Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Bundeswehrverband

Kramp-Karrenbauer soll sich mehr um die Truppe kümmern

CDU-Chefin und Verteidigungsministerin in Personalunion - ist das zu schaffen? André Wüstner, der Chef des Bundeswehrverbands, hat Zweifel. Im SPIEGEL mahnt er Annegret Kramp-Karrenbauer zur "Mission IBuK first".

Filip Singer/ EPA-EFE/ REX

Annegret Kramp-Karrenbauer: Drängende Probleme im Wehrressort

Freitag, 22.11.2019   12:02 Uhr

Der Bundeswehrverband verlangt von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, dass sie sich nach dem CDU-Parteitag mehr um ihren Job als Verteidigungsministerin kümmert. "Bis jetzt hatte jeder Verständnis, sie war neu, sie musste viel Energie für die Partei aufwenden", sagte Verbandschef André Wüstner dem SPIEGEL, "das ist mit dem Parteitag vorbei".

Titelbild

Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 48/2019
Sterben? Ohne mich!
Forscher können erstmals das Altern aufhalten - und sogar um­keh­ren...

Der Vorsitzende der größten Interessenvertretung der Soldaten warnte Kramp-Karrenbauer, die Soldaten der Bundeswehr erwarteten eine Befehlshaberin, die sich voll auf die Belange der Truppe konzentriere. "Will sie ihren Vertrauensvorschuss rechtfertigen, muss ihr neuer Schwerpunkt in Zukunft die Bundeswehr sein", sagte Wüstner.

Die Ministerin müsste eine "Mission IBuK First" starten. Die Abkürzung steht innerhalb der Bundeswehr für die "Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt".

Michael Kappeler/ DPA

André Wüstner: "Wer aufhört, der fällt zurück"

Mit Sorge beobachte Wüstner, dass unter Kramp-Karrenbauer wegen der Doppelrolle als CDU-Chefin und Verteidigungsministerin im Wehrressort drängende Probleme unbearbeitet blieben. "Im Verteidigungsministerium oder in der Sicherheitspolitik ist es wie bei dem berühmten Rudern gegen den Strom", sagte der Oberstleutnant, "wer aufhört, der fällt zurück".

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.

kvh/mgb

insgesamt 23 Beiträge
maxmotzer 22.11.2019
1. Völlig überfordert
AKK ist schon mit einem Amt überfordert, Wier soll sie dann die Anforderungen von zwei wichtigen Ämtern erfüllen können?
AKK ist schon mit einem Amt überfordert, Wier soll sie dann die Anforderungen von zwei wichtigen Ämtern erfüllen können?
Schartin Mulz 22.11.2019
2. Und das
AKK-Bashing geht weiter. Danke, wir haben verstanden. Merz soll Merkel-Nachfolger werden. Warum auch immer.
AKK-Bashing geht weiter. Danke, wir haben verstanden. Merz soll Merkel-Nachfolger werden. Warum auch immer.
k.u.m. 22.11.2019
3. AKK und Bundeswehr - ein unüberbrückbarer Gegensatz
Herr Wüstner hat eines nicht bedacht: Frau Kramp-Karrenbauer betrachtet das Verteidigungsministerium nicht als Herzensangelegenheit, sondern zur eigenen Profilierung und als Sprungsbrett zur Kanzlerkandidatur. Unter diesen [...]
Herr Wüstner hat eines nicht bedacht: Frau Kramp-Karrenbauer betrachtet das Verteidigungsministerium nicht als Herzensangelegenheit, sondern zur eigenen Profilierung und als Sprungsbrett zur Kanzlerkandidatur. Unter diesen Voraussetzungen wird die Bundeswehr natürlich im Strom rückwärts schwimmen. Anstatt sich darum zu kümmern, die Bundeswehr überhaupt erst mal wieder komplett wehrfähig zu machen (Personalstärke, Ausrüstung, Material etc.), will AKK diese mangelhaft ausgerüstete Truppe, die kaum die Landesverteidigung bewältigen kann, in Kriegsabenteuer außerhalb unseres Landes verwickeln. Grandioser konnte sie nicht verdeutlichen, dass sie im Grunde keine Ahnung von der Bw und deren Problemen hat.
the_tetrarch 22.11.2019
4.
Der Job im Verteidigungsministerium ist ein Schleudersitz. Viele seiner Inhaber nehmen ihn an in der Hoffnung, nach "oben" geschleudert zu werden. Warum nimmt man nicht Leute aus der Truppe für diesen Posten? Ein [...]
Der Job im Verteidigungsministerium ist ein Schleudersitz. Viele seiner Inhaber nehmen ihn an in der Hoffnung, nach "oben" geschleudert zu werden. Warum nimmt man nicht Leute aus der Truppe für diesen Posten? Ein Minimum an Verbundenheit (und wenns ganz toll sein soll: Kompetenz) sollte eigentlich gegeben sein, wenn man ein Ministerium übernimmt.
auf_ein_wort 22.11.2019
5. Aha!
Ich mag AKK wirklich nicht. Aber die anderen KOLLEGEN mit mehreren Ämtern werden mit Sicherheit nicht so anmaßend in der Öffentlichkeit zur Ordnung gerufen! Was ist denn sein Beitrag damit der Laden läuft!?
Ich mag AKK wirklich nicht. Aber die anderen KOLLEGEN mit mehreren Ämtern werden mit Sicherheit nicht so anmaßend in der Öffentlichkeit zur Ordnung gerufen! Was ist denn sein Beitrag damit der Laden läuft!?

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP