trugen Palästina- und auch Deutschlandfahnen.

Wenige Meter weiter hatte sich eine Gegendemonstration aufgebaut. Deren Teilnehmer riefen Slogans wie "Lang lebe Israel" sowie "Free Gaza from Hamas" (Befreit Gaza von der Hamas). An einer weiteren Gegendemonstration wollte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) teilnehmen.

Geisel warnte schon im Vorfeld vor einem Erstarken des Antisemitismus in Deutschland. "Wir dachten ja, der Antisemitismus sei in unserem demokratischen Staat nahezu verschwunden und reduziert auf vielleicht einzelne Neonazis bei der NPD", sagte Geisel dem RBB-Inforadio. Nun zeige sich aber, "dass er nicht wirklich verschwunden war, sondern man ihn im Verborgenen gelebt hat, und jetzt tritt er wieder offen zutage." Der SPD-Politiker rief zur Solidarität mit Juden auf - etwa durch das Tragen einer Kippa.

vks/dpa

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